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Analysen - Ausland
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06.12.2001
AstraZeneca untergewichten
Helaba Trust
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von Helaba Trust stufen die Aktien von AstraZeneca (WKN 886455) weiterhin mit "untergewichten" ein.
Der 1999 durch eine Fusion entstandene britischschwedische Konzern gehöre weltweit zu den Top 5 der Pharmabranche. Seit der Abspaltung der Sparte Agrochemicals (ca. 3 Mrd. US-Dollar Umsatz), die als Syngenta Ende 2000 an die Börse gebracht wurde, sei die Gesellschaft auf Therapeutika fokussiert. Umsatzträger sei das Magen/Darm-Präparat Prilosec, das nach Ablauf des US-Patents dort ab 2002 generischer Konkurrenz ausgesetzt sein dürfte. Dieser Bereich habe zuletzt 24% der Gesamterlöse ausgemacht. Der US-Markt sei regionaler Fokus mit einem Anteil von 55% (Q3 2001). Hoffnungsträger der Forschung seien v.a. der Cholesterinsenker Crestor sowie neuartige Krebsmittel.
Die Neunmonatserlöse 2001 hätten um 3,3% auf 12.040 Mio. US-Dollar zugelegt. Währungsadjustiert habe sich sowohl insgesamt als auch im US-Markt ein Plus von 8% (Q3: +9%; USA: +10%) ergeben. Der wichtige Magen/Darm-Bereich sei auf dieser Basis trotz erheblicher Marketinganstrengungen nur um 4% voran gekommen. Das um Fusionskosten (126 Mio. US-Dollar) bereinigte operative Ergebnis habe sich um 1,8% auf 3.066 Mio. US-Dollar (Marge: 25,5%; VJ: 25,8%) erhöht. Erneut hätten hohe Sonstige Erträge (181 Mio. US-Dollar bzw. 1,4%-Punkte über Vorjahresniveau) einen EBIT-Rückgang verhindert. Der bereinigte Nettogewinn sei v.a. aufgrund einer ermäßigten Steuerquote überproportional um 4,4% auf 2.208 Mio. US-Dollar gestiegen.
Der ausführliche Geschäftsüberblick habe bestätigt, daß der Konzern dank einer starken Produktpipeline und eines schlagkräftigen Vertriebs zwar langfristig über gute Perspektiven verfügt, die Risiken 2002/03 jedoch weiterhin überwiegen. Vor allem die ab 6.12. laufenden US-Prozesse mit Generika-Herstellern um die Prilosec-Patente dürften belasten. Das wahrscheinlichste Szenario sei derzeit, daß Andrx spätestens Mitte 2002 für sechs Monate exklusiv ein Generikum vermarkten werde und weitere Wettbewerber im Anschluß folgen. Das Preisniveau sollte spätestens dann deutlich sinken. Trotz der erfolgreichen Einführung des Nachfolgeprodukts Nexium im US-Markt und kräftigen Volumenwachstums des Magen/Darm-Segments seien insgesamt bis 2003 Erlöseinbußen von ca. 1,5 Mrd. US-Dollar zu erwarten (Umsatz 01e: 6,4 Mrd. US-Dollar). Zudem verliere eine weitere Arznei Mitte 2002 den US-Patentschutz (4% der Erlöse betroffen).
Das solide übrige Portfolio und Wachstumsimpulse, v.a durch Krebs- und Asthmamittel sowie durch Crestor, könnten die Ertragsdelle nicht kompensieren. Die enormen Kosten für die Einführung (H2 02e) der hochprofitablen Arznei (Potential 4-5 Mrd. US-Dollar) in einen stark wachsenden (ca. +20% p.a.) aber sehr umkämpften Markt dürften sich erst ab Mitte 2003 amortisieren. Mehrere Lancierungen in 2002 sowie die Verzögerung des Generika-Auftritts bei Prilosec rechtfertigen in Anbetracht hoher Risiken nicht das auch im Sektorvergleich ambitionierte Bewertungsniveau.
Das Votum der Analysten von Helaba Trust lautet daher weiterhin "untergewichten" (Kursziel ca. 3.000 GBp).
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