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Analysen - DAX 100
10.12.2001
MAN reduzieren
Nord LB

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Die Aktie der MAN AG (WKN 593700) wird sich weiterhin schlechter als der Markt entwickeln, so lautet die unveränderte Einschätzung des Wertpapieranalysten Wolfgang Vasterling von der Norddeutschen Landesbank.

Die Ergebnisse der ersten neun Monate 2001 hätten weit unter den Prognosen der Analysten gelegen. Zwar sei der Umsatzrückgang mit -1,2% auf 11,353 Mrd. Euro im Rahmen der Erwartungen geblieben, die Ertragsentwicklung habe hingegen sehr enttäuscht. So sei das Betriebsergebnis (EBIT) um 65% auf 215 Mio. Euro und der Gewinn vor Steuern sogar um 86,8% auf 68 Mio. Euro gesunken. Der Reingewinn habe sich um 86% auf 46 Mio. Euro bzw. 0,29 Euro pro Aktie vermindert.

Hauptgrund für den Ertragseinbruch sei die schlechte Entwicklung der Nutzfahrzeug-Sparte gewesen, die in den ersten neun Monaten einen Verlust vor Steuern von 56 Mio. Euro habe ausweisen müssen, nach einem Überschuss von 167 Mio. Euro im Vorjahresvergleichszeitraum. Hier hätten eine rückläufige Produktion, zu hohe Kosten durch die Parallelfertigung der alten und neuen Modellreihe, der Druck auf die Konditionen und operative Verluste bei der Bussparte sowie der englischen Tochter ERF belastet. Bei letzterer seien zusätzlich Sonderaufwendungen im Zusammenhang mit der Neuausrichtung in Höhe von 75 Mio. Euro angefallen. Probleme gebe es auch weiterhin im Maschinen- und Anlagenbau beim SMS-Verbund, wo sich ein Restrukturierungsbedarf von 30 Mio. Euro ergeben habe. Die übrigen Sparten hätten sich relativ gut behaupten können.

Angesichts der unerfreulichen Entwicklung habe der Vorstand seine Prognose des Vorsteuerergebnisses für das Gesamtjahr nochmals um 50% auf nur noch 200 Mio. Euro senken müssen. Für Umsatz und Auftragseingang werde jetzt ein Volumen von 15,5 bis 16 Mrd. Euro vorausgesagt. Eine konjunkturelle Belebung erwarte der Vorstand erst im vierten Quartal 2002, so dass erst für 2003 mit einer nachhaltigen Ertragserholung zu rechnen sei. Für 2002 erwarte das Researchteam einen Umsatz-Rückgang um 3% auf 15 Mrd. Euro, da für den Bereich Nutzfahrzeuge in West-Europa ein Absatzrückgang um 10% erwartet werde. Da die Kosten der Umstrukturierung bei ERF schon vollständig im Abschluss dieses Jahres berücksichtigt werden dürften, gehe das Researchteam für das kommende Jahr von einer begrenzten Ergebniserholung aus. Die Analysten der Nord LB senken ihre Schätzungen für den Gewinn pro Aktie auf 0,63 Euro in 2001 und auf 1,34 Euro in 2002. Auch mit einer Kürzung der Dividende sei zu rechnen.

Die Nord LB-Experten rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatz in Höhe von 15,5 Mrd. Euro sowie einem Jahresüberschuss (JÜ) von 97 Mio. Euro. Im kommenden Jahr sollten sich die Erlöse auf 15,03 Mrd. Euro belaufen. Der JÜ solle dann bei 207 Mio. Euro liegen.

Wegen der erneut erforderlich gewordenen deutlichen Rücknahme der Gewinn-Schätzungen aufgrund der stark nachlassenden Nachfrage im Nutzfahrzeugbereich, der Eintrübung der Branchenkonjunktur bei Druckmaschinen und der Restrukturierungskosten im Anlagenbau sowie bei ERF erscheine die Aktie kurzfristig wenig attraktiv. Eine nachhaltige Ertragserholung sei erst für 2003 zu erwarten.

Positive Impulse könnte die Aktie allerdings bei einer Konjunkturbelebung oder einer Änderung der Eigentümerstruktur bzw. des Beteiligungsportefeuilles infolge der Steuerreform erhalten. Da dies auf kurze Sicht eher unwahrscheinlich erscheint, bleiben die Experten der Nord LB bei der Empfehlung, die MAN-Aktie zu reduzieren.



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