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Analysen - Ausland
25.01.2002
VA Tech neutral
RZB Österreich

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Die Analysten der österreichischen Raiffeisenzentralbank (RZB) bleiben auch vor Bekanntgabe der Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres bei ihrer neutralen Einschätzung des österreichischen Unternehmens VA Technologie (WKN 890774), kurz VA Tech.

Der Umbau zum energiefokussierten Unternehmen sei vollzogen und sollte die Rückkehr auf einen stabilen Wachstumspfad ermöglichen. Gute Wachstumsperspektiven sähen die Analysten vor allem durch die Stromliberalisierung und den Trend zur umweltschonenden Energiegewinnung (Wasserkraft und Gaskombi-Kraftwerke). Nach drei operativen Verlustjahren und einer hohen Finanzverschuldung gestalte sich der Weg zu adäquaten Ergebnissen aber steinig.

Das Geschäftsjahr 2001 sei von umfangreichen Umstrukturierungen im Konzern geprägt gewesen. Der Verkauf der Voestalpine Anteile, 80 % der MCE und 100 % der TMS (geschätzer Tranaktionsgewinn mehr als Euro 20 Mio.) habe Einmalgewinne von über Euro 100 Mio. eingespielt. Der Großteil dieser Einmalerlöse werde jedoch in der Restrukturierung der Metallurgie aufgehen, weshalb die Analysten lediglich von einem Jahresergebnis von Euro 29,5 Mio. bzw. einem Gewinn je Aktie von Euro 2 ausgingen.

Für 2002 erwarteten die Analysten ausgehend von der guten Auftragslage in den Bereichen Hydraulische Energieerzeugung, Energieübertragung und -verteilung einen Umsatzzuwachs von 3,1 %. Obwohl der Wandel zur energiefokussierten Gruppe beendet sei, werde auch 2002 die Ertragslage noch wesentlich von den absehbaren Verlusten der Metallurgie von Euro 20 Mio. beeinflusst sein. Erst mit der Rückkehr der Metallurgie in die Gewinnzone, die für 2003 eingeplant sei, sähen die Analysten wieder tragfähige Gewinne.

Ausgehend vom Kurs-Gewinn-Verhältnis und dem Kurs-EBITDA-Verhältnis (EBITDA = Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) für 2003 zeige sich die Aktie fair bewertet. Nach drei operativen Verlustjahren sähen die Analysten das Vertrauensdefizit noch als zu groß an, um Bewertungsniveaus im oder über dem Branchenschnitt erreichen zu können. Der Umbau zur energiefokussierten Gruppe mit geringer Zyklizität und höherem Wachstumspotenzial habe die Attraktivität für Investoren auf jeden Fall erhöht. Die relevanten Ertragszahlen würden aufgrund der Metallurgie-Verluste sowie des hohen Finanzierungsaufwandes aber erst ab 2003 den erfolgreichen Umbau nachvollziehen.

Da sich auch aus den Bewertungszahlen für 2003 keine wesentliche Unterbewertung ableite, halten die Analysten der RZB ihre Empfehlung "Neutral" aufrecht.



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