Logo
Analysen - Ausland
10.12.2001
ABN Amro neutral
Nord LB

www.optionsscheinecheck.de

Die Aktie der ABN Amro Holding N.V. (WKN 880026) wird sich nach Einschätzung des Analysten Wolfgang Vasterling von der Norddeutschen Landesbank weiterhin marktkonform entwickeln.

Das Ergebnis des dritten Quartals habe nach der Gewinnwarnung vom 23.10. weitgehend den reduzierten Schätzungen der Analysten entsprochen. Während die Gesamterlöse um 0,9% auf 4,67 Mrd. Euro zunahmen, seien die Kosten über-proportional um 3,8% auf 3,46 Mrd. Euro gestiegen. Während die Zinseinnahmen noch um 7,2% zunahmen, seien die Provisionseinnahmen um 10,8% und das Ergebnis aus Finanztransaktionen um 12,8% gesunken. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge habe sich um 6,5% auf 1,218 Mrd. Euro verschlechtert. Ohne die verkaufte EAB und Wechselkurseinflüsse sei es sogar um 2,3% gestiegen. Da sich aber der Wertberichtigungsbedarf im Kreditgeschäft infolge des umfangreichen Darlehensgeschäfts mit Luftverkehrsgesellschaften auf 308 Mio. Euro verdoppelt habe und außerdem hohe Abschreibungen auf Finanzbeteiligungen angefallen seien, sei das Ergebnis stark belastet worden. Insgesamt habe daher der Reingewinn im Vorjahresvergleich um 40% auf 476 Mio. Euro bzw. 0,30 Euro pro Aktie abgenommen. In den ersten neun Monaten habe das Institut dank außerordentlicher Erträge von 962 Mio. Euro einen Gewinnanstieg um 15,3% auf 2,792 Mrd. Euro verzeichnet. Bereinigt um diesen Sonderfaktor habe sich hingegen ein Rückgang um 24,4% auf 1,83 Mrd. Euro ergeben.

Um die Effizienz des Unternehmens zu steigern, sollen weltweit 8.500 Stellen abgebaut werden, wobei der Löwenanteil mit 6.250 Arbeitsplätzen auf die Niederlande entfalle, da hier das Filialnetz deutlich ausgedünnt werde. Außerdem habe sich die Bank aus elf Ländern zurückgezogen. Zusätzlich sollen der Investment-Banking-Bereich in den USA und das weltweite Corporate Finance-Geschäft weiter gestrafft werden.

Der Vorstand habe seine bisherige Prognose für das Nettobetriebsergebnis im Gesamtjahr um 15% auf 2,3 Mrd. Euro zurückgenommen. Dies entspreche einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent. Hauptverantwortlich hierfür seien die deutlich steigende Risikovorsorge und Wertberichtigungen auf das Wertpapier-Portefeuille. Hingegen solle sich das laufende Geschäft vergleichsweise stabil entwickeln. Für den Fall des Konkurses von Enron halte das Institut eine zusätzliche Rückstellung in Höhe von 100 Mio. US-Dollar für erforderlich. Wegen über den Erwartungen liegender anderer Erträge wolle der Vorstand seine Ergebnisschätzung für das Gesamtjahr aber vorläufig nicht ändern. Im kommenden Jahr dürften die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen das Ergebnis positiv beeinflussen. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft dürfte aber erneut relativ hoch ausfallen.

Die Analysten der Nord LB rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatz in Höhe von 18,97 Mrd. Euro sowie einem Jahresüberschuss (JÜ) von 2,3 Mrd. Euro. Im kommenden Jahr sollen sich die Erlöse auf 20,11 Mrd. Euro belaufen. Der JÜ soll dann bei 2,58 Mrd. Euro liegen. Der JÜ beinhaltet keine außerordentlichen Positionen.

Der deutliche Gewinneinbruch im dritten Quartal sei für die Anleger nicht überraschend gekommen und habe daher für den Kurs keine Belastung mehr dargestellt. Die eingeleiteten Restrukturierungs- und Kostensenkungsmaßnahmen sollten im kommenden Jahr eine begrenzte Ertragserholung ermöglichen.

Wegen des anhaltend schwierigen konjunkturellen Umfeldes dürfte die im Branchen-Vergleich preiswerte ABN Amro-Aktie aber vorläufig keine überdurchschnittlichen Kurschancen besitzen, so die Analysten der Nord LB.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de