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Analysen - Neuer Markt
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03.12.2001
IDS Scheer marktneutral
Independent Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von Independent Research bewerten die Aktie von IDS Scheer (WKN 625700) mit marktneutral.
IDS Scheer sei ein gut positioniertes Unternehmen mit hoher Kompetenz. Für das Unternehmen spreche die Tätigkeit in den überproportional wachsenden Märkten SCM und CRM, und zudem besitze IDS Scheer Erfahrung bei der Abwicklung von mySAP.com-Projekten. Die Software-Expertise werde verknüpft mit dem ursprünglichen Kerngeschäft Prozessoptimierung sowie einer klaren Branchenfokussierung. IDS Scheer positioniere sich in einer Nische und sei damit für Großkunden ein attraktiver Partner. Denn ohne spezifische Kompetenzen wäre die Konkurrenz der großen Beratungshäuser übermächtig. Insofern sei es notwendig und logisch, dass IDS Scheer sich auf SAP als Softwarepartner konzentriere. Denn anders könnte IDS Scheer die zur Besetzung der gewählten Nische erforderliche Spezialkompetenz auch im Softwarebereich nicht erreichen.
Die erzwungene, enge Bindung an SAP stelle dabei Chance und Risiko zugleich dar. Durch die Absatzschwäche bei SAP dürfte auch eine Wachstumsdelle bei IDS Scheer entstehen. Allerdings würden Schwankungen der Lizenzverkäufe bei SAP bei den Implementierungspartnern erst mit Zeitverzögerungen von rund 6 bis 12 Monaten spürbar. Zudem würden die Schwankungen durch den zeitlichen Nachlauf deutlich geglättet. IDS Scheer könne zudem Schwankungen durch den eigenen Softwarebereich sowie durch den Bereich Prozessberatung abfedern und sei deshalb weniger betroffen als reine SAP-Dienstleister.
Bei Independent Research erwarte man in den kommenden Jahren ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 20 bis 30%. Dieses Wachstum dürfte zu einem Grossteil organisch sein. Man erwarte weiterhin Zukäufe, die das Produkt- und Leistungsangebot sinnvoll ergänzen und die internationale Präsenz erhöhen dürften. Zwar wäre rein organisches Wachstum wünschenswerter, da keine Firmenwertabschreibungen anfielen und Integrationsprobleme ausgeschlossen seien. Nachdem IDS Scheer sich in 2000 durch die gehäuften Zukäufe im Ausland etwas überfordert habe und die notwendigen organisatorischen und personellen Schritte unternommen habe, um die Beteiligungen zu konsolidieren, erwarte man in Zukunft eine stärker fokussiertere Übernahmepolitik. Dabei sehe man den Umstand, dass IDS Scheer die Übernahme der Bristlecone in den USA abgesagt habe, als Anzeichen für eine nun vorsichtigere Übernahmepolitik. Bei Bristlecone habe IDS Scheer festgestellt, dass der Zweck der Übernahme, die Gewinnung von Mandanten und qualifizierten Mitarbeitern, gefährdet gewesen sei.
Auch den Umstand, dass die Auslandsbeteiligungen ohne USA in Summe in den ersten drei Quartalen den Break-even erreicht hätten, werte man als Zeichen für eine überlegte Übernahmepolitik. Deshalb halte man den Turn-around in den USA im ersten Quartal 2002 für realistisch. Durch den Wegfall der Belastungen in den USA hätten die Margen in 2002 noch Steigerungspotenzial. Im Vergleich mit den Peer-Group-Unternehmen am Neuen Markt, SAP SI und Novasoft, die man beide mit "Übergewichten" bewerte, weise, IDS Scheer derzeit wegen des Softwaregeschäftes des Unternehmens kurzfristig höhere Risiken auf. Zugleich liege IDS Scheer beim Umsatzmultiple zwischen den beiden Mitbewerbern, beim KGV gleich auf mit SAP SI und deutlich über Novasoft.
Deshalb behalten die Experten von Independent Research ihr Votum "Marktneutral" für die Aktie von IDS Scheer zunächst bei.
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