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Analysen - Ausland
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07.12.2001
Philips kaufen
Deutsche Bank
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Die Analysten der Deutschen Bank bleiben trotz rückläufiger Ertragsprognosen bei ihrer Kaufempfehlung für die Aktie von Philips Electronics (WKN 940602).
Seit 1996 seien wesentliche Fortschritte gemacht worden. Philips Electronics sei durch einen riesigen Transformationsprozess gegangen. Die verschiedenen Elemente dieses Prozesses, Firmenverkäufe, zielgerichtete Investitionen, bessere finanzielle Transparenz und besseres Management hätten das Firmenportefeuille von Philips strukturell verbessert.
Dennoch seien die Ergebnisse während des derzeitigen Wirtschaftsabschwungs enttäuschend gewesen. Natürlich hätten die Endmärkte, denen Philips diene, in den vergangenen 12 Monaten eine noch nie da gewesene Abschwächung erlebt. Dennoch sähen die Analysten einen Großteil der Probleme von Philips als hausgemacht. Schlechte Zukunftsprognosen, sinkende Wettbewerbsfähigkeit und Überproduktion seien alles Probleme, die nach Meinung der Analysten von der Konglomeratsstruktur des Unternehmens herrührten. Dadurch sei der Geschäftserfolg in Kernbereichen wie Halbleiter, Komponenten und Set-Top-Boxen hinter dem Branchenschnitt zuückgeblieben.
Nach Ansicht der Analysten müsse das Management den bisherigen Restrukturierungsprozess noch verstärken: Während Philips seit seiner Gründung fast immer ein Konglomerat dargestellt habe, habe das Management in den letzten drei Jahren erneute Anstrengungen unternommen, das Konglomerat auch funktionieren zu lassen, etwas, was auch General Electrics geschafft habe. Diese Strategie dürfte aber nicht funktioniert haben. Die Analysten halten das Hauptmanagement von Philips aber für pragmatisch, so dass es jetzt zu dem Schluss kommen müsse, dass Philips nicht zu einem erfolgreichen, breit angelegten Konglomerat umgewandelt wen könne. Die einzige Alternative dazu sei, den Restrukturierungsprozess des Unternehmen wieder zu verstärken und sich auf die inneren Werte der Gruppe zu konzentrieren.
Auch die derzeitige Bewertung der Philips Aktie würde die nicht funktionierende Strategie von Philips widerspiegeln. Philips sei billig zu haben, werde mit einem 28%igen Wertabschlag gegenüber dem durch Einzelbewertung der Unternehmensteile ermittelten Wert gehandelt. Wende man die Bewertungsmethode an Hand des Cash Flows im Vergleich zu den getätigten Investitionen an, müsste Philips permanent Anlegermittel vernichten. Stattdessen werde Philips aber durch eine erfolgreiche Restrukturierung Kapital generieren und verdiene daher eine höhere Bewertung.
Deshalb hätten die Analysten der Deutschen Bank zwar ihre Ertragsprognose/Aktie für 2001 von -1,10 Euro auf -1,78 Euro, für 2002 von 0,71 Euro auf 0,23 Euro und für 2003 von 1,93 Euro auf 1,66 Euro reduziert, sie bleiben aber bei ihrer Empfehlung, Aktien von Philips zu kaufen. Das Kursziel des Analysten liege bei 40 Euro.
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