|
News - TecDAX
|
05.02.2008
Conergy veröffentlicht vorläufige Zahlen für 2007, Banken unterstützen Restrukturierungskonzept
aktiencheck.de
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Das im November 2007 in einen Liquiditätsengpass geratene Solarunternehmen Conergy AG (ISIN DE0006040025/ WKN 604002) hat am Dienstag Zusagen über die Gewährung einer Zwischenfinanzierung in Höhe von insgesamt 240 Mio. Euro durch die Commerzbank AG und Dresdner Kleinwort erhalten. Zudem gab der im TecDAX notierte Konzern vorläufige Zahlen für 2007 bekannt.
Den Angaben zufolge wurden die Financial Covenants für das Geschäftsjahr 2008 ausgesetzt. Conergy beabsichtigt, die zusätzlichen finanziellen Mittel im Wesentlichen für den laufenden Liquiditätsbedarf, notwendige Investitionen, den frühzeitigen Materialeinkauf für die Solarfabrik in Frankfurt (Oder) und für Vorfinanzierungen von Projekten der Tochtergesellschaft EPURON GmbH einzusetzen. Die im November 2007 gewährte Kreditlinie in Höhe von 30 Mio. Euro wurde von Conergy nicht in Anspruch genommen und wird durch die heute gewährte Zwischenfinanzierung in Höhe von 240 Mio. Euro ersetzt.
Die Rückführung der Zwischenfinanzierung soll in erster Linie über die Durchführung einer Kapitalerhöhung in 2008 in Höhe von ca. 250 Mio. Euro erfolgen. Dabei kann der Finanzbedarf auch durch eine Reduzierung des Working Capitals oder Erlöse aus der Veräußerung aufgegebener Geschäftsbereiche (Discontinued Operations) reduziert werden. Die Einzelheiten zur Durchführung der Kapitalerhöhung stehen derzeit noch nicht fest, sie werden zeitnah zur Durchführung der Kapitalerhöhung festgelegt.
Conergy hat im Geschäftsjahr 2007 vor bilanziellen Anpassungen und mit der alten Struktur einen Umsatz in Höhe von 845 Mio. Euro erzielt, nach 752 Mio. Euro im Vorjahr. Für das Geschäftsjahr 2007 änderte der Vorstand jedoch seine Bilanzierungsmethode für fortzuführende Großprojekte. Dies führte zu einer Verschiebung von Umsätzen in spätere Berichtszeiträume. Gleichsam schlug sich auch die Bereinigung um nicht fortgeführte Aktivitäten (Discontinued Operations) in der neuen Bilanzierung nieder. Unter Berücksichtigung dieser Anpassungen liegt der vorläufige Umsatz des Geschäftsjahres 2007 bei 712 Mio. Euro gegenüber 682 Mio. Euro in 2006. Beim EBIT weißt der Konzern einen Verlust von 210 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 19 Mio. Euro aus. Beim Ergebnis vor Steuern zeigt sich ebenfalls ein Verlust in Höhe von 229 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 13 Mio. Euro im Vorjahr. Das Ergebnis vor Discontinued Operations fällt ebenfalls negativ aus. Hier beträgt der Verlust 157 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 9 Mio. Euro im Vorjahr. Das Konzernergebnis ist ebenfalls mit einem Verlust von 194 Mio. Euro negativ aus gefallen. In 2006 war hier ein Gewinn von 8 Mio. Euro erzielt worden.
Für das fortgeführte Geschäft des laufenden Jahres 2008 erwartet der Vorstand einen deutlichen Umsatzzuwachs auf über 1 Mrd. Euro. Neben einem fortgesetzten, organischen Wachstum erwartet er auch positive Effekte aufgrund der Auswirkung der geänderten Bilanzierung von Großprojekten. Für das Geschäftsjahr 2008 plant der Vorstand ein gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessertes operatives Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA). Unter Berücksichtigung von wesentlichen Sonder- und Einmaleffekten sowie Abschreibungen geht der Vorstand von einem erheblichen zweistelligen, negativen operativen Ergebnis (EBIT) aus. Das Finanzergebnis soll sich durch steigende Zinszahlungen deutlich verschlechtern und dadurch das Ergebnis vor Steuern (EBT) zusätzlich belasten. Für das Geschäftsjahr 2009 plant der Vorstand eine positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung.
Die Conergy-Aktie notiert derzeit in Frankfurt bei 16,75 Euro (-8,72 Prozent). (05.02.2008/ac/n/t)
|