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News - Nebenwerte
30.10.2007
Presse: Grammer strafft die Produktion
aktiencheck.de

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Amberg (aktiencheck.de AG) - Der Automobilzulieferer Grammer AG (ISIN DE0005895403/ WKN 589540) soll durch ein hartes Sanierungskonzept wieder auf die Erfolgsspur zurückgebracht werden.

"Wir wollen bis Ende 2008 30 Mio. Euro einsparen", sagte Grammer-Chef Rolf-Dieter Kempis im Gespräch mit dem "Handelsblatt". "Wir stehen im Automobilgeschäft massiv unter Druck, wir müssen reagieren", fügte Kempis hinzu. Grammer hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, von seinen weltweit 9.000 Stellen bis zu 700 streichen zu wollen, vorwiegend in Osteuropa. Grammer ist Spezialist für Sitze für LKWs und Baumaschinen, Armlehnen und Kopfstützen. Zwei Drittel der zuletzt 880 Mio. Euro Umsatz machen die Oberpfälzer mit der Automobilindustrie. Erst Ende September verließ der Chef der Autosparte, Uwe Wöhner, überraschend das Unternehmen, Vorstandschef Kempis übernahm den Schlüsselbereich mit.

Am vergangenen Freitag hatte der im SDAX notierte Konzern eine Gewinnwarnung veröffentlicht, nachdem das Unternehmen noch Mitte August die Prognose für 2007 heraufgesetzt hatte. Die Probleme von Grammer sind vielfältig. Zum einen drücken die Autohersteller auf den Preis, im Schnitt 2,5 Prozent pro Jahr, sagt Kempis. Die weiter stark steigenden Preise für Stahl und Kunststoffe könnten deshalb nur bedingt an die Autohersteller weitergegeben werden. Grammer ist wie der Rest der Branche mit der Produktion nach Osteuropa ausgewichen. Lohnintensive Handarbeit wie das Nähen von Sitzbezügen lässt Grammer in den osteuropäischen Billigstandorten wie Serbien, Bulgarien und Russland ausführen. Die komplexeren Sitzsysteme werden in Tschechien und Polen produziert. Doch gerade dort steigen die Löhne schneller als in Deutschland, beide Länder werten zudem ihre Währungen gegenüber dem Euro auf. "Der relative Kostenvorteil dieser Länder geht immer mehr verloren", klagt der Grammer-Chef.

Wachstum sollen auch Innovationen bringen. So arbeitet die Branche vermehrt an Systemen wie der "crashaktiven Kopfstütze", die Grammer bereits serienmäßig bei BMW und Mercedes einbaut. Dieses System neigt die Kopfstütze bei einem Heckaufprall nach vorne und beugt somit dem Schleudertrauma vor. Nach den Premiumherstellern hofft Grammer nun auf weitere Kunden für das System.

Kurzfristig will Grammer das Vertrauen der Anleger wiedergewinnen. Kempis will 2009 mehr als eine Milliarde Euro umsetzen und eine Umsatzrendite von 5 Prozent erwirtschaften. Zuletzt lag der Wert bei 4 Prozent.

Die Aktie von Grammer notiert aktuell mit einem Minus von 0,76 Prozent bei 16,99 Euro. (30.10.2007/ac/n/nw)


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