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Analysen - Nebenwerte
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19.03.2008
LUDWIG BECK halten
GSC Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von GSC Research, Klaus Kränzle, rät unverändert zum Halten der LUDWIG BECK-Aktie (ISIN DE0005199905/ WKN 519990).
LUDWIG BECK habe am 14. März seine Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr 2007 veröffentlicht, das von umfangreichen Bauarbeiten am Stammsitz Marienplatz gekennzeichnet gewesen sei. Vor diesem Hintergrund sei der Netto-Umsatz (ohne Mehrwertsteuer) plangemäß auf 87,0 (Vorjahr: 87,4) leicht zurückgegangen. Flächenbereinigt habe LUDWIG BECK beim Bruttoumsatz (inklusive Mehrwertsteuer) allerdings einen Zuwachs von 3,2 Prozent ausgewiesen, was die gute Positionierung des Hauses im lokalen Markt unterstreiche. Zudem sei es LUDWIG BECK damit erneut gelungen, sich von der schwierigen Branchenkonjunktur des Textileinzelhandels abzukoppeln, der für 2007 lediglich ein bescheidenes Umsatzplus von einem Prozent vermeldet habe.
Auf Ergebnisebene habe LUDWIG BECK trotz der Umsatzstagnation dank der Konzentration auf höherwertige Sortimente Zuwächse vermelden können. Das operative Ergebnis (EBIT) habe um 6 Prozent auf 7,2 (6,8) Mio. Euro zugelegt, was eine erfreuliche Margensteigerung auf 8,2 (7,7) Prozent des Nettoumsatzes zur Folge gehabt habe. Der Jahresüberschuss nach Steuern und Anteilen Dritter habe sich durch einen positiven Steuereffekt im Zuge der Unternehmenssteuerreform bei einem konstanten Finanzergebnis auf 2,6 (1,4) nahezu verdoppelt. Das Ergebnis je Aktie habe sich im Zuge dieser Entwicklung bei 0,76 Euro eingestellt, wovon die Analysten circa 25 Cent auf den genannten Steuereffekt zurückführen würden.
Insgesamt würden die Analysten die Zahlen als sehr erfreulich werten. Zwar sei der Umsatz im Zuge der von außen schwer einschätzbaren Auswirkungen der Umbaumaßnahmen am Stammsitz etwas niedriger als von den Analysten geschätzt ausgefallen, auf Ertragsebene habe das Münchener Untenehmen im Vergleich zu den Prognosen der Analysten hingegen praktisch eine Punktlandung hingelegt.
Ein kleiner Wermutstropfen habe aus der Sicht der Analysten lediglich der Dividendenvorschlag dargestellt, der mit 0,30 Euro je Aktie zwar eine Steigerung um die Hälfte vorsehe, damit aber dennoch um 5 Cent unter dem Ansatz der Analysten bleibe.
Für das laufende Geschäftsjahr hätten die Analysten mehrere gegensätzlich wirkende Maßnahmen in ihre Schätzung eingearbeitet. Zum einen hätten sie Stilllegung der Multilabel-Filiale "pep" im Perlacher Einkaufszentrum per 31.12.2007 berücksichtigt, auf der anderen Seite erhöhe die im zweiten Halbjahr in Betrieb gehende Erweiterung der Verkaufsfläche im fünften Geschoss um circa 800 qm Verkaufsfläche das Umsatzpotenzial von LUDWIG BECK. Für 2008 halte das Management daher einen Umsatz von gut 90 Mio. Euro für erreichbar, weshalb die Analysten ihre Schätzung bei 91,5 Mio. Euro unverändert belassen würden.
Auf der Ergebnisebene sollten sich die im abgelaufenen Geschäftsjahr getätigten Investitionen in eine Aufwertung der Verkaufsflächen überproportional bemerkbar machen, so dass die Analysten momentan ein Übertreffen der vom Vorstand veröffentlichten EBIT-Prognose in Höhe von 8,0 Mio. Euro für möglich halten und ihre Schätzung mit 8,5 Mio. Euro bestätigen würden.
Im Zuge des Wegfalls des steuerlichen Sondereffektes aus dem Vorjahr werde zwar der Jahresüberschuss nach Steuern und Anteilen Dritter mathematisch bei 2,6 Mio. Euro stagnieren und im Zuge der erhöhten Anzahl an Anteilsscheinen auf Ebene des Ergebnisses je Aktie sogar auf 0,71 Euro zurückgehen. Bei Bereinigung um den Steuereffekt ergäbe sich jedoch ein knapp vierzigprozentiger Zuwachs gegenüber dem bereinigten EPS in Höhe von 0,51 Euro je Aktie.
