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Analysen - DAX 100
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13.05.2008
MLP halten
Bankhaus Lampe
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Sebastian Hein, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von MLP (ISIN DE0006569908/ WKN 656990) von "verkaufen" auf "halten" herauf.
Am 7. Mai habe MLP die Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2008 veröffentlicht. Diese würden sich wie folgt darstellen: Der Gesamtertrag habe 158,2 Mio. Euro (Konsens dpa: 158,2 Mio. Euro, BHL: 153,5 Mio. Euro, Vj.: 145,6 Mio. Euro), das EBIT 23,2 Mio. Euro (Konsens dpa: 18,3 Mio. Euro, BHL: 20,7 Mio. Euro, Vj.: 19,8 Mio. Euro) betragen. Die EBIT-Marge habe damit bei 14,7% (Vj.: 13,6%), der Konzernüberschuss bei 6,8 Mio. Euro (Konsens dpa: 12,5 Mio. Euro, BHL: 12,8 Mio. Euro, Vj.: 10,2 Mio. Euro) gelegen.
Der im Vergleich zum Vorjahr geringere Überschuss in den fortzuführenden Geschäftsbereichen sei auf die unerwartet hohe Dividendenausschüttung an die Minderheitsaktionäre der Feri Finance AG zurückzuführen. Infolgedessen habe sich das Finanzergebnis angabegemäß um rund 7,8 Mio. Euro vermindert. Da die Dividendenzahlung nicht steuerlich abzugsfähig sei, habe sich gleichzeitig die Steuerquote einmalig erhöht. MLP halte 56,6% an Feri und werde die restlichen Anteile 2011 übernehmen. Die Option zum Erwerb der übrigen 43,4% an Feri sei im Oktober letzten Jahres bereits ausgeübt worden.
Nach der abgeschlossenen Verschmelzung der MLP Finanzdienstleistungen AG auf die MLP Bank AG weise MLP die Gewinn- und Verlustrechnung in einer neuen Struktur aus. Dabei würden sich die Umsatzerlöse aus Provisionserlösen und Erlösen aus dem Zinsgeschäft zusammensetzen. Im ersten Quartal habe MLP die Provisionserlöse um 9% auf 141,0 Mio. Euro (Vj.: 129,3 Mio. Euro) ausgebaut. Den größten Anteil habe die Sparte Altersvorsorge beigetragen, die um 44% auf 89,2 Mio. Euro (Vj.: 61,8 Mio. Euro) zugelegt habe. Die vermittelte Beitragssumme habe sich von 0,9 Mrd. Euro auf 1,9 Mrd. Euro erhöht. Zum Jahreswechsel sei die letzte Stufe bei der Förderung der Riester-Rente in Kraft getreten. Die förderfähige Einzahlung sei entsprechend von 1.575 Euro auf 2.100 Euro angehoben worden. Die Erlöse aus dem Zinsgeschäft hätten mit 10,0 Mio. Euro ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert von 7,7 Mio. Euro gelegen.
Im ersten Quartal habe MLP angabegemäß insgesamt 9.000 Neukunden gewonnen. Die Gesamtkundenzahl sei auf 724.000 gestiegen. Wie schon in den vergangenen Auftaktquartalen sei die Beraterzahl leicht auf 2.602 (Jahresende 2007: 2.613) zurückgegangen. Die Beraterzahl enttäuscht die Analysten vom Bankhaus Lampe weiterhin und bleibt auch hinter den von MLP selbst gesteckten Zielen deutlich zurück (Ende 2007 sollte bereits die Zahl von 2.750 Beratern erreicht werden). Zu berücksichtigen sei zudem, dass durch die Übernahme von TPC 35 neue Berater integriert worden seien.
Für das Gesamtjahr erwarte MLP trotz der VVG-Reform weiterhin einen Anstieg des Gesamtertrags über das Niveau des Jahres 2007 hinaus. Hier seien 637,1 Mio. Euro erlöst worden. Gleichzeitig erwarte der Konzern eine EBIT-Marge, die leicht rückläufig sein sollte, aber nicht unter das Niveau des Geschäftsjahres 2006 sinken sollte. Demzufolge sollte sich die EBIT-Marge in 2008 zwischen 16,2% und 17,3% einpendeln. Man rechne im aktuellen Umfeld mit einer Marge von 16,3%, welche demnach am unteren Ende der oben genannten Spanne liegen sollte. Das Ergebnis werde im Wesentlichen durch Kosten im Zuge der neuen Regularien (MiFID, VVG) belastet werden. Es würden beispielsweise Aufwendungen für EDV-Umstellungen und Mitarbeiterschulungen anfallen. Für die Folgejahre rechne MLP dann wieder mit einer Verbesserung der Marge.
MLP strebe eine Erhöhung der Beraterzahl auf Gesamtjahresbasis an. Der Konzern plane zudem die Eröffnung sieben neuer Geschäftsstellen. MLP verstärke nicht zuletzt seine Vertriebskraft, indem einzelne Kompetenzzentren implementiert würden.
Aus der Sicht der Analysten vom Bankhaus Lampe sind die Zahlen für das erste Quartal 2008 gut ausgefallen. Dies beziehe sich insbesondere auf das operative Ergebnis (EBIT), welches von der dynamischen Entwicklung im Bereich der Altersvorsorge profitiere. MLP begegne den regulatorischen Herausforderungen, indem umfangreiche Mitarbeiterschulungen durchgeführt und die EDV-Systeme angepasst worden seien. MLP werde allerdings durch das regulatorische Umfeld belastet. Dies werde sich entsprechend in den Erträgen niederschlagen. Die Q1-Ergebnisse haben nach Meinung der Analysten vom Bankhaus Lampe aber gezeigt, dass das operative Geschäft in line ist. Wachstumslimitierend würden sich allerdings die Schwierigkeiten im Recruiting von Beratern auswirken. Hier müsse MLP zulegen, um das Unternehmen auf Wachstumskurs zu halten.
Nach Einschätzung der Analysten vom Bankhaus Lampe wird auch in den kommenden Wochen das Thema Übernahmespekulationen den Kurs stützen. Angesichts guter operativer Ergebnisse in Q1 würden sie auch fundamental eine höhere Bewertung für gerechtfertigt halten. Die Wachstumspotenziale seien allerdings zunächst begrenzt, da die regulatorischen Änderungen belastend wirken würden.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe haben ihre Modelle angepasst und stufen die MLP-Aktie von "verkaufen" auf "halten" hoch. Den fairen Wert für die Aktie sehe man bei 11,50 Euro. Das Kursziel werde von 9,00 Euro auf 11,50 Euro angehoben. (Analyse vom 13.05.2008) (13.05.2008/ac/a/d)
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