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Analysen - Ausland
15.01.2002
Endesa untergewichten
Helaba Trust

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Die Analysten der Helaba Trust raten die Aktie Endesa S.A. (WKN 871028) unterzugewichten.

Mit einer Stromproduktion von knapp 100 TWh habe der spanische Versorgungskonzern 2000 hinter EDF, Ene1 und RWE auf Platz vier der europäischen Liga gelegen. Die Spanier hätten 1999 die Kontrolle über Enersis, den größten privaten Energieanbieter in Mittel- und Südamerika, erworben. Mit diesem Engagement würden u.a. Beteiligungen in Argentinien, Brasilien, Chile, Peru und Venezuela gehalten. Zudem sei Endesa an der Telefongesellschaft Auna beteiligt, dem Hauptkonkurrenten von Telefonica in Spanien. Eine B2B-Plattform mit Commerce One ("Endesa Marktplatz") sowie eine Beteiligung an dem "Powerline"-Unternehmen DS2 würden das Endesa-Portfolio abrunden.

Aufgrund des staatlichen Einfrierens der Energiepreise würden die Belastungen in dieser Region trotz einer weitgehend stabilen Stromnachfrage voraussichtlich auch im Gesamtjahr 2002 anhalten. So sollten die weiteren Kostensenkungsmaßnahmen angesichts des offiziellen Entlassungsverbots voraussichtlich nicht in vollem Umfang realisiert werden. Zudem bestehe weiterhin die Gefahr einer möglichen Ausweitung der Krise auf benachbarte Länder. Insbesondere eine Abwertung in Brasilien (EBIT- Anteil: rund 6%) und Chile (ca. 14%) hätte deutliche Ergebniskorrekturen zur Folge. Von neuen Investitionen in Südamerika dürfte die Gesellschaft hingegen kurzfristig absehen.

Zwar würden sich durch die geplante Bildung eines gemeinsamen iberischen Strommarktes zwischen Portugal und Spanien ab 2003 die heimischen Wachstumsperspektiven verbessern. Angesichts der Krise in Lateinamerika sollten jedoch die Ziele der Spanier, das EPS von 2001 bis 2005 um mindestens durchschnittlich 10% p.a. zu steigern, in weite Feme rücken. Darüber hinaus würden die Analysten in Anbetracht der hohen Nettoverschuldung künftig mit keinen externen Wachstumsschüben rechnen. Vor diesem Hintergrund erwarte man trotz der optisch günstigen Bewertung weiterhin eine unterdurchschnittliche Performance der Endesa-Aktie.

Trotz frühzeitig getroffener Vorkehrungen (Verkauf des Stromhändlers Edenor, Umsetzung von Kostensparmaßnahmen) dürfte sich Endesa den derzeitigen Schwierigkeiten in Argentinien (EBIT- Anteil: ca. 9%) nicht entziehen können. Zwar seien die Währungsverluste in Südamerika in 2001 bislang durch die Auflösung von Rückstellungen kompensiert worden. Die jüngste Abwertung des argentinischen Peso verbunden mit der Umstellung der Stromtarife von US-Dollar auf die heimische Währung sollte jedoch infolge der mittlerweile aufgebrauchten Reserven negativ auf die Ergebnisse durchschlagen. Die Analysten würden daher ihre Gewinnschätzung für das Gesamtjahr 2001 um weitere 30 Mio. Euro reduzieren.

Die Empfehlung der Analysten der Helaba Trust für die Endesa-Aktie lautet "untergewichten".



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