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Analysen - Ausland
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12.11.2001
France Telecom kaufen
Nord LB
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Die Aktie der France Telecom (WKN 906849) wird vom Aktienexperten Jürgen Bartz von der Norddeutschen Landesbank von "akkumulieren" auf "kaufen" heraufgestuft.
Der Konzern habe in den ersten neun Monaten 2001 den Konzernumsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 31,9% auf 31,6 Mrd. Euro gesteigert, der damit im Rahmen der Konsensusschätzung gelegen habe. Für das Gesamtjahr halte das Unternehmen an seiner Wachstumsprognose von 25% fest. Die Einnahmen aus dem inländischen Festnetzgeschäft seien um moderate 6,2% auf 14,82 Mrd. Euro gestiegen, während das internationale Festnetz des Konzerns einen Umsatzsprung um 29% auf 4,95 Mrd. Euro verzeichnet habe. Die Gesamtzahl der FT-Kunden sei binnen Jahresfrist um 24% auf 88 Mio. per Ende September gestiegen.
Die seit September 2000 konsolidierte Mobilfunktochter Orange habe im 9-Monats-Zeitraum einen Erlöszuwachs um 29% auf 10,99 Mrd. Euro erzielt. Orange sei mit 1,6 Mio. im dritten Quartal neu gewonnenen Teilnehmern Ende September auf eine Abonnentenzahl von insgesamt 37,1 Mio. gekommen. Der durchschnittliche Jahresumsatz pro Kunde erreiche in Frankreich 404 Euro und in Großbritannien 399 Euro. Während in Frankreich die Versendung von SMS-Mitteilungen mit rund 360 Mio. im dritten Quartal weitgehend stagniert habe, seien in Großbritannien in dieser Zeit von Orange fast 1 Mrd. SMS-Nachrichten verschickt worden.
Das Unternehmen habe rund 40% seines Immobilienbesitzes für 2,97 Mrd. Euro, was einen Vorsteuergewinn von 600 Mio. Euro erbracht habe, an das von Goldman Sachs, GE Capital und CDX Ixis gemanagte Konsortium Whitehall verkauft. Davon sollen rund 2,7 Mrd. Euro für die Schuldentilgung verwandt werden. In 2002 solle ein weiteres Immobilienpaket im Umfang von 1 bis 2 Mrd. Euro abgegeben werden. Zudem suche man einen Interessenten für das niederländische Kabelnetz Casema. France Telecom wolle die Schulden von rund 65 Mrd. Euro bis 2003 in den Bereich von 37 bis 47 Mrd. Euro zurückführen. Schützenhilfe erhalte FT dabei auch durch den Staat, der kürzlich von dem bisherigen Festpreis von 4,95 Mrd. Euro für eine 15jährige UMTS-Lizenz abgerückt sei. Stattdessen verlange er jetzt einen Eingangspreis von 619 Mio. Euro und eine vom Umsatz der UMTS-Sparte abhängige Jahresgebühr, deren Satz noch nicht feststehe, für eine Lizenz über 20 Jahre.
Die Nord LB rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatz in Höhe von 42,7 Milliarden Euro sowie einem Jahresüberschuss (JÜ) von 3,72 Milliarden Euro. Im nächsten Jahr sollen die Erlöse auf 48 Milliarden Euro klettern und einen JÜ von 0,85 Milliarden Euro abwerfen.
FT habe sich in den letzten Jahren durch eine geschickte Expansionsstrategie von einem inlandsorientierten Telefonanbieter zu einem international agierenden Telekommunikationskonzern gewandelt. Eine Belastung bleibe allerdings der dadurch aufgehäufte Schuldenberg, der im ersten Halbjahr 2001 noch einmal um fast 4 Mrd. Euro gestiegen sei. Für FT spreche die ausgezeichnete Marktstellung auf allen Wachstumsfeldern der Telekommunikation.
Das Researchteam von der Nord LB empfiehlt die France Telecom-Aktie auch angesichts des insgesamt wieder positiver einzuschätzenden europäischen Telekomsektors als interessante Depotbeimischung weiter zu "kaufen".
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