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Analysen - Ausland
18.01.2002
RHI "underperform"
Erste Bank

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Die Analysten vom Bankhaus Erste Bank stufen die Aktien von RHI (WKN 874182) mit "underperform" ein.

Am Dienstag habe das neue Management der RHI Gruppe ein Sanierungs- und Maßnahmenpaket für den in die Schieflage geratenen Konzern präsentiert. Mit dem Konzept solle eine wirtschaftliche, bilanzielle und finanzielle Sanierung des Konzern erreicht werden. Aufgrund der massiv angewachsenen Klagenflut und der zusätzlichen Belastungen im Zusammenhang mit Asbestschadenersatz in der US Division habe des Management von RHI entschieden, die Finanzierung der US Division (NARCO, GIT/Harbison-Walker) komplett einzustellen. Es würden alle Gesellschaften zum Verkauf angeboten. Das in den USA ansässige Management trage somit die alleinige Verantwortung für die Weiterführung, Finanzierung und Restrukturierung dieser Unternehmen.

Beim RHI Konzern erfolge die Entkonsolidierung aller betroffenen Unternehmen per 31.12.2001. Mit der kompletten Abtrennung der US Division fielen bei RHI außerordentlich hohe Wertberichtungskosten an, die im Jahr 2001 zu einem Jahresverlust von etwa 870 Mio. Euro führen würden. Der hohe Verlust werde eine vollständige Aufzehrung des Konzerneigenkapitals bewirken. Aufgrund der dramatischen Situation in den USA und der Gefahr, dass die Asbestklagenproblematik auch auf die Unternehmen außerhalb der USA überspringen könnten, sei nach Meinung der Analysten die Abtrennung des US Bereichs die richtige Entscheidung gewesen

Um aber auch einen bilanziellen und wirtschaftlichen Fortbestand zu sichern, sei mit den Kernbanken ein umfassendes Programm zur Kapitalrestrukturierung vereinbart worden. Das Konzept diene der langfristigen Absicherung der Finanzierung von RHI. Wesentliche Kernpunkte seien die Wandlung von 400 Mio. Euro Bankverbindlichkeiten in ein nachrangiges, zins- und tilgungsfreies Mezzaninkapital für 5 Jahre, die Begebung einer nachrangigen Wandelanleihe von 144 Mio. Euro sowie die Aushandlung von neuen Kreditkonditionen für die verbleibenden Bankverbindlichkeiten. Mit dem Mezzaninkapital könnten somit die bestehenden Bankverbindlichkeiten von rund 1,1 Mrd. Euro auf rund 700 Mio. Euro heruntergedrückt werden. Diese Maßnahmen solle in den kommenden Geschäftsjahren zu einer deutlichen Entlastung im Finanzbereich führen.

Mit der Abtrennung der US Unternehmen sei ein Umsatzwegfall von rund 400 bis 450 Mio. Euro zu erwarten. Der Weltmarktanteil von RHI sinke somit von rund 15% auf rund 11%. Laut Managementangaben habe der operative Verlust der Feuerfest US-Division im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 um die 50 Mio. Euro betragen. Die durchschnittliche EBIT Margen der Europa/Asien/Südamerika Division liege hingegen bei rund 5,5%. Bei einem weiterhin stabilen Geschäftsverlauf im verbleibenden Feuerfestgeschäft einhergehend mit der Entlastung im Zinsbereich sollte RHI im laufenden Geschäftsjahr wieder die Gewinnzone erreichen. Da das neue RHI Management mit den Sanierungsmaßnahmen erst am Anfang stehe, sei die Entwicklung in den kommenden Monaten genau zu beobachten.

Die Analysten vom Bankhaus Erste Bank behalten ihre "underperform"-Empfehlung bei.



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