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Analysen - Ausland
22.01.2002
ImClone Systems halten
Aktienservice Research

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Die Analysten von Aktienservice Research empfehlen derzeit dem Anleger die Aktien von ImClone Systems (WKN 883074) zu halten.

Seit geraumer Zeit weise Aktienservice Research daraufhin, dass Biotech-Investments in Einzelwerte hohen Risiken unterliegen und somit einer hohen Portfoliodiversifikation bedürfen würden. Bestes Beispiel hierfür sei der jüngste Kurssturz bei ImClone Systems, einem biopharmazeutischen Medikamentenentwickler, bei dem sich die Zulassung eines Medikamentes in letzter Minute verzögert habe und nun zunehmend gänzlich in Gefahr geraten sei. So habe ImClone, auf Krebstherapeutika spezialisiert, Millionen US-Dollar für Forschung und Entwicklung aufgewendet, um ein Präparat zur Marktreife zu führen. Gelinge dies nicht, könnten die Forschungskosten nicht mehr amortisiert werden.

Dieses Risiko bestehe bei dem Blockbuster-Kandidaten Erbitux, einem Krebstherapeutikum der Wachstumsfaktor-Inhibitoren-Gruppe – d.h. Erbitux blockiere das Wachstum bzw. die Teilung der Krebszellen. Erbitux sei ein Antikörper gegen den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR), der bei Patienten mit kolorektalem Karzinom geprüft werde. Die klinischen Studien seien sehr erfolgreich verlaufen. So hätten Dickdarmkrebspatienten bereits nach kurzer Verabreichungsdauer eine durchschnittliche Abnahme der Tumormasse um knapp 30 Prozent aufgewiesen. ImClone habe vor kurzem mit dem Vertrag mit Bristol Myers Squibb (BMS), einen der größten Deals zwischen einem Biotech-Unternehmen und einem pharmazeutischen Unternehmen abgeschlossen. Dieses Geschäft im Wert von einer Milliarde US-Dollar sei ein Zeichen für das Vertrauen von BMS in das Präparat Erbitux gewesen.

Ungeachtet aller positiven Faktoren sei vor wenigen Wochen dann die Ernüchterung gekommen – der Zulassungsantrag sei von der FDA auf Grund fehlender Daten im Zulassungsantrag zunächst zurückgewiesen worden. Erbitux sei vorwiegend für Patienten konzipiert, die auf andere Heilmittel nicht mehr anspringen würden. Kurioserweise habe das Unternehmen "vergessen", just dies bei den Testpersonen zu dokumentieren. So gelte die Wirksamkeit von Erbitux ohne die Beweisführung, dass der Patient auf Alternativen nicht mehr anspreche als nicht belegbar, da es in Kombination mit einem anderen Präparat verabreicht werde.

Nun gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder reiche die umfassendere Darlegung der Patientendaten aus, um diesen Punkt auszuräumen, oder es würden weitere klinische Studien benötigt. Im ersten Fall sei lediglich eine Zulassungsverzögerung zu befürchten, im zweiten Fall müssten erneut hohe Kosten zur Durchführung weiterer Testreihen aufgewendet werden, deren Erfolg noch unklar sei. Aktienservice Research gehe davon aus, dass neue Testserien erforderlich seien. Vor diesem Hintergrund befürchte Aktienservice Research, dass sich die Zulassung von Erbitux, so sie denn überhaupt erfolge, um mindestens zwölf Monate verzögern werde.

Den jüngsten Kursverfall von 74 US-Dollar auf 21 US-Dollar binnen sieben Wochen halte Aktienservice Research daher für gerechtfertigt. Aktienservice Research sehe im Biotech-Bereich vielversprechende Alternativen. Anleger sollten sich nicht vom starken Kursverfall des Papiers zu einem Neueinstieg animieren lassen. Technische Erholungen würden bei Biotech-Aktien weniger im Vordergrund stehen, vielmehr sollte die weitere Argumentation der FED und des Unternehmens bezüglich Erbitux verfolgt werden. In Anbetracht der Zulassungsverzögerung, müssten sämtliche Finanzplanungen für 2002 revidiert werden. Eine sinnvolle Finanzprognose sei derzeit daher nicht zu erstellen.

Nach dem starken Kursverfall von 70 Prozent halten die Analysten von Aktienservice Research Verkäufe nicht mehr für sinnvoll. Die Analysten von Aktienservice Research stufen das Papier auf "halten".



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