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Analysen - DAX 100
06.02.2008
Tognum kaufen
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Gordon Schönell, stuft die Aktie von Tognum (ISIN DE000A0N4P43/ WKN A0N4P4) in einer Ersteinschätzung mit "kaufen" ein.

Die seit Anfang Juli 2007 an der Börse notierte Tognum AG habe im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2007 Umsatzerlöse in Höhe von 709 Mio. EUR erzielen und damit einen Zuwachs von 73 Mio. EUR (+11,5%) im Vergleich zum Vorjahresquartal realisieren können. 26 Mio. EUR dieses Anstiegs würden dabei aus anorganischem Wachstum resultieren, denn zum 1. April 2007 sei erstmalig die Katolight Corp. mit in den Abschluss einbezogen worden. Das organische Wachstum habe sich damit auf 7,4% belaufen. Die Entwicklung des US-Dollarkurses habe sich mit ca. 19 Mo. EUR negativ auf die Umsätze ausgewirkt.

Das EBIT habe sich in diesem Zeitraum auf 92 Mio. EUR nach 27 Mio. EUR im Vorjahresquartal belaufen. Der deutliche Anstieg liege in hohen außerordentlichen Belastungen in 2006 begründet. Ertragsmindernd habe sich vor allem die Purchase Price Allocation im Rahmen des Erwerbs der Off-Highway-Aktivitäten von Daimler ausgewirkt. Das bereinigte EBIT habe sich im dritten Quartal 2006 auf 79 Mio. EUR belaufen, im selben Quartal des Geschäftsjahres 2007 habe es einen Wert von 96 Mio. EUR erreicht, womit der Zuwachs im operativen Ergebnis bei 21,5% gelegen habe.

Das Finanzergebnis der Gesellschaft habe sich im dritten Quartal 2007 gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich von -22,1 Mio. EUR auf +2,2 Mio. EUR erhöht. Ursächlich seien hier die aus dem Börsengang zugeflossenen Mittel gewesen, die sich in deutlich verminderten Finanzverbindlichkeiten niedergeschlagen hätten, sowie insbesondere aus höheren Erträgen aus der Stichtagsbewertung eines in US-Dollar aufgenommenen Fremdwährungsdarlehnes infolge des gestiegenen Euros resultiert hätten.

Infolge der Unternehmensteuerreform habe sich die Steuerquote deutlich reduziert. Durch die Neubewertung der aktiven und passiven latenten Steuern habe ein Einmalertrag in Höhe von 23 Mio. EUR verbucht werden können. Der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Konzernüberschuss habe sich auf 72,1 Mio. EUR nach 4,4 Mio. EUR im Vorjahresquartal belaufen. Bei Eliminierung jeglicher Sondereffekte errechne sich ein Überschuss im dritten Quartal von 51 Mio. EUR (Vorjahr: 36 Mio. EUR).

Da der Tognum-Konzern erst seit April 2006 in der heutigen Form aufgestellt sei, seien die Zahlen nach neun Monaten nur sehr eingeschränkt mit denen des Vorjahres zu vergleichen. Eine von Tognum aufgestellte Pro-forma-Rechnung weise allerdings im Neun-Monats-Zeitraum eine Steigerung des EBIT - wiederum bereinigt - von 238 Mio. EUR auf 302 Mio. EUR aus.

Die Gesellschaft werde am 28.2.2008 die vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2007 veröffentlichen. Tognum selber habe zuletzt erklärt, dass man einen Anstieg des Umsatzes von ca. 10% gegenüber dem Pro-forma-Wert des Vorjahres von 2,535 Mrd. EUR, also Umsatzerlöse in Höhe von ca. 2,8 Mrd. EUR, erwarte. Treiber für das Wachstum würden nach Erachten der Analysten Zuwächse in der Anwendung Marinemotoren, After Sales-Aktivitäten, die neunmonatige Konsolidierung der amerikanischen Katolight Corp., die nach Erachten der Analysten in 2007 ca. 40 Mio. EUR zum Umsatz beitragen werde, sowie organisches Wachstum in den Anwendungsbereichen Energiesysteme auf Gasmotorenbasis und Einspritzsysteme sein.

Das bereinigte EBIT sehe die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2007 bei ca. 385 Mio. EUR. Angesichts eines bereinigten EBIT von 302 Mio. EUR (9M-Zahlen) erachte man diese Guidance als konservativ, zumal nach Aussagen der Gesellschaft das vierte Quartal meist das stabilste im gesamten Geschäftsjahr sei. Für die nächsten Geschäftsjahre erwarte man Belastungen aus der Purchase Price Allocation in Höhe von jährlich ca. 40 Mio. EUR. Dies seien auch die wesentlichen Belastungen, die zu dem Unterschied zwischen bereinigtem EBIT und dem in der Gewinn- und Verlustrechung ausgewiesenen führen würden.

Das Umsatzwachstum in 2008 werde sich nach Angaben der Gesellschaft mit ca. 12% auf einem recht hohen Niveau bewegen. Neben dem Neumotorengeschäft werde der Bereich After Sales kräftig erweitert. Mit Wartung, Ersatzteilen und Überholung erwirtschafte das Tognum-Segment MTU Engines bereits ein Viertel seines Umsatzes. In diesem Bereich möchte das Unternehmen mindestens 10% pro Jahr wachsen. Die kürzlich publizierte Übernahme der SKL Motor GmbH in Magdeburg, die ab Anfang 2008 zu einem Remanufacturing-Zentrum ausgebaut werde, sei ein weiterer wichtiger Meilenstein der After Sales-Strategie von Tognum.

Die bereinigte EBIT-Marge sehe die Gesellschaft bei ca. 14%, was die Analysten als durchaus realistische Größe sehen würden. Die Risiken aus einem schwachen US-Dollar sehe man als weniger belastend an. Das Net Exposure in USD dürfte sich auf 300 Mio. USD bis 400 Mio. USD belaufen, was nach Ansicht der Analysten eine durchaus kontrollierbare Größe darstelle.

Die Aktie des Börsenneulings sei im Rahmen des Börsengangs zu 24 EUR zugeteilt worden. Damit liege der aktuelle Kurs mittlerweile deutlich unter dem Ausgabekurs. Im Vergleich zu DEUTZ, dem anderen Motorenhersteller im MDAX, agiere Tognum in einem Markt der nach Erachten der Analysten deutlich weniger wettbewerbsintensiv sei. Zudem sehe man Tognum als weniger konjunkturabhängig. Darüber hinaus könne die Gesellschaft deutlich höhere Margen generieren und sei nach Modellen der Analysten günstiger bewertet als die Aktie von DEUTZ.

Aus diesen Gründen stufen die Analysten vom Bankhaus Lampe die Aktie von Tognum mit dem Anlageurteil "kaufen" ein. Das Kursziel betrage 20,00 EUR. (Studie "MDAX-Guide Frühjahr 2008" vom 05.02.2008) (06.02.2008/ac/a/d)



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