Logo
Analysen - Ausland
10.12.2001
Saint-Gobain halten
Nord LB

www.optionsscheinecheck.de

Die Aktie der Saint-Gobain S.A. (WKN 872087) ist für den Wertpapieranalysten Jürgen Bartz von der Norddeutschen Landesbank eine ""Halteposition".

In den ersten neun Monaten dieses Jahres habe Saint-Gobain den Konzernumsatz um 7,6% auf 22,93 Mrd. Euro verbessern können. Bei vergleichbarer Konzern-Struktur habe sich ein Plus von 1,9% ergeben‚ das sich aus einem Mengenrückgang um 1,8% und Preiserhöhungen von 3,7% zusammengesetzt habe. Nach Umsatz-Steigerungen um 3,2% im ersten Quartal und um 2,2% im zweiten Quartal habe die Zuwachsrate im dritten Quartal nur noch bei 0,6% gelegen, wobei die gestiegenen Preise die spürbar rückläufige Mengenentwicklung auffingen. Saint-Gobain habe zwar noch von einem guten Geschäftsverlauf im Juli und August berichtet, doch nicht zuletzt die Terrorattacken in den USA hätten im September zu um 3% niedrigeren Erlösen geführt. Während in Frankreich die Umsätze mit einem Plus von 3,6% im dritten Quartal ein stabiles Wachstum aufwiesen, sei vor allem die flaue Geschäfts-Entwicklung in Deutschland für den Erlösrückgang um 1% im übrigen Europa verantwortlich gewesen. Da in den USA höhere Absatzzahlen bei Baumaterialien und Verpackungsglas die schwache Nachfrage nach Hochleistungswerkstoffen nicht hätten kompensieren können, sei es in dieser Region insgesamt zu Umsatzeinbußen um 1,5% auf vergleichbarer Basis gekommen. Die bisher nur für das erste Halbjahr vorliegenden Ertragszahlen würden beim operativen Gewinn einen Anstieg um 8,3% auf 1,376 Mrd. Euro und beim Nettogewinn einen Rückgang um 24,1 % auf 663 Mio. Euro ausweisen.

Das Management habe Umsatzsteigerungen von 8% und Nettogewinnzuwächse (je Aktie) von 10% per anno als Ziele für die nächsten Jahre ausgegeben. Das Wachstum solle zum einen intern, zum anderen durch die weitere internationale Expansion, vor allem in Osteuropa, Zentralamerika und Asien, sowie drittens über Unternehmenszukäufe erfolgen. Dabei setze der Konzern unter anderem auf eine schnelle Erschließung der Märkte mit innovativen Produkten und eine Ergänzung des Vertriebs durch einen entsprechenden Kundendienstausbau.

In den letzten Wochen sei die Saint-Gobain-Tochter Raab Karcher auf Akquisitions-Tour gegangen und habe Keramundo sowie BayWa Czech Republic übernommen. Keramundo sei der führende Großhändler von Keramikfliesen in Deutschland.

Die Analysten der Nord LB rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatz in Höhe von 31 Mrd. Euro sowie einem Jahresüberschuss (JÜ) von 1,22 Mrd. Euro. Im kommenden Jahr sollen sich die Erlöse auf 32 Mrd. Euro belaufen. Der JÜ soll dann bei 1,27 Mrd. Euro liegen.

Als Folge der wirtschaftlichen Abkühlung auf den wichtigsten Märkten von Saint-Gobain sowie der anhaltenden konjunkturellen Unsicherheit habe der Konzern seine Gewinnprognose für 2001 deutlich nach unten revidiert. Anstelle der ursprünglich erwarteten Zunahme des Nettogewinns um 10% werde jetzt nur noch mit einer Steigerung zwischen 1 und 5% gerechnet.

Solange sich das konjunkturelle Umfeld und damit die Geschäftsperspektiven des Unternehmens nicht wieder spürbar gebessert haben, sieht das Researchteam die Saint-Gobain-Aktie nur als "Halteposition".



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de