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Analysen - Ausland
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14.12.2001
Philips übergewichten
Helaba Trust
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Experten von Helaba Trust bewerten die Philips-Aktie (WKN 940602) mit "übergewichten".
Das niederländische Konglomerat Philips sei größter Konsumelektronikproduzent sowie drittgrößter Halbleiterhersteller Europas. Im Zuge der vollzogenen strategischen Neuausrichtung habe sich das Unternehmen von mehr als 170 Nicht-Kernaktivitäten getrennt. Zudem sollen unter anderem Kapazitäten in der Massenproduktion ausgelagert werden, um die Ressourcen in höhermargige Produktbereiche umzuleiten. Die Eindhovener entwickelten sich damit zu einem stark wachsenden Hochtechnologiekonzern, dessen Erträge bereits im letzten Jahr zu über 50% dem Halbleiterbereich zuzuordnen gewesen seien. Sie hielten zudem Beteiligungen an den Halbleiterproduzenten TSMC sowie ASML.
Philips habe im 3. Quartal wiederholt einen Umsatz- und Ertragsrückgang erlitten. Der Umsatz nahm um 6% gegenüber dem 2. Quartal abgenommen und sei vor allem in den zyklischen Bereichen, wie Halbleiter (-19%) und Bauteile (-54%), enttäuschend. Das EBIT in Höhe von -516 Mio. Euro sei wie im 2. Quartal durch Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 295 Mio. Euro geprägt worden. Für das laufende Geschäftsjahr würden sich diese auf über 1,6 Mrd. Euro summieren. Bis auf den Bereich DAP (Haushaltsgeräte und Pflege) seien die operativen Margen im Vergleich zum Vorjahr in allen Segmenten zurückgegangen. Das Konzernergebnis sei weiterhin erheblich durch Verlustanteile im Beteiligungsergebnis (-350 Mio. Euro) belastet. Immerhin habe jedoch ein positiver operativer Cash Flow erzielt werden können.
Historisch betrachtet habe die Philips-Aktie in Phasen einer konjunkturellen Trendwende den Markt stets outperfonnen können. Einige Frühindikatoren (u.a. NAPM-Index) sowie anhaltende Erholungstendenzen im Halbleitermarkt gäben erste Lichtblicke. So habe unter anderem der asiatische Foundry-Produzent TSMC (24%-Beteiligung) seine Umsatzprognosen für das 4. Quartal angehoben. Einsetzende Preissteigerungen bei Speicherprodukten sowie langfristig höhere Kapazitätsauslastungen dürfte die Margen in den Bereichen Halbleiter und Bauteile wieder steigen lassen. Bereits im 4. Quartal 2001 erwarte man positive Überraschungen. Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen (weitere Belastung in 2002 ca. 100 Mio. Euro) und die weniger zyklischen Bereiche, wie Medical, Lighting und DAP, sollten weiterhin ertragsstabilisierend wirken. Mit den Akquisitionen in der Medical-Sparte sei das Produktportfolio komplettiert. Hieraus ergäben sich erhebliche Synergiepotentiale (ca. 350 Mio. Euro pro Jahr), die die EBITA-Marge bis 2004 auf 14% ansteigen lassen sollten. Zudem verfügten die Eindhovener über eine gesunde Finanzstruktur und ein Beteiligungsvermögen von ca. 14,5 Mrd. Euro (Marktkapitalisierung), dessen Wert seit dem Terroranschlag um 40% angestiegen sei. Vor dem Hintergrund einer erwarteten konjunkturellen Trendwende sehe man für den Titel noch weiteres Kurspotenzial. Im Rahmen einer Sum of the Part-Analyse halte man aktuell einen Kurs von ca. 40 Euro für angemessen.
Die Experten von Helaba Trust empfehlen daher eine Übergewichtung der Philips-Aktie.
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