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Analysen - Nebenwerte
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19.02.2008
GESCO kaufen
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Gordon Schönell, stuft die Aktie von GESCO (ISIN DE0005875900/ WKN 587590) nach wie vor mit "kaufen" ein.
GESCO habe am 14.2. im Rahmen der Erwartungen liegende Zahlen der Analysten für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres (1.4. bis 31.3) veröffentlicht. Das Zahlenwerk im dritten Quartal stelle sich folgendermaßen dar: Beim Umsatz habe ein Anstieg um 22,4% auf 85,6 Mio. EUR generiert werden können. Das EBIT sei um 82,3% auf 9,1 Mio. EUR gestiegen. Der Jahresüberschuss habe sich um 7,5% auf 4,3 Mio. EUR reduziert. Beim Auftragseingang sei ein Plus von 36,9% auf 105,7 Mio. EUR verbucht worden.
Die Gesellschaft sehe sich den Aussagen des Vorstandes nach mit den vorgelegten Zahlen auf einem guten Weg hinsichtlich der Planungen für das laufende Geschäftsjahr. Zur Erinnerung: Die GESCO AG habe am 6.11.2007 die erst am 7.8.2007 erhöhte Guidance für das laufende Geschäftsjahr 2007/08 nochmals angehoben. Den Konzernumsatz sehe man bei 327 Mio. EUR, den Konzernjahresüberschuss bei 17,5 Mio. EUR.
Die Analysten würden allerdings erwarten, dass die Gesellschaft zumindest beim Umsatz diese Guidance noch mal leicht übertreffen werde. Zwar enthalte das vierte Quartal von GESCO die Ergebnisse der Tochterunternehmen aus dem eher ruhigen Dezember, dennoch sollte eine Steigerung des Umsatzes von ca. 10% im Vergleich zum entsprechenden Quartal des vorherigen Geschäftsjahres möglich sein, sodass die Analysten mit Umsätzen in Höhe von ca. 334 Mio. EUR rechnen würden.
Die Umsatzsteigerung im dritten Quartal sei konsolidierungsbedingt hinter den Wachstumsraten der ersten beiden Quartale (33,4% bzw. 35,4%) zurückgeblieben. Seit dem 1. November 2006 gehe die Frank Walz- und Schmiedetechnik GmbH und seit dem 1. Mai 2007 die VWH Vorrichtungs- und Werkzeugbau Herschbach GmbH (Umsatz: 9 Mio. EUR) in die Ergebnisse von GESCO mit ein. Über das bisherige Geschäftsjahr hin betrachtet, sei das Wachstum beim Umsatz zu mehr als zwei Dritteln intern generiert und nur zu knapp einem Drittel auf Veränderungen im Konsolidierungskreis zurückzuführen.
Die deutliche Steigerung des EBIT sei, wie bereits in den ersten beiden Quartalen, weiter auf die Fixkostendegression in Folge einer höheren Auslastung zurückzuführen. Der Jahresüberschuss liege unter dem Niveau des dritten Quartals des Geschäftsjahres 2006/2007, da dort ein außerordentlicher Ertrag in Höhe von 2,6 Mio. EUR durch den Verkauf der Minderheitsbeteiligung an einem Gewerbepark erzielt worden sei. Das Finanzergebnis habe sich im Vergleich zu den letzten Quartalen etwas verschlechtert. Grund dafür sei ein gestiegener Zinsaufwand in Folge der aktuellen Kapitalmarktsituation sowie die Tatsache, dass die Gesellschaft die Finanzierung in Schweizer Franken zurückgefahren habe.
Wie bereits erwähnt, würden die Analysten erwarten, dass die Gesellschaft ihre kommunizierten Ziele für das laufende Geschäftsjahr leicht übertreffen werde. Sie würden mit Umsätzen in Höhe von 334 Mio. EUR und mit einem Jahresüberschuss von ca. 17,8 Mio. EUR rechnen. Die Gesellschaft selber sehe aktuell in ihren Märkten keine Zeichen für eine Abschwächung der Konjunktur. Viele Unternehmen würden weiterhin an der Kapazitätsgrenze arbeiten, bei einigen seien bereits oder würden die Kapazitäten noch ausgebaut.
Zu nennen sei hier z.B. die Dömer-Gruppe, die im Bereich der Stanz-, Biege- und Umformtechnik sowie im zugehörigen Werkzeugbau tätig sei. Dömer produziere anspruchsvolle technische Teile und liefere unter anderem an die Automobil-, Beschlag- und Schienenfahrzeugindustrie.
Die weitere Entwicklung der Gesellschaft würden die Analysten - unabhängig von möglichen Akquisitionen - unverändert positiv sehen. Die Gesellschaften des Beteiligungsportfolios würden zumeist in Marktnischen agieren, die nach Erachten der Analysten weniger konjunkturabhängig seien, die Gesellschaft erziele fast 90% ihrer Umsätze in Europa bzw. 75% in Deutschland und die Bookto-Bill-Ratio befinde sich mit einem Wert von über 1,1 auf einem guten Niveau. Die EBIT-Marge, die die Gesellschaft im laufenden Geschäftsjahr erzielen werde (BHLe: 10,4%), werde sie aller Vorrausicht nach im folgenden Geschäftsjahr nicht mehr erreichen können. Hier würden sich unter anderem höhere Investitionsausgaben und damit entsprechend steigenden Abschreibungen und steigende Finanzierungsaufwendungen auswirken. Die Gesellschaft habe nach eigenen Angaben zwei bis drei interessante, mögliche Akquisitionsobjekte im Blick. Allerdings wolle man hier zunächst die Geschäftsberichte 2007 abwarten. Allerdings sei es für GESCO aktuell nicht leicht Unternehmen zu kaufen, da einige Firmeninhaber aufgrund der guten Entwicklung ihrer Unternehmen in den letzten Jahren sehr hohe Preisvorstellungen hätten.
Auf dem aktuellen Kursniveau würden die Analysten die Aktie der Gesellschaft für deutlich unterbewertet halten. Das Papier notiere derzeit bei einem KGV von 8,0 für 2007/08 und 8,3 auf Basis ihrer vorsichtigen Schätzungen für das kommende Geschäftsjahr. Auch hinsichtlich der Dividendenrendite von fast 5% für 2007/08 auf Basis des aktuellen Kurses stelle der Wert für die Analysten ein interessantes Investment dar. Sie würden ihr Kursziel von 60 EUR beibehalten, wobei die Aktie dann immer noch mit einem moderaten KGV von unter 11 bewertet wäre.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die Aktie von GESCO unverändert mit "kaufen" ein. (Analyse vom 19.02.2008) (19.02.2008/ac/a/nw)
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