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Analysen - Neuer Markt
16.11.2001
Energiekontor kaufen
Nord LB

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Die Analysten Karin Meibeyer und Frank Schwope von der Norddeutsche Landesbank raten weiterhin zu einer Investition in Aktien der Energiekontor AG (WKN 531350).

Der Windparkprojektierer habe am 14.11.01 die Geschäftszahlen für das dritte Quartal veröffentlicht. Bei einer gegenüber dem Vorjahreszeitraum erreichten Umsatzsteigerung von 58% auf rund 48 Mio. Euro habe sich das EBIT auf 4,4 Mio. nach 6 Mio. Euro ermäßigt. Der relative EBIT-Rückgang werde vom Unternehmen auf die Normalisierung des Margenanteils in der Betrachtungs-Periode zurückgeführt, nachdem der Vorjahreszeitraum von Sondereffekten gezeichnet war. Insgesamt seien die unterjährigen Geschäftszahlen der Windparkprojektierer nur sehr eingeschränkt aussagefähig. Aufgrund des deutlichen, saisonal bedingten Schwerpunktes der Geschäftstätigkeit in der zweiten Jahreshälfte werde der Großteil des Jahresumsatzes branchenweit erst im vierten Quartal realisiert.

Für das Gesamtgeschäftsjahr 2001 sei gemeldet worden, dass bei drei Projekten die zeitlichen Reserven für eine Realisierung noch in 2001 aufgebraucht wären und eine Umsatzverschiebung von maximal 25% in das erste Quartal 2002 nicht ausgeschlossen werden könne. Insbesondere das veränderte Genehmigungsverfahren habe die eingestellten Zeitreserven in Anspruch genommen, die erforderlichen Genehmigungen lägen aber nunmehr vor. Allerdings dürfen für die plangemäße Fertigstellung keine witterungs- oder herstellerseitigen Verzögerungen mehr eintreten. Für einen solchen Fall wäre mit einem EBIT 2001 in Höhe von circa 11 bis 12 Mio. Euro zu rechnen.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2001 habe Energiekontor deutschlandweit 28 Windkraftanlagen errichtet. Bei drei Windparks seien die Baumaßnahmen aufgenommen und für zwei weitere Windparks die Baugenehmigungen erteilt worden. Weiterhin seien im Betrachtungszeitraum Standorte mit einem Errichtungsvolumen von 160 MW akquiriert worden. Das Unternehmen sei bestrebt, weiterhin eine quartalsweise Neuakquisitionsleistung von 40 MW zu erreichen, die sich auch auf das Ausland erstrecken könne.

Mit dem Baubeginn des Windparks Trandeiras/Portugal im Oktober 2001 würde die Errichtung des zweiten Auslandsprojektes der Energiekontor AG in Angriff genommen. Nachdem sich in der Vergangenheit Verzögerungen bei diesem Windparkprojekt eingestellt hätten, profitiere Energiekontor nunmehr von der jüngst verabschiedeten, verbesserten portugiesischen Einspeiseregelung. Auch bei dem Portugal-Windpark Marao, der sich in der Ausschreibungsphase für Subunternehmer befinde sowie bei zwei weiteren Projekten dürfte Energiekontor hinsichtlich der Strukturierung der Fonds von den verbesserten Rahmen-Bedingungen profitieren. In den Zielländern Spanien, Griechenland und Großbritannien verfüge Energiekontor über ein Projektportfolio von insgesamt über 800 MW, wobei mehrfach bereits erste Genehmigungen vorlägen. Weiterhin sollen Frankreich und Italien als Zielmärkte erschlossen werden, in Toulouse werde derzeit eine Tochtergesellschaft gegründet.

Energiekontor bereite seit 1995 die Ausweitung der Geschäftstätigkeit auf den europäischen Raum vor und sei bereits seit einiger Zeit in Athen, Lissabon, Barcelona und Leeds mit Tochtergesellschaften präsent. Die frühzeitige Aufnahme der Bemühungen um geeignete ausländische Standorte zeige sich sowohl in dem seit dem Frühjahr 2001 am Netz angeschlossenen Windpark auf Euböa/Griechenland als auch in der hohen Anzahl bereits konkretisierter Auslandsstandorte. Mit diesem hohen Projektvolumen sehe das Researchteam Energiekontor im Auslandsgeschäft insbesondere auch über das Geschäftsjahr 2003 hinaus gut positioniert.

Die Energiekontor AG verfüge im Vergleich zu ihren Mitbewerbern über eine herausragende EBIT-Marge. Hinsichtlich der Ausweitung des Auslandsgeschäfts seien gegenläufige Entwicklungen zu verzeichnen. Die höheren Windstärken würden eine verbesserte Grundlage zur Gestaltung der Fondskonzeptionen bieten, was die Energiekontor AG gleichermaßen mit einer höheren Marge für sich verbinde. Dagegen würden aus der Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern Gewinnansprüche resultieren, die Schmälerungen der Marge für Energiekontor bedeuten. Aus einer erforderlich werdenden Verstärkung der Vertriebsaktivitäten für die Windparks erwarte das Researchteam ebenfalls eher margenschwächende Tendenzen. Insgesamt gingen die Analysten innerhalb der nächsten Geschäftsjahre von einer EBIT-Margenentwicklung auf circa 10% aus.

Der Aktiensplitt 1:4 sei plangemäß am 07.11.2001 durchgeführt worden. Damit sei das Grundkapital von bislang 3.697.897 auf 15.591.588 Euro erhöht worden, eingeteilt in 15.591.588 auf 1 Euro lautende Stückaktien.

Die Aktie der Energiekontor AG hat seit der Nord LB-Empfehlung am 29.09.01 splittbereinigt mit einer Steigerung von 50% stark zugelegt. Mit dem hohen Portfolio an bereits konkretisierten Auslandsprojekten verbinden die Analysten insbesondere auch über das Geschäftsjahr 2003 hinaus gute Umsatz- und Ertragschancen. Die Nord LB hält die Energiekontor AG daher auch längerfristig für ein gutes Investment und empfiehlt trotz des bereits vollzogenen Kursanstieges, die Aktie der Energiekontor AG zu "kaufen".



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