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Analysen - Ausland
20.03.2008
Intercell bei größeren Rücksetzern kaufenswert
TradeCentre.de

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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Nach Meinung der Experten von "TradeCentre.de" ist die Aktie von Intercell (ISIN AT0000612601/ WKN A0D8HW) bei größeren Rücksetzern kaufenswert.

Das Wiener Biotechunternehmen mit Fokus auf die Entwicklung von modernen prophylaktischen und therapeutischen Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten habe das Jahr 2007 mit großem Erfolg abschließen können. Der Umsatz sei um knapp 130 Prozent auf 53,3 Millionen Euro nach oben geschnellt. Der Löwenanteil der Erlöse sei durch Kooperationen und Lizenzvereinbarungen eingefahren worden. Nach einem Verlust in 2006 von rund 16 Millionen Euro habe in 2007 ein Gewinn von fünf Millionen Euro in der Kasse geklingelt.

Wie der Vorstandschef, Gerd Zettlmeissl, im Gespräch mit "TradeCentre.de" erläutert, ist es das Ziel nachhaltig profitabel zu wirtschaften aber noch nicht den Profit zu maximieren. "Unser Fokus liegt zunächst darin, unsere Pipeline weiter zu stärken und Innovationen weiter voranzutreiben", sage Zettlmeissl.

Das Unternehmen erwarte im Sommer die Zulassung des Impfstoffes gegen Japanische Enzephalitis von der US-Behörde FDA. Kurze Zeit später erwarte der CEO auch die Zulassung für den europäischen Markt. Vertriebspartner sei bei diesem Impfstoff die Schweizer Novartis. "Der Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis ist unsere Lokomotive, die den Zug fährt", sage Zettlmeissl. "Wir können unsere Forschung und Entwicklung aus dem laufenden Cashflow finanzieren und müssen dafür nicht auf unsere liquiden Mittel zurückgreifen".

Per Ende Dezember würden knapp 300 Millionen Euro in der Kasse schlummern. Sobald die Wiener das Okay der Behörden in den USA für den Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis erhalten würden, überweise Novartis rund 20 Millionen Euro an Meilensteinzahlungen. Anschließend erhalte Intercell prozentuale Erlöse aus den Produktverkäufen.

Eine Kooperation zwischen der US-Armee und den Österreichern zur langfristigen Versorgung mit dem Impfstoff sei geplant, sobald die Genehmigung des FDA-Zulassungsantrags auf dem Tisch liege. "Aus dieser Kooperation könnten wir in 2009 Erlöse zwischen 15 Millionen Euro und 20 Millionen Euro erzielen und auf Sicht von zwei bis drei Jahren Einnahmen zwischen 25 Millionen Euro und 30 Millionen Euro pro Jahr", erkläre Zettlmeissl. Der Japanische Enzephalitis-Impfstoff habe laut Intercell ein Potenzial von bis zu 350 Millionen Euro pro Jahr.

Neben diesem Produkt habe das Unternehmen noch eine prall gefüllte Pipeline mit Impfstoffen, die ein Potenzial von mehreren Milliarden Euro bergen würden. So befänden sich beispielsweise zwei Substanzen im Bereich Hospitalinfektionen in der klinischen Phase II/III. "Die Entwicklung vor allem beim Impfstoff Staphylococcus aureus mit unserem Partner Merck & Co. läuft sehr erfreulich. Es ist eine Ausweitung der klinischen Programme für zusätzliche Indikationen geplant", sage der Firmenchef.

Wie bereits erwähnt sitze Intercell auf einer satten Kriegskasse von knapp 300 Millionen Euro. Teilweise solle dieses Geld laut dem Vorstandschef für Einlizenzierungen von Produkten oder auch für Akquisitionen verwendet werden. "Wir haben heute aber noch nichts Konkretes auf der Agenda. Priorität hat die Weiterentwicklung unserer Produkte in den klinischen Phasen", sage Zettlmeissl.

Eine konkrete Prognose für das Jahr 2008 habe der CEO nicht preisgeben wollen. "Wir rechnen mit einer weiteren Steigerung des Umsatzes und des Gewinns in diesem Jahr. Selbst ohne Erlöse aus Produktverkäufen werden wir den Vorjahresumsatz deutlich überschreiten". Der Aufwand für Forschung und Entwicklung werde sich dem Vernehmen nach von 40 Millionen Euro aus dem Jahr 2007 in diesem Jahr um 10 Prozent bis 20 Prozent erhöhen. Analysten würden in etwa eine Verdopplung des Umsatzes auf mehr als 100 Millionen Euro und eine Vervielfachung des Profits auf bis zu 38 Millionen Euro erwarten.

Auf Sicht von fünf bis zehn Jahren halte Zettlmeissl Umsätze von einer halben Milliarde Euro bis hin zu einer Milliarden Euro für machbar. Mittel- bis langfristig sollte Intercell dann mit branchenüblichen Margen von mehr als 30 Prozent wirtschaften. "Auf Basis unserer Pipeline und unserer Kooperationen sind wir sehr optimistisch für die Zukunft", sage Zettlmeissl.

Das knapp 1,2 Milliarden Euro schwere Biotechunternehmen sei für die Zukunft bestens gerüstet. Ein Schnäppchen sei die Aktie allerdings nicht. Selbst im Zuge der momentan schwierigen Marktlage habe das Papier kaum nennenswert an Boden preisgegeben. Qualität im Biotechsektor habe eben ihren Preis.

Nach Ansicht der Experten von "TradeCentre.de" ist die Intercell-Aktie bei größeren Rücksetzern kaufenswert. (Analyse vom 20.03.2008) (20.03.2008/ac/a/a)



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