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Analysen - Nebenwerte
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29.05.2008
Deutsche Wohnen halten
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Frank Neumann, stuft die Deutsche Wohnen-Aktie (ISIN DE0006283302/ WKN 628330) weiterhin mit "halten" ein.
Die Deutsche Wohnen habe am 29. Mai 2008 die Zahlen für das erste Quartal 2008 bekannt gegeben; diese seien wie folgt ausgefallen: Umsatz: 74,0 Mio. EUR (Vj.: 29,2 Mio. EUR), EBIT: 31,3 Mio. EUR (Vj.: 9,2 Mio. EUR), Finanzergebnis: -54,5 Mio. EUR (Vj.: -7,9 Mio. EUR), Konzernüberschuss: -22,7 Mio. EUR (Vj.: 0,3 Mio. EUR) und FFO (Funds from operations) je Aktie: 0,22 EUR (Vj.: 0,17 EUR).
Die Deutsche Wohnen habe im ersten Quartal besser als von den Analysten erwartet abgeschnitten. Vor allem die Kaltmieten je Quadratmeter der Wohneinheiten hätten 2,5% gegenüber dem Jahresanfang angehoben werden können. Für das Gesamtjahr habe das Unternehmen bei früheren Aussagen ein Wachstum von 2,9% in Aussicht gestellt. Nun rechne das Management mit 4,5% Wachstum. Hintergrund dieser Verbesserung seien vor allem höhere Mieten bei Neuvermietungen und Zukäufe von Beständen mit höheren Mieten. Zudem seien im ersten Quartal 189 Wohneinheiten verkauft worden, davon seien bereits 70 buchhalterisch ins erste Quartal eingegangen.
Das wirklich überraschende in diesem Zusammenhang sei die Marge, die beim Verkauf habe erzielt werden können. In der Vergangenheit habe das Management mehrfach betont, dass hier keine positiven Beiträge verzeichnet werden sollten und ein Verkauf nur zu Buchwerten zu erwarten sei. Insgesamt habe das Unternehmen aber Verkaufserlöse generiert, die 30% über dem buchhalterischen Wert gelegen hätten. Damit habe ein EBIT über den Erwartungen der Analysten erzielt werden können.
Dass der Konzernüberschuss dennoch negativ ausgefallen sei, sei vor allem den nicht cash-wirksamen Verlusten aus Zinsswaps geschuldet. Diese würden das Vorsteuerergebnis mit 24,0 Mio. EUR belasten. Die Analysten würden in den folgenden Quartalen von einer Gegenbewegung ausgehen.
Zudem sollte im Jahr 2008 die Reorganisation des Unternehmens weiter vorangebracht bzw. in weiten Bereichen bereits abgeschlossen werden. So sei die Neustrukturierung in Berlin laut Unternehmensangaben weitestgehend abgeschlossen, in den westlichen Niederlassungen sollte eine Strukturierung dagegen noch einige Monate benötigen (wahrscheinlich bis Juli 2008).
Die Umstrukturierung der Muttergesellschaft stehe auf der einen Seite, auf der anderen dagegen der Umgang mit den Tochterunternehmen (Altersheime und Kabelanbieter). Das Management prüfe bei beiden Gesellschaften aktuell verschiedene Optionen. In der Vergangenheit sei ein Verkauf für beide Gesellschaften immer wieder als eine wahrscheinliche Variante genannt worden. In den kommenden Monaten sollte hier weiterer Newsflow zu erwarten sein.
Insgesamt würden die Analysten die Restrukturierung der Deutsche Wohnen auf einem guten Weg sehen, was sich in den operativen Zahlen widerspiegele. Nur die Zinssicherungsinstrumente hätten dieses Quartal das Ergebnis negativ beeinflusst. Insgesamt würden die Analysten ihre Ergebniserwartungen für die Gesellschaft für die kommenden beiden Jahre leicht anheben. Zur Kursfindung würden sie ihr Dividendenmodell sowie ihren Peer-Group-Vergleich bemühen und auf einen fairen Wert je Aktie von 17,00 EUR kommen.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe behalten damit ihr Anlageurteil "halten" für die Deutsche Wohnen-Aktie bei. Mittelfristig, wenn die Strukturierung weiter erfolgreich verlaufen sollte und sich das Sentiment gegenüber Immobilienaktien verbessert habe, sollte diese Aktie einiges an Potenzial aufweisen. Das Kursziel werde von 20 auf 17 EUR reduziert. (Analyse vom 29.05.2008) (29.05.2008/ac/a/nw)
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