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Analysen - Nebenwerte
19.11.2007
BayWa kaufen
SES Research

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SES Research, Finn Henning Breiter, stuft die BayWa-Aktie (ISIN DE0005194062/ WKN 519406) unverändert mit "kaufen" ein.

Die von BayWa am 15.11.2007 vorgelegten Q3-Zahlen hätten sowohl umsatz- als auch ergebnisseitig leicht unter den Erwartungen gelegen. Wie erwartet, beinhalte das EBIT von EUR 41,6 Mio. einen Sonderertrag aus der Veräußerung einer Beteiligung an der Kelly GmbH in Höhe von EUR 16 Mio. Das bereinigte EBIT habe somit auf Vorjahresniveau gelegen.

Das Konzernwachstum werde derzeit von einer ausgeprägten Schwäche in der Bauwirtschaft gebremst. Die wirtschaftlichen Rahmendaten würden zeigen, dass die Neubaugenehmigungen im privaten Wohnungsbau in den ersten acht Monaten 2007 um über 40% eingebrochen seien. Nachdem BayWa trotz dieser Entwicklung im H1 - auch bedingt durch ein starkes Einzelhandelsgeschäft - noch das Umsatzniveau 2006 habe halten können, habe die anhaltende Schwäche im Neubaugeschäft im Q3 für einen deutliche Umsatzrückgang auf EUR 475 Mio. (Q3 2006 EUR 577 Mio.) gesorgt.

Das anhaltend dynamische Wachstum im Agrargeschäft habe die Schwäche des Baugeschäftes in Q3 maßgeblich kompensieren können. Obwohl die Vermarktung der neuen Ernte in Q3 noch eine eher untergeordnete Rolle gespielt habe, sei der Umsatz von EUR 686 Mio. auf EUR 802 Mio. gestiegen. Die Wachstumsaussichten für das Agrarsegment seien weiterhin außerordentlich positiv. Das Wachstum sollte in Q4 2007 sowie H1 2008 insbesondere von der Erntevermarktung getrieben werden und sei hochgradig visibel, da das vermarktete Erntevolumen (das zu über 80% bereits kontraktiert sei) deutlich ansteige, sich die Preise auf wesentlich höherem Niveau bewegen würden als im H1 2007 und BayWa mit ca. EUR 80 Mio. höheren Lagerbeständen zur freien Vermarktung das Jahr 2008 beginnen werde. Zusätzliches Wachstumspotenzial ergebe sich aus der anziehenden Investitionsnachfrage im Zuge der verbesserten Ertragslage in der Landwirtschaft sowie dem Betriebsmittelgeschäft als Resultat der Rekultivierung von stillgelegten Flächen.

Gleichwohl dürfte die bislang erwartete Wachstumsgeschwindigkeit auf Konzernebene, bedingt durch die Neubaukrise, nicht erreicht werden. Das Q4 2007 sollte zusätzlich von dem frühen Wintereinbruch belastet sein. Ab Q2 2008 sei in den Prognosen wieder ein moderates Wachstum im Bausegment unterstellt. Dies reflektiere die geringe Wahrscheinlichkeit eines weiter rückläufigen Bausegmentes nach dem Wegfall der Eigenheimzulage und damit verbunden negativen Auswirkungen von Vorzieheffekten auf das Geschäftsjahr 2007. Wenngleich die kurzfristigen Aussichten für die Baubranche auf Grund der niedrigen Neubaugenehmigungen nicht positiv seien, würden mittelfristig Trigger für eine deutlichere Erholung existieren. Energieeinsparung sollte in den nächsten Jahren stärker gegenüber der Nutzung ökologischer Energien gefördert werden. Das in diesem Zusammenhang bereits existente Energieneinsparungsgesetz sollte in den kommenden Jahren Investitionen in Milliardenhöhe auslösen.

Als Ersatz für die gestrichene Eigenheimzulage stehe derzeit die Möglichkeit zur steuerlichen Begünstigung der Nutzung von Renten-Sparprogrammen für den Erwerb von Wohneigentum zur Debatte. Die Streichung der Eigenheimzulage habe gezeigt, wie sensibel die deutsche Bevölkerung auf Fördermittel für Investitionen reagiere. Die Einführung neuer Programme sollte das Investitionsklima massiv begünstigen. Auf Segmentebene würden sich die gesenkten Erwartungen zum Umsatzwachstum wie folgt darstellen: Wenngleich sich die Dynamik des Wachstums durch das Baugeschäft vorübergehend abschwächen dürfte, bleibe der Investment Case intakt. Die schwache Baukonjunktur dürfte BayWa in den kommenden Monaten nutzen, den Markt weiter aktiv durch Akquisition kleinerer Baustoffhändler zu konsolidieren.

Die gesenkten Prognosen hätten auf Grund der umfangreichen Substanz der BayWa nur einen unterproportionalen Einfluss auf die Bewertung. Die reduzierten Schätzungen würden basierend auf dem FCFY 2008e zu einem Kursziel von EUR 51 (alt: EUR 54) basieren mit weiterem Aufwärtspotenzial für die folgenden Jahre. Das ermittelte Kursziel werde von einem DCF Modell gestützt.

Obwohl für eine deutliche Kursbewegung ein neuer Trigger - etwa die Kommunikation einer größeren Akquisition zum Markteintritt in Osteuropa oder einer konkreten Strategie zur Nutzung der Financial Assets - erforderlich sein dürfte, wird das Rating "kaufen" von den Analysten von SES Research für die BayWa-Aktie bestätigt. (Analyse vom 19.11.2007) (19.11.2007/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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