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Analysen - DAX 100
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28.01.2002
Norddeutsche Affinerie übergewichten
Independent Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von Independent Research raten, die Aktie der Norddeutschen Affinerie (WKN 676650) überzugewichten.
Die Norddeutsche Affinerie habe sich durch die Übernahme der Prymetall weiter vertikal integriert. Die Übernahme solle explizit der Stärkung der Dividendenkraft dienen, bei Independent Research rechne man in den nächsten Jahren daher mit steigenden Ausschüttungen.
Die nachhaltige Strategie des Managements überzeuge. Für die Aktie sprächen neben der hohen Dividendenrendite auch die günstige Bewertung (EV/Umsatz: 0,3; KGV von 8). Das Kerngeschäft der Norddeutschen Affinerie sei die Gewinnung von Kupferkathoden aus Kupferkonzentraten und Altkupfer sowie deren Weiterverarbeitung.
Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung sei das Stolberger Unternehmen Prymetall zum 1. Januar 2002 übernommen worden. Prymetall halte wiederum 50% an der Schwermetall. Betrachte man sich die Wertschöpfungskette, so stehe die Norddeutsche Affinerie mit der Metallerzeugung/Recycling und der Produktion von Formaten am Anfang, während die Schwermetall Warmwalzen und Kaltwalzen betreibe, die Prymetall Kaltwalzen und die Produktion von Bändern, Blechen, Profildrähten und Profilen. Zwischen der NA und der Schwermetall gebe es schon eine langjährige Kundenbeziehung, so habe Schwermetall bei einer Produktion von 300.000 Tonnen pro Jahr rund 80.000 Tonnen davon von der NA bezogen. Schwermetall sei das größte Warmwalzwerk der Welt für Kupferwerkstoffe.
Die NA stärke mit dieser Übernahme vor allem ihren Bereich Metallerzeugung/Recycling, da eine wichtige Weiterverarbeitungsstufe integriert werde, womit einerseits eine Verstetigung der Produktion erreicht werden könne, andererseits die in den Weiterverarbeitungsstufen erzielten Margen im Unternehmen blieben. Die NA rechne damit, dass der jährliche Umsatz durch diese Übernahme um 240 Mio. Euro gesteigert werden könne.
Zusätzlich zu dem bestehenden Ertragspotential von Prymetall sehe die NA zusätzliche 20 Mio. Euro EBITDA innerhalb der nächsten drei Jahre durch Synergien, operative Optimierung und Expansion in weitere Produktfelder. Die Norddeutsche Affinerie habe ihren Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/01 (30.09.) auf 2.010 (1.897) Mio. Euro gesteigert. Das Rohergebnis sei auf 362 (342) Mio. Euro gestiegen. Das EBIT sei auf 65 (74) Mio. Euro zurückgegangen. Das unbereinigte EpS für das abgelaufene Geschäftsjahr habe wegen einer deutlich niedrigeren Steuerquote bei 1,26 (1,20) Euro gelegen und damit höher als im Vorjahr, obwohl das EBT mit 57 (69) Mio. Euro deutlich niedriger gewesen sei.
Die auf den ersten Blick schlechteren Ertragszahlen im Vergleich zum Vorjahr seien zu relativieren, da hier der Anlagenstillstand Anfang des Jahres, der aus Ersatz- und Erweiterungsgründen notwendig gewesen sei, enthalten sei. Für 2000/01 solle eine Dividende von 0,75 Euro gezahlt werden.
Insgesamt lautet das Votum der Experten von Independent Research für die Aktie der Norddeutschen Affinerie "Übergewichten".
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