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Analysen - TecDAX
22.11.2007
ADVA unter der Lupe
TradeCentre.de

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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" nehmen die ADVA-Aktie (ISIN DE0005103006/ WKN 510300) unter die Lupe.

Die Münchener Technologiefirma habe im dritten Quartal einen Umsatz von 61,5 Millionen Euro nach 53,1 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum erzielt. Das Pro-forma-Betriebsergebnis habe in Q3 vier Millionen Euro nach 0,9 Millionen Euro in Q3 2006 erreicht. Inklusive der Aufwendungen aus den Optionsprogrammen, Firmenwertabschreibungen und Abschreibungen für immaterielle Vermögenswerte aus Unternehmenserwerben sei ein Verlust von 1,2 Millionen Euro eingefahren worden. Insgesamt seien die Zahlen für das dritte Quartal okay gewesen.

Beim Ausblick für das Schlussquartal und auch für das Gesamtjahr 2007 habe das Unternehmen allerdings erneut enttäuscht. Wie den Experten von "TradeCentre.de" CFO Andreas G. Rutsch im Hintergrundgespräch erläutere, werde aufgrund einer vorübergehend vorsichtigeren Einschätzung der Nachfrage der größten Kunden (in erster Linie British Telecom) von ADVA die Umsatzerwartung von bislang mindestens 267 Millionen Euro auf nunmehr zwischen 258 Millionen Euro und 263 Millionen Euro gesenkt. Für die Schlussperiode entspreche dies einem Umsatz zwischen 60 Millionen Euro und 65 Millionen Euro.

Die Prognose für das Pro-forma-Betriebsergebnis sei zudem nach unten angepasst worden. Diese Marge erwarte Rutsch nunmehr bei sechs Prozent bis sieben Prozent. Inklusive Abschreibungen und Aufwendungen für Mitarbeiteroptionen werde ADVA das Jahr 2007 mit einem Verlust abschließen. Positiv hingegen sei, dass der Konzern in diesem Jahr einen operativen Cashflow von 15 Millionen Euro bis 20 Millionen Euro erzielen werde.

Für das Jahr 2008 stelle der Finanzchef, der das Unternehmen allerdings im Dezember verlassen werde, um die Stelle des CFO bei einem größeren deutschen Konsumgüterhersteller anzutreten, ein Wachstum von 20 Prozent in Aussicht. Der Umsatz sollte im nächsten Jahr sodann bei mehr als 310 Millionen Euro liegen. Die Pro-forma-Betriebsmarge erwarte Rutsch zwischen 8 Prozent und 8,5 Prozent. ADVA dürfte sodann mindestens einen Pro-forma-Betriebsgewinn von circa 25 Millionen Euro erzielen.

Die regulären Abschreibungen beziffere der Finanzvorstand in 2008 auf circa sieben Millionen Euro bis acht Millionen Euro und den Aufwand für Mitarbeiteroptionen auf circa drei Millionen Euro bis vier Millionen Euro. Vor Steuern und Zinsen sollten somit circa 14 Millionen Euro Gewinn erzielt werden. Unterm Strich rechne man mit einem Überschuss von knapp zehn Millionen Euro oder 22 Cents je Aktie.

ADVA sei unverändert in einem spannenden Marktumfeld aktiv. Das Wachstum im Optical- und Ethernet-Markt sei nach wie vor dynamisch. Netzbetreiber würden aufgrund der Verbreitung von neuen Breitband- und Video-Diensten weiter vermehrt in ihre Infrastruktur investieren und die Nachfrage der Firmen nach Netztechnik steige ebenfalls weiter.

Wenn das Management keine größeren Fehler mache, sollte das Unternehmen von diesem Trend massiv profitieren und gut planbare Cashflows einfahren. Dies könnte aber auch andere Firmen anlocken und ADVA zu einem Übernahmekandidaten machen. Rutsch habe eine Übernahme generell nicht ausgeschlossen: "Derzeit gibt es keine Anzeichen. Wir sind aber wie in der Vergangenheit stets offen für Gespräche". Der Börsenwert von rund einer Viertelmilliarde Euro sei nicht besonders hoch für einen Strategen. Beispielsweise wäre ADVA für die amerikanische CIENA sehr interessant, die durch die Übernahme von ADVA auch ein starkes Standbein in Europa hätte.

Im Bereich unter fünf Euro spreche das Chance/Risiko-Verhältnis inklusive latenter Übernahmefantasie für die Aktie von ADVA, so die Experten von "TradeCentre.de". (Analyse vom 22.11.2007) (22.11.2007/ac/a/t)



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