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News - Nebenwerte
31.01.2002
Axel Springer will Kirch versenken
BoersenMan.de

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Medienmogul Leo Kirch steht das Wasser bis zum Hals, und jetzt will ihn die Axel Springer Verlag AG (WKN 550135) ganz versenken, berichten die Aktienexperten von "BoersenMan.de".

Showdown in einem Wirtschaftskrimi voller Hass und Intrigen - und mit langer Vorgeschichte. Der alte Springer habe Kirch für einen Schurken gehalten und solle noch auf seinem Sterbebett gemahnt haben: haltet mir den Kirch ja draußen. Doch der habe über Strohleute 40% der Springeraktien aufgekauft und sei nun neben Springerwitwe Friede Hauptaktionär. Bester Boden für eine gepflegte Hassbeziehung.

Trotzdem habe erst mal nüchterner Geschäftssinn dominiert: Im Börsen-Boom hätten Springer und Kirch ihre TV-Töchter zur ProSieben-SAT1-Media AG verschmolzen und sie an die Börse gebracht. Der Springer-Verlag habe gut 11% gehalten, auf dem Höhepunkt der Aktieneuphorie ein Gegenwert von fast 800 Mio. Euro. Die hätte Springer am liebsten in Cash gewollt, habe aber aus Steuergründen nicht sofort verkaufen können. Deshalb sei es zu einem verhängnisvollen Vertrag gekommen: bis zum 31. März 2002 könne Springer sein Paket jederzeit an Kirch verkaufen und der müsse dann zahlen - 800 Millionen.

Mittlerweile seien die Aktien nur noch 110 Mio. wert, außerdem sei Leo Kirch mit 5 Mrd. Euro verschuldet und fast pleite. Das sei genau die Stunde, auf die Friede Springer gewartet habe: Gnadenlos poche sie auf Vertragserfüllung. Da Kirch kein Bargeld mehr auftreiben könne, müsste er einen Teil seiner Springeraktien zurückgeben - und Witwe Friede wäre am Ziel. Doch Kirch könnte auch erst mal prozessieren - und genau das werde der zähe Kämpfer wohl tun.


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