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Analysen - TecDAX
21.11.2007
GPC Biotech Coverageeinstellung
SES Research

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Dr. Stefan Schröder, Analyst von SES Research, stellt die Coverage für die Aktie von GPC Biotech (ISIN DE0005851505 / WKN 585150) ein.

In den USA sei das geplante Zulassungsverfahren für Satraplatin als Medikament zur Behandlung von Prostatakrebs im Endstadium (hormonresistenter Prostatakrebs, HRPC) endgültig gescheitert. Das Unternehmen setze derzeit einen strategischen Plan zur weiteren Unternehmensentwicklung auf. Ein erstes Update zu den umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen werde innerhalb der nächsten Wochen kommuniziert werden. Auf Basis der für Ende 2007 erwarteten Cashposition von rund EUR 60 Mio. sehe der Plan vor, die Geschäftstätigkeit für einen Zeitraum von rund zwei Jahren zu sichern. Die Implementierung des Plans sei mit einem drastischen Personalabbau um 44% verbunden. Die Maßnahmen würden eine Reduzierung der Belegschaft um 103 Mitarbeiter umfassen. Das Unternehmen werde künftig über 114 aktive Beschäftigte an den Standorten München und Princeton verfügen. Für durch Personalabbau bedingte Restrukturierungskosten würden die Analysten EUR 3 - 4 Mio. veranschlagen, die größtenteils in Q4 2007 anfallen würden und in der Zielgröße von rund EUR 60 Mio. Cash weitgehend enthalten seien.

GPC Biotech werde Satraplatin weiterhin mit Priorität entwickeln und hierzu die laufenden klinischen Studien in Phase 1 und 2 fortsetzen. Diese Studien würden auf die Kombinationstherapie mit anderen Krebsmitteln (z.B. Tarceva) bzw. Bestrahlung zur Behandlung von Lungenkarzinomen und anderen soliden Tumorarten zielen. Zusätzliche Studien zu Satraplatin seien vorgesehen. Der monoklonale Krebsantikörper 1D09C3 in Phase 1 werde hingegen als potenzieller Auslizenzierungskandidat betrachtet. Weitere Anti-Krebswirkstoffe würden sich derzeit in der späten präklinischen Entwicklung befinden (Proteinkinase-Inhibitoren, Zellzyklushemmer) und würden zurzeit evaluiert. Das Management habe ein aggressives Business Development angekündigt, das mögliche M&A-Aktivitäten mit einschließe. Ein Verkauf des Unternehmens sei explizit nicht vorgesehen.

Das von Lizenznehmer Pharmion geleitete europäische Zulassungsverfahren für Satraplatin als Prostatakrebsmedikament sei zwar nicht vollends verloren. Angesichts der enorm hohen Hürden würden die Analysten jedoch eine Marktzulassung für wenig wahrscheinlich halten. Der Zulassungsantrag in Europa basiere auf den (positiven) Daten zum progressionsfreien Überleben der Prostatakrebspatienten.

Die FDA habe jedoch die Erhebung der positiven Daten zum progressionsfreien Überleben aufgrund mangelhafter Studienprotokolle in scharfem Ton beanstandet. Die Gremien der europäischen Arzneimittelbehörde (EMEA) würden diese Daten einer erneuten Begutachtung unterziehen. In die Entscheidung würden zusätzlich die inzwischen vorliegenden Gesamtüberlebensdaten der Patienten miteinbezogen. Letztere Daten hätten keinerlei Überlebensvorteil der mit Satraplatin behandelten Patienten gegenüber der Kontrollgruppe zeigen können.

GPC Biotech und Partner Pharmion würden nun darauf spekulieren, dass die mit dem gehemmten Fortschreiten der Krebserkrankung verbundene Schmerzlinderung durch Satraplatin in Verbindung mit dem Fehlen eines Überlebensnachteils bereits einen ausreichenden klinischen Nutzen darstelle. Zum anderen versuche das Unternehmen durch Subgruppenanalyse zu klären, ob ein Verschwinden des Überlebensvorteils statistisch durch die anschließende Chemotherapie erklärt werden könne, die nach progressionsbedingtem Ausscheiden der Patienten aus der Satraplatinstudie durchgeführt worden sei.

Auch unter Berücksichtigung der noch vorhandenen Chancen könne man aktuell kein wesentliches Potenzial für die Aktie ermitteln. Der Newsflow dürfte auf absehbare Zeit schwach bleiben und von der Restrukturierung geprägt sein.

Somit stellen die Analysten von SES Research mit Veröffentlichung dieses News-Flashes die Coverage für die Aktie von GPC Biotech ein. (21.11.2007/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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