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Analysen - Ausland
20.06.2008
Verbund halten
Erste Bank

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Wien (aktiencheck.de AG) - Christoph Schultes, Analyst der Erste Bank, empfiehlt die Verbund-Aktie (ISIN AT0000746409/ WKN 877738) weiterhin zu halten.

Der Aufsichtsrat des Verbunds habe in dieser Woche einen neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Wolfgang Anzengruber werde am Ende des Jahres das Erbe Michael Pistauers antreten. Anzengruber komme zwar von Palfinger, habe allerdings davor die Energiebranche bei der Salzburg AG kennen gelernt. Aufhorchen lassen habe dann auch Wirtschaftsminister Bartenstein, indem er laut über eine weitere Privatisierung des Verbunds nachgedacht habe, was allerdings aufgrund von verfassungsrechtlichen Bestimmungen sowie einem benötigten Konsens zwischen Bund und einigen Ländern (Niederösterreich, Wien und Tirol) nicht so leicht werden dürfte. Die Aktie des Verbunds habe jedenfalls die EUR 60-Marke durchbrechen können und sei mit einem Plus von 11,6% der klare Wochengewinner gewesen.

Der eigentliche Grund dieser äußerst erfreulichen Kursentwicklung liege allerdings in den nach wie vor steigenden Großhandelsstrompreisen. Da der Verbund einen Großteil seiner Produktion im Vorhinein verkaufe (via Forwards), seien für die Analysten in erster Linie die Futures-Preise (der EEX) interessant. Und hier sehe man einen Anstieg von rund 25% innerhalb der letzten drei Monate. Die Baseload Futures (front year) würden momentan bei EUR 79 pro MWh notieren, beim Spitzenstrom seien es sogar fast EUR 113. Damit sei zumindest klar, dass der Verbund auch im Jahr 2009 (wenn die FY Futures Preise realisiert würden) ein abermaliges Rekordergebnis werde präsentieren können.

Die jüngsten Kursexplosionen sind in unserem Verbund-Modell noch nicht berücksichtigt, rechtfertigen aber sicherlich einen höheren Kurs als unser aktuelles Kursziel von EUR 55, so die Analysten der Erste Bank. Dem Anleger rate man den Ölpreis genau im Auge zu behalten, denn der Verbund sei zu einer eindeutigen "Öl-Long"-Aktie geworden. Die Logik sei eine einfache. Steigende Ölpreise würden steigende Gaspreise bewirken und die wiederum seien (zusammen mit einigen anderen Faktoren wie Kohlepreise, CO2-Zertifikate, etc.) für den Anstieg der Strompreise verantwortlich.

Solange also der Ölpreis nicht knickt, raten die Analysten der Erste Bank Investoren die Verbund-Aktie noch zu halten. (Analyse vom 20.06.2008) (20.06.2008/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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