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Analysen - TecDAX
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11.02.2008
Conergy bleibt klarer Verkaufskandidat
SdK AktionärsNews
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München (aktiencheck.de AG) - Für die Experten von "SdK AktionärsNews" bleibt die Conergy-Aktie (ISIN DE0006040025/ WKN 604002) ein klarer Verkaufskandidat.
Mit einem Kursniveau von aktuell 10,70 Euro habe die Aktie der Conergy AG das von den Experten Anfang Dezember avisiertes Kursniveau von "unter 10 Euro" beinahe erreicht. Deshalb stelle sich jetzt die Frage, ob die Aktie langsam wieder kaufenswert sei. Und vorweg: Nein, eine Conergy-Aktie müsse man wirklich nicht haben.
Im November 2007 habe Conergy einen "Liquiditätsengpass" eingestehen müssen, der durch eine Kapitalerhöhung sowie ein bis Ende Februar 2008 laufendes Darlehen "nachhaltig" beseitigt worden sei.
Jetzt melde Conergy die Anschlussfinanzierung. Die Commerzbank AG sowie die Dresdner Kleinwort würden dem im TecDAX gelisteten Solarunternehmen zusätzliche Liquidität in Höhe von 240 Mio. Euro gewähren. Der Haken dabei: Die Rückführung der Zwischenfinanzierung solle in erster Linie über die Durchführung einer Kapitalerhöhung im Laufe des Jahres 2008 in Höhe von ca. 250 Mio. Euro erfolgen. Nehme man den derzeitigen Kurs von etwa 11 Euro und die ausgegebenen Aktien von 35,09 Mio. Aktien als Grundlage einer möglichen Kapitalerhöhung, zeige sich deutlich, wie schwierig es sein könnte, diese Kapitalerhöhung zu platzieren. Bei einem - derzeit realistischen - Platzierungspreis von 10 Euro müssten 25 Mio. neue Aktien ausgegeben werden. Die Altaktionäre, die Conergy kein frisches Geld mehr geben wollen, würden also um knapp die Hälfte verwässert. Keine guten Aussichten für steigende Kurse.
Aber auch die operative Entwicklung spreche gegen Conergy. Sei im Quartalsbericht zum 30. September 2007 noch ein Umsatz von 1 Mrd. Euro bei einem nur leicht negativen Ergebnis avisiert worden, sehe die tatsächliche Lage noch viel düsterer aus. Vor bilanziellen Anpassungen und mit der alten Struktur habe sich der Umsatz auf 845 Mio. Euro belaufen. Für das Geschäftsjahr 2007 habe der Vorstand jedoch seine Bilanzierungsmethode für fortzuführende Großprojekte geändert, was zu einer Verschiebung von Umsätzen in spätere Berichtszeiträume geführt habe. Unter Berücksichtigung dieser Anpassungen liege der vorläufige Umsatz des Geschäftsjahres 2007 bei nur noch 712 Mio. Euro, der Jahresfehlbetrag bei 194 Mio. Euro.
Auch für 2008 zeige sich das Conergy-Management verhalten. Zwar sei wieder einmal von einem Umsatzzuwachs auf deutlich über 1 Mrd. Euro die Rede, das Vorsteuerergebnis dürfte aber noch einmal "erheblich zweistellig negativ" sein. Erst für das fortgeführte Geschäft 2009 plane der Vorstand ein im gut zweistelligen Millionenbereich liegendes positives operatives Ergebnis (EBIT). Ob das ausreiche, Anleger für ein Investment in Conergy begeistern zu können, würden die Experten nicht glauben.
Für die Experten von "SdK AktionärsNews" bleibt die Conergy-Aktie ein klarer Verkaufskandidat. (Ausgabe 159 vom 08.02.2008) (11.02.2008/ac/a/t)
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