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Analysen - Ausland
11.03.2008
Gamesa kaufen
National-Bank AG

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Essen (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der National-Bank AG, Roman Mayer, stuft die Aktie von Gamesa (ISIN ES0143416115/ WKN A0B5Z8) weiterhin mit "kaufen" ein.

Gamesa habe in 2007 ein solides und von Verbesserungen im operativen Geschäft gekennzeichnetes Ergebnis ausgewiesen. So habe der Umsatz um 36% auf 3.274 Mio. EUR (Konsens: 3.161 Mio. EUR), das Kernergebnis um 14% auf 468 Mio. EUR (Konsens: 464 Mio. EUR) und der bereinigte Nettoüberschuss um 10% auf 220 Mio. EUR zugenommen. Im Vorjahr habe das Unternehmen noch einen außerordentlichen Erlös in Höhe von 125 Mio. EUR aus der Abspaltung ihrer Luftfahrtsparte erzielt. Hervorzuheben seien die operativen Verbesserungen, die sich vor allem in einer effizienteren Steuerung des Betriebskapitals niedergeschlagen hätten. Dementsprechend habe die Quote Betriebskapital zugenommen Umsatz um 21 Prozentpunkte auf 23% abgenommen. Auch sei das Verhältnis Nettoschulden zur operativen Ertragsstärke von 1,5 in 2006 auf 0,5 gesunken. Die erzielte Rendite auf das eingesetzte Kapital habe um 3 Prozentpunkte auf 16% zugenommen.

Im Februar diesen Jahres habe das Global Wind Energy Council - eine Dachorganisation der Windturbinenindustrie - das erstmalige Überschreiten der jährlichen Zunahme an installierter Kapazität auf über 20 GW (+31%) und damit die Erhöhung der weltweit verfügbaren Basis auf annährend 100 GW (+27%) bestätigt. 2007 sei somit das dritte Jahr in Folge mit einer Wachstumsrate, die über den Erwartungen der Marktteilnehmer gelegen habe. Die große Überraschung in der weltweiten Marktentwicklung seien die USA, Spanien und China gewesen, die jeweils 26,1%, 17,5% und 17,2% zugelegt hätten. Vor allem stünden die USA und China in den Erwartungen, in den kommenden Jahren die führenden Nationen in der Windenergie - gemessen an installierter Kapazität - zu überholen. Gamesa sei in diesen drei Kernregionen unter den Marktführern vertreten und habe zum Ende des Jahres 2007 eine solide Abnehmerstruktur ausgewiesen. Die vertraglich gesicherten 8 GW an Windturbinen würden zu 90% auf strategisch engen Kundenbeziehungen basieren und würden sich in die oben genannten drei wichtigsten Wachstumsregionen erstrecken.

Dem bisher oft zitierten Problem einer Überhangnachfrage in der Branche würden die Unternehmen versuchen über Restrukturierungen in der Wertschöpfungskette zu begegnen. Gamesa treibe diesbezüglich die vertikale Integration entlang der Wertschöpfungskette voran und verbessere seine Positionen auf den Ebenen der einzelnen Anlagenkomponenten. Die Veränderungsraten der eigenen Produktionsvolumen - gemessen in MW - habe sich deutlich zum Vorjahr erhöht. Für die kommenden Monate würden die Analysten eine kontinuierliche Verbesserung dieser Situation erwarten. Dies dürfte sich im operativen Geschäft von Gamesa mit einer gestiegenen Lieferfähigkeit und verbesserten Margen herausstellen.

Die Geschäftssparte Windfarms, die im Kern die Installation und den Betrieb von Windparks zur Aufgabe habe, habe sich der guten Entwicklung im Turbinengeschäft angeschlossen. So sei die Auftragspipeline auf einen Rekordwert von 21 GW nach 20 GW im Vorjahr gestiegen. Hiervon würden 34% auf die USA, 23% auf Europa ex Spanien, 26% auf Spanien und 8% auf China entfallen. Die verbleibenden 9% würden sich auf andere Länder erstrecken. Der Bedarf an einem effizienten Management der Windparks nehme mit einer höheren Marktdurchdringung der Windenergie zu. Gamesa sei hier nach Erachten der Analysten in den wichtigen Wachstumsregionen positioniert, so dass sich weiterhin positive Einflüsse auf die Ergebnisentwicklung ergeben sollten.

Im Zuge der Bereinigung des Geschäftsportfolios und der Konzentration auf das Kerngeschäft habe das Unternehmen die Solarsparte an einen Investor veräußert. Der Kaufbetrag liege bei 261 Mio. EUR und verbessere die Nettofinanzposition um 53 Mio. EUR, die zuvor der Solarsparte zugerechnet gewesen seien. Der Verkauf sei aufgrund von regulatorischen Unsicherheiten im spanischen Solarmarkt forciert worden.

Gamesa habe alle wichtigen strategischen Vorgaben zu Teilen ein Jahr im Voraus erreicht. Das durchschnittliche EBITDA-Wachstum habe mit 19% über der Zielmarke von 15% gelegen und die 16%-Rendite auf das eingesetzte Kapital habe schon Ende 2007 anstatt 2008 generiert werden können. In Bezug auf die finanzielle Schlagfertigkeit habe Gamesa einen Verschuldungsgrad (hier Nettoschulden zu EBITDA) von 0,5 unter das anvisierte 2008er-Maß des 2,5 fachen vorgelegt. Die Geschäftsleitung bestätige die Einhaltung dieser Kennzahlen zum Ende des aktuellen Jahres. Für 2008 stehe vor allem das nachhaltig starke Wachstum der gesamten Branche auf der Agenda. In Europa werde man die technologische Marktführung aufrechterhalten wollen und gleichzeitig die Wachstumsimpulse aus den 2007er Stars USA und China profitabel umsetzen.

Die hinter dem dänischen Unternehmen Vestas führende Gamesa würden die Analysten im internationalen Vergleich der Windenergieunternehmen unverändert attraktiv sehen. Hierbei stelle sich diese Attraktivität nicht nur in der Dimension des für 2008 erwarteten KGVs von 24,6, bei einem Mittelwert der Gruppe von 27,4, heraus, sondern auch im Vergleich zum Marktführer Vestas, der ein relativ größeres Volumen an MW am Weltmarkt verkaufe, betrage der Abschlag drei KGV-Punkte. Die erwartete Verzinsung des Eigenkapitals für 2009 von 22% stehe einer im Vergleich günstigen Bewertung des 2008er Buchwerts je Aktie von 3,9 entgegen und unterstreiche die Attraktivität des Unternehmens.

Die Analysten der National-Bank AG bestätigen daher ihr "kaufen"-Votum für die Gamesa-Aktie mit einem Kursziel von 36 EUR. (Analyse vom 11.03.2008)
(11.03.2008/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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