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Analysen - DAX 100
30.10.2007
Krones halten
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, empfiehlt die Aktie von Krones (ISIN DE0006335003/ WKN 633500) nach wie vor zu halten.

Krones habe gestern die Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2007 veröffentlicht. Der Umsatz habe in dem traditionell schwächsten Quartal der Gesellschaft um 22,8% im Vergleich zum Vorjahresquartal gesteigert werden können und damit 515,8 Mio. EUR betragen. Damit hätten umsatzseitig die starken Zuwächse der ersten beiden Quartale nochmals überboten werden können, wodurch Krones den Konsens von 486,0 Mio. EUR deutlich habe übertreffen können.

Im Gegensatz zu vorangegangenen Geschäftsjahren sei der Rückgang sowohl beim Umsatz als auch bei den Erträgen vom zweiten auf das dritte Quartal weniger groß gewesen. Insgesamt sei es der Gesellschaft damit gelungen, die Umsätze in den ersten neun Monaten um 17,1% auf 1.569,7 Mio. EUR zu steigern. Demnach mache sich nach Angaben von Krones positiv bemerkbar, dass das Unternehmen als Komplettanbieter auftrete und so verstärkt Großaufträge habe gewinnen können. Darüber hinaus komme ihnen der PET-Trend überdurchschnittlich zugute. Auch die steigende Nachfrage nach Abfüllmaschinen in Südamerika, Russland und China habe dieses Wachstum forciert.

Das EBIT habe sich im Berichtszeitraum auf 29,3 Mio. EUR belaufen, was einer Steigerung im Vergleich zum dritten Quartal des vorangegangenen Jahres von 67,7% entspreche. Hier habe der Markt der Gesellschaft allerdings mit 31,0 Mio. EUR ein höheres Ergebnis zugetraut. Die EBIT-Marge habe damit von 4,0% auf 5,4% gesteigert werden können. Betrachte man Umsatz-Konsens sowie EBIT-Konsens, so stelle man fest, dass auch die Margenerwartung seitens des Marktes von ca. 6,4% von der Gesellschaft doch deutlich verfehlt worden sei.

Negativ habe sich das schlechte Ergebnis im Segment "Maschinen und Anlagen für den unteren Leistungsbereich (KOSME)" ausgewirkt. Nach neun Monaten sei ein EBT von -1,2 Mio. EUR erwirtschaftet worden, nachdem zum Halbjahr hier noch ein Plus von 1,8 Mio. EUR habe verbucht werden können. Im dritten Quartal sei also ein EBT von -3,0 Mio. EUR erzielt worden (EBT-Marge: -19%). Der Einfluss auf das Konzernergebnis sei angesichts eines Umsatzanteils von ca. 3,5% allerdings recht gering.

Nach den ersten drei Quartalen liege das EBIT bei 101,7 Mio. EUR und somit um 33,5% über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Die EBIT-Marge rangiere mit 6,5% damit unter dem Wert, der für das Gesamtjahr erwartet werden könne. Dies liege allerdings allein an dem saisonbedingten schwächeren dritten Quartal. Das vierte Quartal werde hier erhöhend wirken.

Der Jahresüberschuss nach Anteilen Dritter habe im dritten Quartal 19,1 Mio. EUR (+85,4%) betragen. Der Markt habe ein Ergebnis von 19,7 Mio. EUR erwartet. Die nochmals deutliche Steigerung zum EBIT liege u.a. in einem verbesserten Finanzergebnis begründet. Das Finanzergebnis werde in diesem Jahr etwas höher als in den vergangenen Jahren ausfallen, da Krones Beteiligungserträge aus Tochtergesellschaften erst in diesen sammle und diese aus steuerlichen Gründen erst nach einigen Geschäftsjahren ausschütten lasse. Somit habe Krones nach neun Monaten das Ergebnis nach Anteilen Dritter um 38,2% auf 66,2 EUR steigern können.

Im dritten Quartal habe Krones Auftragseingänge in Höhe von 653,3 Mio. EUR verbuchen können. Der Markt habe hier lediglich einen Wert um die 557,0 Mio. erwartet. Das Orderaufkommen habe damit um mehr als 100 Mio. EUR über dem Wert des zweiten Quartals und um 26,5% über dem Niveau des entsprechenden Quartals des vergangenen Geschäftsjahres gelegen. Ausschlaggebend für den erfreulichen Eingang seien einige große Bestellungen aus dem In- und Ausland.

Der Auftragsbestand habe sich zum 30.09. auf 939,9 Mio. EUR belaufen, was einer Steigerung um 16,2% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspreche. Die Zahlen seien vor allem auch deshalb sehr erfreulich, weil es Krones gelungen sei, die Produktion effizienter zu gestalten und die Durchlaufzeiten damit zu verkürzen. Die hohe Auslastung der Maschinen sollte sich nach Ansicht der Analysten positiv auf die Margen auswirken, könne Krones doch weniger lukrative Aufträge ausschlagen.

Die Gesellschaft habe signalisiert, dass der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr um mehr als 12% wachsen solle. Die Analysten vom Bankhaus Lampe würden in ihrem Modell von einem Wachstum von 13% (vorher: 12%) ausgehen. Um dieses zu realisieren, müsste Krones die Umsatzerlöse im vierten Quartal lediglich um 3,3% im Vergleich zum Vorjahresquartal steigern, was angesichts der guten Auslastungen kein ambitioniertes Szenario sei. Die EBT-Marge solle nach Angaben der Gesellschaft bei mehr als 7% liegen. Man erwarte eine Vorsteuer-Marge von 7,1%.

Die Zahlen zum dritten Quartal würden belegen, dass die Gesellschaft im Markt für Getränkeverpackungen hervorragend aufgestellt sei. Dieser Markt werde nach Erachten der Analysten in der Zukunft von der stetig steigenden Weltbevölkerung und dem Anstieg des Wohlstandes in Ländern wie Russland, China, Indien aber auch in afrikanischen Regionen profitieren.

Prognosen sähen für den Verpackungsmarkt in den nächsten Jahren Wachstumsraten von 4,5% bis 5,0% p.a., wobei der Markt für Getränkeverpackungen noch etwas stärker steigen sollte. Aufgrund der führenden Stellung von Krones gehe man davon aus, dass die Gesellschaft von diesen Steigerungsraten überdurchschnittlich profitieren sollte. Zudem erwarte man mittelfristig noch weiter steigende Margen. Die Analysten hätten ihre Modelle der guten Entwicklung - insbesondere des Auftragsbestands - angepasst und würden ihr Kursziel auf 68 EUR (vorher um Aktiensplitt angepasst: 56,67 EUR) erhöhen.

Angesichts des in ihren Augen nur begrenzt vorhandenen Kurspotenzials stufen die Analysten vom Bankhaus Lampe die Krones-Aktie unverändert mit "halten" ein. (Analyse vom 30.10.2007) (30.10.2007/ac/a/d)



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