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Analysen - Nebenwerte
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29.11.2007
OHB Technology kaufen
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, rät die Aktie von OHB Technology (ISIN DE0005936124/ WKN 593612) zu kaufen.
Die OHB Technology AG habe am 13.11. die Zahlen zum dritten Quartal veröffentlicht. Durch den Kauf und der erstmaligen Konsolidierung der Kayser Threde GmbH habe die Gesamtleistung im dritten Quartal auf 59,1 Mio. EUR gesteigert werden können nach 44,3 Mio. EUR im Vorjahresquartal (+33,4%). Der Anteil von Kayser-Threde an diesem Wachstum liege mit 9,9 Mio. EUR bei knapp zwei Drittel, entsprechend sei ein Drittel des Zuwachses organischer Natur. Nach neun Monaten habe die Gesellschaft damit eine Gesamtleistung erzielt, die mit 152,2 Mio. EUR um 17,2% über dem Vorjahreswert gelegen habe.
Das EBITDA habe im dritten Quartal bei 6,2 Mio. EUR und damit um 0,9 Mio. EUR über dem Wert des Vorjahresquartals gelegen. Die Kayser Threde GmbH habe dazu rund 0,8 Mio. EUR beigetragen. Nach neun Monaten liege das in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene EBITDA mit 16,7 Mio. EUR deutlich unter dem des Vorjahres von 20,9 Mio. EUR. Der Grund hierfür habe in einem außergewöhnlichen, nicht dem operativen Geschäft zu zuschreibenden Ertrag im zweiten Quartal 2006 in Höhe von 7 Mio. EUR gelegen. Bei Eliminierung des Ertrages aus der erstmaligen Konsolidierung der Kayser Threde GmbH und des außerordentlichen Ertrages in Höhe von 7 Mio. EUR betrage das Ergebnis EBITDA 15,9 Mio. EUR für das aktuelle Geschäftsjahr bzw. 13,9 Mio. EUR für das Vorjahresquartal. Somit habe das operative EBITDA um 14,4% gesteigert werden können.
OHB Technology habe mit Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal 2007 erstmals eine Guidance für das laufende Geschäftsjahr inklusive der Konsolidierung von Kaiser Threde genannt. Demnach solle der Umsatz im laufenden Jahr bei ca. 220 Mio. EUR und das EBIT bei 18 Mio. EUR liegen. Das Finanzergebnis werde durch den Ertrag in Höhe von 3,2 Mio. EUR aus dem Verkauf der ORBCOMM-Anteile positiv beeinflusst. Zudem profitiere die OHB Technology im aktuellen Geschäftsjahr schon von der Unternehmenssteuerreform.
Die Analysten würden eine Steuerquote von ca. 25% für das laufende Geschäftsjahr erwarten. Das Ergebnis pro Aktie werde mit 0,78 EUR pro Aktie geguided. Man gehe davon aus, dass dies deutlich zu konservativ sei und die Gesellschaft ein Ergebnis von 0,88 EUR pro Aktie erreichen könne. Bei einer normalisierten Steuerquote von 36% im vierten Quartal würde sich nach dem Modell der Analysten eine Steuerquote von nur 25% für das laufende ergeben. Dies habe einen maßgeblichen Einfluss auf das Ergebnis je Aktie.
Wie in diversen Medien mit Berufung auf eine einheitliche Quelle (lokale norddeutsche Zeitung) zu lesen gewesen sei, sollten der Bund und das Land Niedersachsen ein Bündnis planen, um OHB den Erwerb der Werke finanziell zu ermöglichen. Demnach sollten die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die dem Land Niedersachsen nahe stehende Nord LB sowie weitere private Geldgeber gewonnen worden sein. Dementis darüber seien sowohl durch Airbus als auch durch OHB Technology gefolgt.
Die Unsicherheiten in Bezug auf die Übernahme der Airbus-Werke würden den Kurs aktuell belasten. Wann sich diesbezüglich Entscheidungen einstellen würden, sei nach Erachten der Analysten völlig offen. Da der Prozess auch bei der OHB hohe Ressourcen in Anspruch nehme, könne man sich vorstellen, dass die Gesellschaft sich bei weiteren Verzögerungen aus dem Bieterwettstreit verabschieden könnte. Die Gesellschaft sei in ihren aktuellen Aufstellungen sehr gut im Markt positioniert und sei in Bezug auf die weitere Entwicklung nicht auf Werke von Airbus angewiesen. Bei der aktuellen Dollar-Entwicklung sei positiv hervorzuheben, dass die Gesellschaft nur ein extrem niedriges Dollar-Exposure aus einem Auftrag habe.
Die Auftragsbestände der Gesellschaft würden sich zurzeit auf einem Rekordniveau befinden. Tendenziell würden diese auch noch weiter ansteigen. Man gehe davon aus, dass die Gesellschaft in 2008 ihr operatives Ergebnis weiter steigern könne. Allerdings erwarte man, dass die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2008 aufgrund einer höheren Steuerquote als in 2007 sowie dem in 2007 verbuchten Einmaleffekt aus dem Verkauf der ORBCOMM-Beteiligung nicht den Gewinn je Aktie aus dem laufenden Geschäftsjahr erreichen werde. Zudem würden sich erhöhte Finanzverbindlichkeiten durch den Erwerb der Kayser Threde GmbH negativ auf den Jahresüberschuss auswirken.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe sehen den fairen Wert der OHB Technology-Aktie auf Sicht von 12 Monaten bei 18 EUR und stufen sie mit dem Anlageurteil "kaufen" ein. (Analyse vom 29.11.2007) (29.11.2007/ac/a/nw)
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