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Analysen - Ausland
17.12.2001
Halliburton langfristig kaufen
Der Anlegerbrief

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Die Wertpapierexperten von "Der Anlegerbrief" raten zum langfristigen Kauf der Aktien von Halliburton (WKN 853986).

Wenn mittlere Unternehmen einer Lawine an Sammelklagen zum Opfer fielen, bedeute dies häufig das Aus. Oft würden selbst die Kurse von Marktführern auf die Veröffentlichung von Sammelklagen unter Druck geraten. Konkursängste hätten am Freitag, dem 7. Dezember auch den Kurs des texanischen Explorationsausstatters Halliburton vorübergehend um fast 50% einbrechen lassen, nachdem ein Gericht in Baltimore die Tochtergesellschaft Dresser in einem Asbest-Schadenersatzprozess zu Schadenersatzzahlungen in Höhe von 30 Mio. US-Dollar verurteilt habe. Halliburton hingegen falle im Gegensatz zu den zahlreichen in Chapter 11 befindlichen Unternehmen fast in die gleiche Risikoklasse wie Philip Morris und habe darüber hinaus noch weitere Trümpfe im Ärmel.

Das Kerngeschäft entwickele sich trotz niedriger Ölpreise weiterhin zufriedenstellend. Deshalb halte das Management auch an den Umsatz- und Ertragsprognosen für das 4. Quartal fest. 2002 sollte der Gewinn pro Aktie laut First Call/Thomson-Schätzungskonsens von 1,30 auf 1,31 US-Dollar steigen. Jüngste Großaufträge aus China im Ausmaß von über 600 Mio. US-Dollar würden sogar einen Anstieg auf 1,34 US-Dollar erwarten lassen. Auf Basis eines Kurses von 13 US-Dollar entspreche dies dann sogar einem KGV von 10. Diesem stehe ein geschätztes Gewinnwachstum 2003 bis 2007 von 15% p. a. gegenüber. Der Fair Value liege bei 20 US-Dollar pro Aktie.

Vor allem die konservative Finanzierung des Unternehmens gelte als eine hervorragende Grundvoraussetzung. Halliburton verfüge gegenwärtig über Cashreserven von 250 Mio. US-Dollar. Damit sei das Unternehmen in der Lage, gleich 16% aller Schulden zurück zu zahlen. Ein Working Capital in Höhe von 2,7 Mrd. US-Dollar und noch unverbrauchte Kreditlinien in Höhe von 700 Mio. US-Dollar würden ein weiteres Sicherheitspolster darstellen. In den ersten zehn Monaten 2001 habe Halliburton den Schuldenanteil am Gesamtkapital von 40 auf 25% senken können.

Auch die Ertragskraft signalisiere ein günstiges Chancen-Risiko-Verhältnis. In den vergangenen vier Quartalen habe der Ölbohrer bei einem Umsatz von 13,1 Mrd. US-Dollar ein EBITDA von 1,3 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet, und der Nettogewinn habe bei 389 Mio. US-Dollar bzw. 0,91 US-Dollar pro Aktie gelegen. Sprecher des Unternehmens würden in jüngster Zeit auch gerne auf den hohen Cash Flow verweisen, der sich in den kommenden zwei Jahren in einer Bandbreite zwischen 1,1 und 1,3 Mrd. US-Dollar bewegen sollte.

Die von CEO Dave Lesar bei ersten Anzeichen einer Kursberuhigung geplanten Aktienrückkäufe würden auf eine Unterbewertung hindeuten. Lesar sowie zahlreiche Branchenkenner aus Texas hätten nach dem Einbruch auf ein Zehnjahrestief eine historisch günstige Einstiegschance gesehen. Aktienrückkäufe und Insiderkäufe sollten deshalb nicht mehr lange auf sich warten lassen, denn die diversen Horrorszenarien der Boulevard-Presse seien angesichts der vergangenen Entwicklung der Asbest-Prozesse denkbar unwahrscheinlich.

So habe die höchste Schadenersatzzahlung nach Berufung lediglich bei 1,8 Mio. US-Dollar gelegen und insgesamt seien bereits 194.000 Klagen zu Durchschnittskosten von 200 US-Dollar geregelt worden. Halliburton sei somit eines von zahlreichen Blue Chips, das am "Philip-Morris-Syndrom" erkrankt seit und bei schneller Genesung - ähnlich wie der amerikanische Tabakriese - in den kommenden zwei bis drei Jahren mit einer Kursvervielfachung die Wall Street ins Staunen versetzen könnte.

Aus diesem Grund sollten die gegenwärtig niedrigen Kurse zum Aufbau von Langfristpositionen genutzt werden, so die Analysten von "Der Anlegerbrief".



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