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Analysen - DAX 100
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21.12.2001
Puma vs. Adidas-Salomon
Investor-Village
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1948 gründeten die Brüder Dassler die Sportartikelunternehmen Adidas (heute Adidas-Salomon ) und Puma (WKN 696960), so die Analysten von "Investor-Village".
Adidas habe in den Augen vieler Konsumenten lange Zeit das frischere, jugendlichere Image besessen. Puma habe bisweilen einen verstaubten Eindruck gemacht. An der Börse spiele Adidas-Salomon in der Liga der 30 größten Unternehmen. Puma habe es bis in den M-DAX gebracht, die Spielklasse der 70 nächst wichtigen deutschen Aktiengesellschaften.
Die Puma-Aktie habe im Jahr 2001 wertmäßig einen kräftigen Sprung nach oben geschafft. Von gut 12 Euro Anfang des Jahres sei es bis Anfang September auf etwa 21 Euro hoch gegangen. Der anschließende allgemeine Kurseinbruch habe bis auf das Niveau von 17 Euro zurückgeführt. Seitdem habe sich der Aktienkurs auf 34 Euro (Schlusskurs vom 20. Dezember) verdoppelt.
Für Privatanleger eigne sich die bewährte Basis-Methode: Investiere in Unternehmen, die du als Konsument kennst und schätzt. Um das Geschäft solcher konsumgüternahen Unternehmen zu beurteilen, sei kein Spezialwissen nötig. So gesehen, würden eingefleischter Käufer von Puma-Sportartikeln auch Puma-Aktien kaufen. Sie hätten sei Jahresbeginn mit dieser Aktie einen Zuwachs über 170 Prozent geschafft. Aktuell sei die Adidas-Aktie 80,10 Euro wert (Schlusskurs 20. Dezember). Wer zu Jahresbeginn Aktien von Adidas-Salomon erworben habe, blicke also auf ein Plus von gut 23 Prozent. Seit dem September-Tief von 46 Euro habe auch die Adidas-Aktie fast eine Verdopplung geschafft.
Eine weitere wichtige Grundregel für den Privatanleger laute: Setze unbedingt auf den jeweiligen Branchenprimus. Ein solches Unternehmen habe schon Stärke bewiesen und habe auch zukünftig die Nase vorn. So gesehen, wäre der Kauf von Adidas-Aktien scheinbar empfehlenswert. Adidas-Salomon habe einen zehnfach höheren Umsatz als Puma und einen noch höheren Bekanntheitsgrad.
Doch Adidas-Salomon sei dadurch noch kein Branchenprimus. Im Zweikampf mit dem anderen Super-Sportartikler Nike habe mal der eine, mal der andere Konkurrent die Nase vorn. Dieser Zweikampf führe zu heftigen Preiskämpfen, die auf die Margen drücken würden. Puma spüre auch die Auswirkungen dieses Duells, sei aber weniger betroffen. Da es keinen absoluten Branchenprimus gebe, habe die Branchenprimus-Grundregel in dieser Branche eine geringe Bedeutung.
Es stelle sich die Frage, ob Puma ein fokussiertes Unternehmen sei. Das komme darauf an, wie man das Kerngeschäftsfeld von Puma abgrenze. Es seien nicht mehr allein Artikel für die aktiven Sportler. Für Fans gebe es etwa Formel1-Schuhe. Für Menschen, die sich mit sportlichem Beiwerk schmücken wollten, würden Accessoires angeboten, zum Beispiel für die Disco. Accessoires würden derzeit über 7 Prozent des Umsatzes ausmachen. Außerdem habe Puma Kleidung im Stil vergangener Jahrzehnt aufgelegt. Der Erfolg sei so groß, dass Adidas in diesem Bereich nachziehen werde.
Wenn man sich damit anfreunden könne, unter Sportartikeln auch Dinge für passive Sportler und Fans zu verstehen, dann dürfe man Puma als fokussiertes Unternehmen betrachten. Puma habe gute Voraussetzungen, auch 2002 weiter zu wachsen. Puma-Chef Jochen Zeitz sei optimistisch, dass dies klappe.
Anleger sollten sich ihr eigenes Privatanleger-Urteil bilden. So raten die Analysten von "Investor-Village" Puma-Produkte im Sportartikelgeschäft zu begutachten und die Präsentation mit der von Adidas und Nike zu vergleichen. Man solle doch mal mit Verkäufern über die Frage sprechen, wie wichtig Puma werden könnte. Zusätzlich sollten Anleger die Puma-Werbung begutachten und nicht zuletzt die Kids fragen, ob für sie eher Puma, Nike oder Adidas angesagt sei.
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