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Analysen - TecDAX
12.11.2007
GPC Biotech verkaufen
SES Research

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Dr. Stefan Schröder, Analyst von SES Research, bewertet die Aktie von GPC Biotech (ISIN DE0005851505/ WKN 585150) unverändert mit dem Rating "verkaufen".

Die von GPC berichteten Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2007 hätten bei Betriebs- und Nettoergebnis deutlich unter den Erwartungen der Analysten von SES Research gelegen. Die F&E-Kosten sowie Verwaltungskosten hätten auf hohem Niveau verharrt. Die für H2 angekündigten massiven Kosteneinsparungen würden verstärkt erst in Q4 greifen. Angesichts des Debakels mit den niederschmetternden Gesamtüberlebensdaten für Satraplatin bei Prostatakrebspatienten hätten die berichteten Q3-Zahlen jedoch keine Relevanz für die Bewertung des Unternehmens. Die Cashposition habe sich zum Ende Q3 auf EUR 77 Mio. belaufen.

In den USA sei das geplante Zulassungsverfahren für Satraplatin als Medikament zur Behandlung von Prostatakrebs im Endstadium (hormonresistenter Prostatakrebs, HRPC) endgültig gescheitert. Das Unternehmen setze derzeit einen strategischen Plan zur weiteren Unternehmensentwicklung auf. Ein erstes Update zu den umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen werde innerhalb der nächsten Wochen kommuniziert.

Auf Basis der für Ende 2007 erwarteten Cashposition von rund EUR 60 Mio. sehe der Plan vor, die Geschäftstätigkeit für einen Zeitraum von rund zwei Jahren zu sichern. Die Implementierung des Plans sei mit einem drastischen Personalabbau verbunden. Man erwarte in etwa eine Halbierung der Mitarbeiterzahl (derzeit 240). Für durch Personalabbau bedingte Restrukturierungskosten veranschlage man EUR 3 bis 4 Mio., die größtenteils in Q4 2007 anfallen würden und in der Zielgröße von rund EUR 60 Mio. Cash weitgehend enthalten seien.

GPC Biotech werde Satraplatin weiterhin mit Priorität entwickeln und hierzu die laufenden klinischen Studien in Phase 1 und 2 fortsetzen. Diese Studien würden auf die Kombinationstherapie mit anderen Krebsmitteln (z.B. Tarceva) bzw. Bestrahlung zur Behandlung von Lungenkarzinomen und anderen soliden Tumorarten zielen. Zusätzliche Studien zu Satraplatin seien vorgesehen.

Der monoklonale Krebsantikörper 1D09C3 in Phase 1 werde hingegen als potenzieller Auslizenzierungskandidat betrachtet. Weitere Anti-Krebswirkstoffe würden sich derzeit in der späten präklinischen Entwicklung (Proteinkinase-Inhibitoren, Zellzyklushemmer) befinden und zurzeit evaluiert. Das Management habe ein aggressives Business Development angekündigt, das mögliche M&A-Aktivitäten mit einschließe. Ein Verkauf des Unternehmens sei explizit nicht vorgesehen.

Das von Lizenznehmer Pharmion geleitete europäische Zulassungsverfahren für Satraplatin als Prostatakrebsmedikament sei zwar nicht vollends verloren. Angesichts der enorm hohen Hürden halte man jedoch eine Marktzulassung für wenig wahrscheinlich. Der Zulassungsantrag in Europa basiere auf den (positiven) Daten zum progressionsfreien Überleben der Prostatakrebspatienten.

Die FDA habe jedoch die Erhebung der positiven Daten zum progressionsfreien Überleben aufgrund mangelhafter Studienprotokolle in scharfem Ton beanstandet. Die Gremien der europäischen Arzneimittelbehörde (EMEA) würden diese Daten einer erneuten Begutachtung unterziehen. In die Entscheidung würden zusätzlich die inzwischen vorliegenden Gesamtüberlebensdaten der Patienten miteinbezogen werden. Letztere Daten hätten keinerlei Überlebensvorteil der mit Satraplatin behandelten Patienten gegenüber der Kontrollgruppe zeigen können.

GPC Biotech und Partner Pharmion würden nun darauf spekulieren, dass die mit dem gehemmten Fortschreiten der Krebserkrankung verbundene Schmerzlinderung durch Satraplatin in Verbindung mit dem Fehlen eines Überlebensnachteils bereits einen ausreichenden klinischen Nutzen darstelle. Zum Anderen versuche das Unternehmen durch Subgruppenanalyse zu klären, ob ein Verschwinden des Überlebensvorteils statistisch durch die anschließende Chemotherapie erklärt werden könne, die nach progressionsbedingtem Ausscheiden der Patienten aus der Satraplatinstudie durchgeführt worden sei.

Die Analysten von SES Research würden für die Marktzulassung von Satraplatin als Prostatakrebsmedikament nur noch eine Erfolgschance von rund 15% veranschlagen und Satraplatin in ihrer aktuellen Bewertung im Wesentlichen als Phase-2-Asset berücksichtigen. Den monoklonalen Krebsantikörper würden sie als Phase-1-Projekt bewerten, das kurzfristig zur Auslizenzierung stehe. Ihre Bewertung beruhe auf den risikoadjustierten Nettobarwerten der beiden Medikamentenkandidaten sowie der Cashposition Ende 2007. Ihre Prognosen für 2008/2009 würden sich aufgrund des vom Unternehmen noch nicht kommunizierten Restrukturierungsprogramms in Überarbeitung befinden.

Die Analysten von SES Research empfehlen die GPC Biotech-Aktie zu verkaufen. Ihr Kursziel laute EUR 2,70. (Analyse vom 12.11.2007) (12.11.2007/ac/a/t)

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