Sowohl für 2008 als auch für 2009 erwarte man eine Fortsetzung der aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik von LUDWIG BECK, die beim aktuellen Kurs Renditen von circa 3 Prozent bedeuten würde.
Die Analysten hätten ihre Peer Group aus deutschen Einzelhandelsunternehmen (Bijou Brigitte, Douglas, Fielmann, Hawesko, Hornbach-Baumarkt, Karstadt, METRO und Praktiker) als vergleichbaren Firmen an der Börse gebildet. Auf Basis ihrer Gewinnschätzung von 0,71 Euro je Aktie und eines durchschnittlichen 2008er KGVs der Peer Group von 13,2 (bisher 14,1) sowie eines Abschlags von 15 Prozent aufgrund der gegenüber dem Großteil der Peer-Group-Unternehmen deutlich geringeren Größe würden die Analysten zu einem fairen Wert von 7,90 (8,45) Euro für die LUDWIG BECK-Aktie kommen.
Wegen der stetigen Cashflow-Einnahmen hätten sich die Analysten zusätzlich für die Bewertung anhand eines DCF-Modells entschieden. Ihre Berechnung (Ausgangs-Cashflow 4,9 Mio. EUR, Abzinsungszinssatz 6,39%, ewiges Wachstum 0%, Beta 1,0) ergebe unter den getroffenen Annahmen einen fairen Wert von 19,84 (19,22) Euro. Der Anstieg dieses Zwischenergebnisses resultiere aus dem gesunkenen Zinsniveau und der zurückgegangen Nettoverschuldung.
Als fairen Wert der Aktie lege man den Mittelwert aus Peer-Group- und DCF-Bewertung zugrunde. Damit bilde man einerseits die Abhängigkeit vom deutschen Einzelhandel und Konsumklima ab, trage auf der anderen Seite aber auch der Fähigkeit von LUDWIG BECK Rechnung, am exklusiven Hauptstandort hohe Margen zu generieren. Der gewichtete Fair Value der Analysten aus Peer Group und DCF-Modell betrage somit 13,87 (13,71) Euro, so dass die Analysten ihr Kursziel nach einer Rundung somit unverändert bei 13,80 Euro belassen würden.
Der niedrigere Wert aus dem Peer-Group-Vergleich im Zuge des Kursrückgangs einiger Vergleichsfirmen werde durch den höheren Fair Value aus dem DCF-Modell kompensiert, wodurch sich die genannten Effekte unter dem Strich ausgleichen würden.
LUDWIG BECK blicke auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Dieses habe trotz der wegen des Umbaus des Stammhauses erwartungsgemäß nur stagnierenden Umsätze einen klaren Ertragszuwachs gebracht, der aufgrund eines Steuereffektes unter dem Strich sogar recht deutlich ausgefallen sei. Insgesamt hätten die vorgelegten Zahlen die Erwartungen der Analysten erfüllt. Im Geschäftsjahr 2008 sollte LUDWIG BECK von den angesprochenen Vorleistungen profitieren und werde nach Einschätzung der Analysten trotz des wegfallenden positiven steuerlichen Sondereffektes an das Ertragsniveau letzten Jahres anknüpfen können.
Leider sei die vor dem Hintergrund der schwierigen Lage im deutschen Textileinzelhandel beachtenswerte Marktstellung im derzeitigen Kursniveau bereits eingepreist. Mit einem KGV von 18,1 für das laufende Geschäftsjahr bewege sich die Bewertung der Aktie weiter am oberen Rand des für Handels- und Konsumwerte üblichen Rahmens und trage der Geschäftsentwicklung adäquat Rechnung. Auf der anderen Seite sehe man bei anhaltend positiver Entwicklung auch das Rückschlagspotenzial als begrenzt an.
Die Aktie der LUDWIG BECK AG sei für die Analysten aus den geschilderten Gründen daher weiterhin eine Halteposition und habe sich auch im schlechten Börsenklima der letzten Monate durch ihre relative Stärke positiv vom Umfeld abgehoben.
Daher bestätigen die Analysten von GSC Research an dieser Stelle ihr Anlageurteil "halten" für die LUDWIG BECK-Aktie mit einem unveränderten Kursziel von 13,80 Euro. (Analyse vom 19.03.2008) (19.03.2008/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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