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Analysen - Ausland
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23.01.2008
Schlumberger kaufen
Aktienservice Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Aktienservice Research" empfehlen die Aktie von Schlumberger (ISIN AN8068571086/ WKN 853390) zu kaufen.
Auch wenn der Ölpreis jüngst wieder unter die Marke von 90 US-Dollar gefallen sei: Langfristig dürfte das "schwarze Gold" weiter auf hohem Niveau bleiben. Eine stetig steigende Nachfrage aus den Schwellenländern bei einem gleichzeitig knapper werdenden Angebot werde sicherlich dafür sorgen. Von den hohen Ölpreisen würden indirekt auch die Ölservicedienstleister profitieren, die die internationalen Ölbarone bei der Jagd nach neuen Quellen unterstützen würden. Einer davon sei Schlumberger.
Schlumberger gehöre zu den weltweit führenden Unternehmen für Ölfelddienstleistungen und biete seinen Kunden in der Öl- und Gasindustrie Technologie, Informationslösungen und integriertes Projektmanagement zur Optimierung der Förderergebnisse. Der Konzern liefere eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen - von der seismischen Erfassung und Verarbeitung über die Formationsbewertung bis zu Bohrlochtests, Richtbohrungen und Bohrlochzementierung, Erdölförderung und Bohrlochkomplettierungen sowie Beratung, Software und Informationsmanagement. Eben alles, damit Ölkonzerne wie Exxon Mobil oder Total überhaupt erfolgreich operieren könnten.
Dienstleistungen, wie sie Schlumberger anbiete, seien dabei sehr gefragt. Die großen Ölquellen seien nahezu erschlossen, nun gehe es an die kleineren und schwieriger zu erreichenden Vorkommen. Dabei würden neue Technologien eine immer größere Rolle spielen. Neben eigenen Entwicklungen habe Schlumberger sein Know-how in der Vergangenheit durch Zukäufe ausgebaut, um noch besser am Markt positioniert zu sein. Keine schlechte Strategie angesichts des derzeit boomenden Marktes.
Schlumberger könne sich vor Aufträgen kaum retten, die Auftragsbücher seien prall gefüllt. Der Grund sei ganz einfach: Die großen Ölkonzerne hätten vor einigen Jahren angesichts niedriger Ölpreise nur wenig in die Erschließung neuer Vorkommen investiert. Nun würden sich die bestehenden Lagerstätten durch die deutlich gestiegene Nachfrage schneller als gedacht leeren.
Gleichzeitig werde die Suche nach neuen Quellen immer schwieriger und teurer. Aufgrund der hohen Preise für Öl lohne sich die Suche aber, und die Öl-Konzerne würden viel Geld in die Erschließung neuer Vorkommen stecken. Dienstleistern wie Schlumberger könne es dabei fast egal sein, wie viel das Öl koste. Auch kurzfristig weiter rückläufige Notierungen beim schwarzen Gold wegen der Wachstumsabschwächung in den USA dürften für den Konzern kein Problem darstellen und seine Dienstleistungen stattdessen weiter heiß begehrt bleiben.
US-Experten würden zudem schätzen, dass in den nächsten Jahren mehr als 200 Mrd. US-Dollar pro Jahr in die Erschließung neuer Ölfelder in Westafrika, Sibirien oder der kaspischen Region investiert würden. Konzerne wie Schlumberger würden hiervon profitieren, denn sie seien es, die die neuen Felder orten, Probebohrungen durchführen und erschließen würden.
Schlumberger habe dabei in der Branche auch wegen des Know-hows im Bereich Seismik einen guten Namen. Dieses beinhalte ein Verfahren, das die Erdkruste mittels künstlich erzeugter seismischer Wellen erforsche, grafisch abbilde und für die Exploration und Prospektion von Rohstoffen angewandt werde. Mit dieser Technologie verdiene das Unternehmen gut. Und auch insgesamt könnten sich die Unternehmenszahlen sehen lassen, wie die jüngsten Ergebnisse zeigen würden.
Im Schlussquartal 2007 habe die Gesellschaft ihren Nachsteuergewinn um 22,3% auf 1,38 Mrd. US-Dollar verbessert. Das Ergebnis je Aktie (EPS) sei von 0,92 auf 1,12 US-Dollar geklettert. Beim Umsatz habe der Konzern von 5,35 auf 6,25 Mrd. US-Dollar zugelegt, ein Plus von 16,8%. Vor allem die starke Nachfrage seitens der Öl- und Gasproduzenten der östlichen Hemisphäre und in Lateinamerika sei für die kräftigen Steigerungen ausschlaggebend gewesen. Deutliche Zuwächse habe es außerdem im Gesamtjahr gegeben. Hier seien die Einnahmen um 43% auf 23,28 Mrd. US-Dollar geklettert. Der Überschuss habe von 3,71 auf 5,18 Mrd. US-Dollar zugelegt. Eine Steigerung von fast 40%. Das EPS habe sich von 3,01 auf 4,20 US-Dollar verbessert.
Zwar dürften die Geschäfte bei einem weiter sinkenden Ölpreis angesichts der Rezessionsbefürchtungen für die USA möglicherweise kurzfristig etwas schwieriger werden. Langfristig betrachtet sollte Schlumberger aber weiterhin von den fortgesetzten Bemühungen der Öl-Multis, neue Vorkommen zu erschließen, profitieren.
Auch wenn die aktuelle Börsenlage derzeit alles andere als zum Kauf der Aktie von Schlumberger einlädt, könnten bereits erste kleine Positionen infrage kommen, so Experten von "Aktienservice Research". Die Investoren, die momentan eine abwartende Haltung eingenommen hätten, sollten sich den Wert zumindest in ihre Watchlist legen und gegebenenfalls später über einen Kauf nachdenken. (Global Markets Ausgabe 374 vom 22.01.2008) (23.01.2008/ac/a/a)
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