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Analysen - Nebenwerte
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11.12.2007
LUDWIG BECK halten
GSC Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von GSC Research, Klaus Kränzle, rät unverändert zum Halten der LUDWIG BECK-Aktie (ISIN DE0005199905/ WKN 519990).
LUDWIG BECK habe im Rahmen eines Unternehmensgespräches mit den Analysten darauf hingewiesen, dass in bisherigen Analysten-Umsatzschätzungen die (zeitweise) Stilllegung von Flächen nicht hinreichend berücksichtigt worden sei. Daher seien die von den Analysten zu Grunde gelegten Wachstumsraten zwar flächenbereinigt realistisch, in absoluter Höhe habe man die Umsatzschätzungen jedoch zu hoch angesetzt.
Durch die großen Umbaumaßnahmen im Münchner Stammhaus im laufenden Jahr halte LUDWIG BECK nach einem nahezu konstanten Nettoumsatz (ohne Mehrwertsteuer) des Münchener Kaufhauskonzerns von 58,4 (Vorjahr 58,5) Mio. Euro in den ersten neun Monaten für das Gesamtjahr eine Steigerung auf gut 89 Mio. Euro für denkbar. Die Analysten würden ihre Umsatzschätzung für 2007 daher auf 89,3 (bisher 93,0) Mio. Euro anpassen.
Im kommenden Jahr sei die Stilllegung der Multilabel-Filiale "pep" im Perlacher Einkaufszentrum per 31.12.2007 zu berücksichtigen. Diese werde sich zwar positiv auf das Ergebnis des Konzerns auswirken, der wegfallende Umsatz sei jedoch bei den Gesamterlösen zu beachten. Für 2008 halte das Management daher einen Umsatz von gut 90 Mio. Euro für erreichbar, weshalb die Analysten ihre Schätzung auf 91,5 (99,5) Mio. Euro reduzieren würden.
Analog passe man die Prognose für 2009 auf nunmehr 95,2 Mio. Euro Umsatz an, da sich dann der im nächsten Jahr anstehende Ausbau des 5. Stocks im Münchner Stammhaus, der eine Erweiterung der Verkaufsfläche um 800 qm ermögliche, erstmals ganzjährig auswirken werde.
Auf die Ergebnisschätzungen der Analysten habe die Anpassung der Umsatzprognosen keine Auswirkungen. Man gehe nach wie vor davon aus, dass die Beendigung der Umbauarbeiten im Stammhaus für positive Impulse sorgen werde und somit die Schätzungen für das laufende Geschäftsjahr 2007 sicher erreicht würden.
Die Analysten würden weiterhin mit einem Jahresüberschuss von 2,5 Mio. Euro rechnen, was ein Ergebnis je Aktie von 0,74 (bisher 0,75) Euro bedeuten würde. Dabei habe man die erhöhte Anzahl der Aktien aus der Kapitalerhöhung mit einem Monat anteilig berücksichtigt.
Ohne den bereits in ihrer Research-Note anlässlich des Halbjahresberichts berücksichtigten Steuereffekt läge das Ergebnis je Aktie bei circa 0,51 Euro, was man immer noch als gut bewerten würde.
Für 2008 würden die Analysten in absoluten Zahlen weiterhin eine beschleunigte Ergebnisentwicklung erwarten, da die in 2007 getätigten Investitionen im Stammhaus erstmals im gesamten Jahr 2008 ihre positive Wirkung entfalten sollten. Man erwarte daher im kommenden Jahr unverändert einen Jahresüberschuss nach Steuern und Anteilen Dritter von 2,6 Mio. Euro, was ein Übertreffen der Prognose des Unternehmens (2,5 Mio. EUR) bedeuten würde.
Auf der Ebene des Ergebnisses je Aktie wirke sich jedoch in den kommenden Jahren die am 26.11. gemeldete Kapitalerhöhung aus. Durch den Einstieg der INTRO-Verwaltungs GmbH, Reichenschwand, die 335.000 neue Aktien zum Ausgabebetrag von 13,30 Euro je Aktie gezeichnet habe, erhöhe sich die Aktienzahl von 3,36 auf 3,695 Millionen Stück. Man habe die Werte für 2008 daher auf 0,71 (bisher 0,78) Euro und für 2009 auf 0,73 (0,80) angepasst.
