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Analysen - DAX 100
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06.02.2008
IKB verkaufen
Bankhaus Lampe
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Sebastian Hein, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie der IKB (ISIN DE0008063306/ WKN 806330) nach wie vor mit "verkaufen" ein.
Die IKB sei im Zuge der Subprime-Krise zur Überraschung der Finanzmarktteilnehmer in eine wirtschaftliche Krise geraten. Aufgrund dieser Situation habe die IKB am 30. Juli 2007 eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Eine umfangreiche Rettungsaktion der KfW und eines Bankenpools sei auf die Turbulenzen gefolgt. Gleichzeitig habe sich die IKB von ihrem Vorstandssprecher Stefan Ortseifen getrennt. Seine Nachfolge habe Günther Bräunig, ein Mitglied des Vorstands der KfW, angetreten.
Die IKB habe zuletzt mitgeteilt, dass mit Zustimmung des Aufsichtsrates die Begebung einer Wandelschuldverschreibung mit Wandlungspflicht beschlossen worden sei. Die Schuldverschreibung könne auch während der Laufzeit in Aktien der IKB in Höhe von bis zu 10% des Grundkapitals gewandelt werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre sei ausgeschlossen worden, da die KfW die Wandelschuldverschreibung in voller Höhe kaufe.
Die Wandelschuldverschreibung mit einem Zinskupon von 4,75% habe eine Laufzeit von einem Jahr und sei zu pari emittiert worden. Der IKB würden durch diese Maßnahme 54 Mio. EUR neues Kapital zufließen. Durch die Kapitalmaßnahme erhöhe sich das Grundkapital von bislang 225 Mio. EUR auf bis zu 247,5 Mio. EUR, eingeteilt in bis zu 96,8 Mio. nennwertlose Stückaktien (vorher 88,0 Mio. Aktien).
Die KfW habe mittlerweile das Verfahren zum Verkauf ihrer Anteile an der IKB eröffnet. Dies sei der Beginn eines strukturierten Verkaufsprozesses, bei dem alle potenziellen Bieter Interessensbekundungen abgeben könnten. Die KfW halte derzeit 37,8% an der IKB. Dieser Anteil könne sich nach Wandlung der im Januar 2008 von der IKB emittierten Wandelschuldverschreibung auf bis zu 43,4% erhöhen. Die Stiftung Industrieforschung, die mit derzeit 11,8% der zweitgrößte Anteilseigner der IKB sei, beabsichtige angabegemäß, ihren Anteil im Rahmen des Verkaufsprozesses mit zu veräußern. Potenzielle Bieter könnten auf Basis eines Informationsmemorandums ein indikatives Angebot abgeben.
Danach sei beabsichtigt, den verbleibenden Bietern die Prüfung detaillierter Unterlagen bei der IKB einzuräumen und die Abgabe eines auf dieser Basis erstellten bindenden Angebots zu ermöglichen. Diese Due Diligence erfolge in enger Abstimmung mit der IKB. Der Vorstand der IKB habe außerdem beschlossen, rückwirkend neben dem Konzernjahresabschluss 2006/07 (nach IFRS) auch den Jahresabschluss 2006/07 der IKB AG (nach HGB) zu ändern. Nach Angaben der IKB solle sich das Ergebnis durch diese Maßnahme verringern, aber positiv bleiben. Präzisere Aussagen seien hierzu jedoch nicht verfügbar.
Die weitere Entwicklung der IKB sei mit großen Unsicherheiten behaftet. Zurzeit sei es nicht möglich, verlässliche Prognosen über die weitere operative Entwicklung der IKB abzugeben. Der Newsflow der nächsten Zeit werde vom weiteren Verlauf des Verkaufsprozesses der KfW-Anteile bestimmt werden. Weitere Bonitätsabstufungen durch die Rating-Agenturen seien zudem nicht auszuschließen. Die EU-Kommission habe zudem mit der Prüfung der Umstrukturierungsbeihilfen begonnen, woraus sich weitere Unsicherheit über die Zukunft der IKB ableite.
Es habe sich gezeigt, dass die IKB trotz der Rettungsaktion im Sommer auf einer weiter instabilen Eigenkapitaldecke stehe und daher mit weiterem negativem Newsflow zu rechnen sei. Aktuell gebe es unverändert keine Möglichkeit, eine nur annähernd genaue Vorstellung von der tatsächlichen wirtschaftlichen Situation zu bekommen. Das Kursziel würden die Analysten unverändert bei 6,00 EUR sehen.
Angesichts der großen Unsicherheiten über das tatsächliche Ausmaß der Subprime-Verluste und im weiteren Sinne über die Zukunft der IKB bestätigen die Analysten vom Bankhaus Lampe ihre Anlageempfehlung "verkaufen" für die IKB-Aktie. (Studie "MDAX-Guide Frühjahr 2008" vom 05.02.2008) (06.02.2008/ac/a/d)
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