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Analysen - Ausland
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04.12.2001
UniCredito Marketperformer
Stadtsparkasse Köln
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln stufen die Aktien der UniCredito Italiano (WKN 850832) als Marketperformer ein.
Der 1993 privatisierte Bankenkonzern Credito Italiano sei in den letzten Jahren akquisitionsbedingt stark gewachsen. Durch den Zusammenschluss mit der Sparkassenholding UniCredito (Beteiligung an mehreren Sparkassen in Nord- und Mittel-Italien) sei das Geldinstitut gemessen an der Bilanzsumme die Nummer Zwei in der italienischen Bankenlandschaft. Die Bank betreibe ein landesweites Filialnetz und biete ihren Kunden die Leistungen eines Universalkreditinstitutes mit dem Schwerpunkt Retail Banking und Asset Gathering an.
Der konsolidierte Nettogewinn der UniCredito sei im 3. Quartal um 26% auf 31 0 Mio. Euro und in den ersten 9 Monaten 2001 um 17% auf 1,1 Mrd. Euro zurückgegangen und habe damit im Rahmen der Analystenerwartungen gelegen. Die Cost Income Ratio habe sich von 51% im Vorjahr auf 53,2% verschlechtert, die Eigenkapitalrendite sei von 20,8% auf 18,4% gesunken. Ohne Sonderabschreibungen bei neuen Bankbeteiligungen in Osteuropa hätte sie sich jedoch auf 21,2% verbessert. Für das Gesamtjahr erwarte der Vorstandssprecher Profumo ein leicht höheres Nettoergebnis als im Vorjahr (1,39 Mrd. Euro).
Nach dem Scheitern der Expansionspläne im westeuropäischen Ausland (z.B. die gescheiterten Fusionen mit der spanischen BBVA und der Commerzbank) sei die Expansion in Mittel- und Osteuropa durch die Übernahme der größten kroatischen Geschäftsbank Zagrebacka Banka (85%) fortgesetzt worden, an der die Allianz mit 15% beteiligt sein werde. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen müsse der Mehrheitsanteil (63%) an der drittgrößten kroatischen Bank, der Splitska Banka, veräußert werden.
Zusammen mit den Beteiligungen an der größten polnischen Bank Pekao (53,9%), der größten bulgarischen Bulbank (93%) und der slowakischen Polno-banka (51%) sei das Unternehmen die Nr. 2 in den Wachstumsmärkten Mittel- und Osteuropas. Der Geschäftsanteil der Osteuropaaktivitäten solle von heute 15% auf 25% in 2003 ausgeweitet werden, die Kundenzahl solle sich im gleichen Zeitraum auf 8 Mio. verdoppeln.
Dazu seien bis 2003 Investitionen in Höhe von etwa 1 Mrd. Euro vorgesehen. Auf Grund einer geringeren Filialdichte und höheren Wachstumsraten gelte der mittel- und osteuropäische Bankenmarkt als sehr attraktiv. Es bestünden Pläne, die derzeitige föderale Unternehmensstruktur von UniCredito mit der weitgehenden Selbständigkeit der regionalen Töchter (u.a. Marktauftritt unter eigenem Markennamen) aufzugeben. Statt dessen solle UniCredito nach dem Vorbild der größten italienischen Bank IntesaBCI in ein voll integriertes Finanzinstitut mit den 3 Sparten Firmenkunden, Filialgeschäft und Private Banking umgebaut werden. Mit einem Marktanteil von 27% sei UniCredito Marktführer unter den italienischen Geschäftsbanken.
Die Konzentration auf das margenträchtige Privatkundengeschäft sowie die sehr gute Positionierung im Geschäft mit kleineren und mittleren Unternehmen würden UniCredito ltaliano eine hohe Rentabilität ermöglichen. Durch die Übernahme der Fondsgesellschaft Pioneer habe sich UniCredito aufgrund der Produktkomplementarität sehr gut im Asset Management positioniert. Die eigene Stärke im festverzinslichen Bereich werde durch Pioneers Know-how im Aktienbereich gut ergänzt.
Bei der Konsolidierung im italienischen Bankensektor sollte UniCredito auch weiterhin eine führende Rolle spielen. Die Expansionsstrategie dürfte in Form des Erwerbes mittelgroßer, regional spezialisierter Institute vorangetrieben werden. Problematisch sei in diesem Zusammenhang der Widerstand der Zentralbank. Diese habe als Kreditaufsichtsbehörde "feindliche Übernahmen" im Kreditgewerbe kurzerhand abgelehnt.
Die Analysten der Stadtsparkasse Köln behalten ihre Marketperformer-Einschätzung für die Aktien von UniCredito Italiano bei.
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