Sowohl für 2007 als auch für 2008 erwarte man eine Fortsetzung der aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik von LUDWIG BECK, die beim aktuellen Kurs Renditen von circa 3 Prozent bedeuten würde.
Die Peer Group hätten die Analysten aus deutschen Einzelhandelsunternehmen (Bijou Brigitte, Douglas, Fielmann, Hawesko, HORNBACH-Baumarkt, Karstadt, METRO und Praktiker) als vergleichbaren Firmen an der Börse gebildet. Auf Basis ihrer Gewinnschätzung von 0,71 (bisher 0,78) Euro je Aktie und einem durchschnittlichen 2008er-KGV der Peer Group von 14,1 (16,0) sowie eines Abschlags von 15 Prozent aufgrund der gegenüber dem Großteil der Peer-Group-Unternehmen deutlich geringeren Größe komme man zu einem fairen Wert von 8,45 Euro für die LUDWIG BECK-Aktie.
Wegen der stetigen Cash-Flow-Einahmen von LUDWIG BECK habe man sich zusätzlich für die Bewertung anhand eines DCF-Modells entschieden. Die Berechnung der Analysten (Ausgangs-Cash Flow 6,1 Mio. EUR, Abzinsungszinssatz 6,78%, ewiges Wachstum 0%, Beta 1,0) ergebe unter den getroffenen Annahmen einen fairen Wert von 19,22 Euro.
Als fairen Wert der Aktie lege man den Mittelwert aus Peer-Group- und DCF-Bewertung zugrunde. Damit bilde man einerseits die Abhängigkeit vom deutschen Einzelhandel und Konsumklima ab, trage auf der anderen Seite aber auch der Fähigkeit von LUDWIG BECK Rechnung, am exklusiven Hauptstandort hohe Margen zu generieren. Der gewichtete Fair Value der Analysten aus Peer Group und DCF-Modell betrage somit 13,71 Euro, so dass sie ihr Kursziel unverändert bei 13,80 Euro belassen würden.
Der niedrigere Wert aus dem Peer-Group-Vergleich aufgrund des Kursrückgangs einiger Vergleichsfirmen und der erhöhten Anzahl an Aktien bei LUDWIG BECK werde durch den höheren Fair Value aus dem DCF-Modell kompensiert, wodurch sich die genanten Effekte unter dem Strich nahezu ausgleichen würden.
Im Zuge der Konzentration auf dem Hauptstandort hätten die Analysten ihre Umsatzschätzungen überarbeitet. Auf Ertragsebene habe man jedoch keine Änderungen vorgenommen, da zum einen die wegfallenden Standorte hier nicht ins Gewicht fallen und zum anderen im Jahr 2008 die umgebauten Flächen im Stammhaus erstmals im gesamten Geschäftsjahr zur Verfügung stehen würden. Zudem habe man erhöhte Anzahl an Aktien aus der Ende November durchgeführten Kapitalerhöhung berücksichtigt.
Insgesamt habe sich die Einschätzung der LUDWIG BECK Aktie nicht verändert. Mit einem KGV von 19,3 bewege sich die Bewertung der Aktie am oberen Rand des für Handels- und Konsumwerte üblichen Rahmens und sei damit nach Erachten der Analysten adäquat bewertet, so dass sie nur begrenztes Kurspotenzial sehen würden. Die Dividendenrendite von 2,6 Prozent für das laufende und 2,9 Prozent für das kommende Geschäftsjahr sollte den Kurs hingegen nach unten weitgehend absichern.
Aus den dargelegten Gründen ist die Aktie der LUDWIG BECK AG daher für die Analysten von GSC Research weiterhin eine Halteposition, so dass sie ihr Anlageurteil "halten" mit einem Kursziel von 13,80 Euro an dieser Stelle bestätigen. (Analyse vom 11.12.2007) (11.12.2007/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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