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Analysen - Ausland
15.01.2002
Suez untergewichten
Helaba Trust

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Die Analysten der Helaba Trust empfehlen die Aktie Suez (WKN 852491) unterzugewichten.

Der französische Konzern kämpfe mit RWE und Vivendi Environnement um die Vorherrschaft im internationalen Wassergeschäft. Derzeit würden die Franzosen weltweit über 115 Mio. Menschen in diesem Geschäftsfeld versorgen. Mit der Aufstockung an United Water Resources sowie der Übernahme von Calgon und Nalco sei Suez auch im US-Wassergeschäft in die Offensive gegangen. Daneben würden die Franzosen die Aktivitäten Energie (Tractebel), Entsorgung (Sita) sowie Kommunikation betreiben. Der Ausbau der Kommunikationssparte sei durch den Rückzug aus Frankreichs Ausschreibung für die UMTS-Lizenzen gestoppt worden. Angesichts des geringen Engagements in diesem Segment sei mittelfristig ein Verkauf dieser Sparte zu erwarten.

Vor diesem Hintergrund haben die Analysten der Helaba Trust ihre Prognosen leicht nach unten angepasst. Eine weitere Ergebnisrevision habe der Bilanzierungswechsel der Fortis-Beteiligung nach sich gezogen. Die Franzosen würden die neue Gruppe (Fortis Belgien und Niederlande) nach der Einführung der Einheitsaktie fortan als Finanzinvestment ausweisen (vorher at Equity). Statt einer Wertfortschreibung der Fortis-Beteiligung könne Suez in Zukunft aufgrund der verminderten Beteiligungsquote von nunmehr rund 11,4% nur noch deutlich geringere Dividendeneinkünfte aus diesem Investment erfolgswirksam realisieren.

Neben verminderten Aussichten in Argentinien dürfte Suez künftig auch in Belgien über die Stromtochter Electrabel angesichts der fortschreitenden Liberalisierung im Energiegeschäft unter Margendruck leiden. Gleichzeitig sollte die hohe Nettoverschuldung externe Wachstumssprünge einschränken. Daneben erwarte man kurzfristig keine Abgaben von "Non- Core"-Bereichen. Dieser Schritt hätte jedoch die Reduzierung des aktuellen Mischkonzernabschlags zur Folge. Zudem erscheine die Aktie zum direkten Konkurrenten RWE (EV/EBITDA 2003e: 2,7) deutlich überbewertet. Insgesamt würden die Analysten daher weiterhin eine unterdurchschnittliche Entwicklung des Suez- Titels erwarten (Kursziel: 29 Euro).
Die derzeitige Krise in Argentinien dürfte trotz eingeleiteter Kostensenkungsmaßnahmen sowie Rückführung von Investitionen nicht spurlos an Suez (Umsatzanteil Argentinien: rund 3%, Anteil Capital Employed: 4%) vorübergehen. Insbesondere der Wasserbereich werde im Zuge der Umstellung der Tarife von US-Dollar auf die heimische Währung voraussichtlich deutliche Einbußen erleiden. Zudem sei der bislang geltende Ausgleichsmechanismus, die Preise zum Ausgleich eventueller Währungsverluste nach oben anzupassen, vorübergehend ausgesetzt. Auch die Fortsetzung des geplanten Mitarbeiterabbaus dürfte angesichts entsprechender gesetzlicher Verbote vorerst blockiert sein.

Die Empfehlung der Analysten der Helaba Trust für die Aktie Suez lautet "untergewichten".



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