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Analysen - Ausland
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21.11.2007
Starbucks im Fokus
DaxVestor
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www.optionsscheinecheck.de
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Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "DaxVestor" nehmen die Aktie von Starbucks (ISIN US8552441094/ WKN 884437) unter die Lupe.
Lange Zeit habe es für die Starbucks-Aktie nur eine Richtung gegeben: nach oben. Diese Zeiten seien vorüber. Die Konzentration auf den Heimatmarkt USA und die drohende Rezession in Amerika könnten den Aktienkurs der Kaffeehausaktie noch weiter nach unten befördern.
Das im September abgeschlossene vierte Geschäftsquartal des Geschäftsjahres 2006/07 habe einen Gewinnanstieg von 35 Prozent auf 158,5 Mio. USD und einen überproportionalen Anstieg des Gewinn pro Aktie um 40 Prozent auf 0,21 USD gebracht. Dennoch sei die Aktie am Freitag um neun Prozent eingebrochen. Das Haar in der Suppe, das die Anleger gefunden hätten, sei nicht zu übersehen gewesen. Erstmals in der Unternehmensgeschichte habe Starbucks im vierten Quartal einen Kundenrückgang verzeichnet.
Es seien in den USA ein Prozent weniger Kunden in die Shops gekommen, als im Vorjahresquartal. Das habe bereits Auswirkungen auf die operative Marge, die im Gesamtjahr bei 11,2 Prozent gelegen habe, im vierten Quartal nur noch bei 10,2 Prozent. Für das nächste Geschäftsjahr gehe Starbucks von einem Gewinn pro Aktie zwischen 1,02 und 1,05 USD aus. Dies liege zwar im Rahmen der Analystenschätzungen, dennoch zeige sich auch darin die nachlassende Gewinndynamik. Werde die Geschäftsprognose erfüllt, betrage das 2007er KGV der Starbucks-Aktie immer noch rund 22. Dies sei eine ambitionierte Bewertung für ein Unternehmen, das bislang hauptsächlich durch neue Kaffeeshops gewachsen sei und allmählich an seine Grenzen stoße.
Denn auch McDonald's und andere Anbieter von Systemgastronomie hätten sich auf den Kaffeebereich gestürzt und das Starbucks-Konzept kopiert. Gerade McDonald's investiere kräftig in seine McCafe genannte Sparte und mache Starbucks zu schaffen, unter anderem weil dort der Becher Kaffee einen USD billiger sei. In Zeiten hoher Verschuldung, steigender Benzinpreise und steigender Verunsicherung der Konsumenten sei dies ein K.O-Kritierium. Viele Amerikaner - rund 80 Prozent der Erlöse und 90 Prozent der Gewinne erziele Starbucks in den USA - würden daher zur billigeren Kaffeevariante greifen.
Doch nicht nur die Konkurrenz mache Starbucks zu schaffen. Auch die steigenden Preise für Milch und Agrarprodukte würden auf die Marge drücken. Angesichts einer drohenden Rezession könnten Preisanstiege wie zuletzt von 58 Prozent bei Milch nicht einfach an den Endkunden weitergegeben werden. Auch die knallharte Konkurrenz der zum Teil wie Pilze aus der Erde sprießenden Coffee Shops mache Preiserhöhungen so gut wie unmöglich. Selbst die angekündigte Expansionsstrategie auf internationale Märkte dürfte Starbucks nicht viel helfen, weil dort ebenfalls McDonald's und Co. schon aktiv seien.
Die Zeiten, in denen Starbucks mit anhaltend hohen Wachstumsraten habe glänzen können, seien daher wohl ein für alle Mal vorbei. Die Aktie dürfte sich daher vom Wachstums- zum Substanzwert wandeln. Dies habe allerdings einschneidende Folgen.
Momentan werde Starbucks noch wie ein Wachstumswert bewertet. Als Substanzwert dürfte das KGV deutlich niedriger liegen. Trotz des bereits deutlichen Kursrückgangs dürfte die Aktie daher weiter korrigieren. Dabei sei nicht mit einer erratischen Kursbewegung nach unten zu rechnen, vielmehr dürfte die Neubewertung der Starbucks-Aktie ein langfristiger Prozess sein.
Auch aus charttechnischer Sicht ist nach dem Break der Unterstützung bei 25 USD mit weiteren Kursverlusten bei der Starbucks-Aktie zu rechnen, so die Experten vom "DaxVestor". (Analyse vom 21.11.2007) (21.11.2007/ac/a/a)
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