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Analysen - Ausland
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30.11.2001
Ericsson neutral
Helaba Trust
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten von Helaba Trust bewerten die Ericsson-Aktie (WKN 850001) mit "neutral".
Der schwedische Konzern sei ein weltweit führender Telekomausrüster. Der Unternehmensschwerpunkt liege im Netzwerksektor und hier wiederum bei den mobilen Netzen. Der Handset-Bereich sei seit dem 1. Oktober 2001 in ein Joint Venture mit Sony aus-gegliedert worden, nachdem die Fertigung von Mobiltelefonen bereits an das amerikanische Unternehmen Flextronics abgegeben worden sei. Dem sei ein stetiger Verlust an Marktanteilen und ein sinkender Anteil am Gesamtumsatz des Unternehmens voraus gegangen. Während im Jahr 2000 Europa (Umsatzanteil 36%) das wichtigste Absatzgebiet für Ericsson gewesen sei, sei in 2001 die Bedeutung des asiatischen Marktes gewachsen (Umsatzanteil im 3. Quartal 2001: 28%).
Die Zahlen für das 3. Quartal hätten einen weiteren Einbruch der EBIT-Marge auf –10% offenbart (1. Quartal: -8%, 2. Quartal: -7%). Der Bereich Mobiltelefone habe nach wie vor eine katastrophale Rendite von –51% aufgewiesen. Im Vergleich zu 1. Quartal (-80%) und zum 2. Quartal (-57%) sei zwar eine Stabilisierung erfolgt, angesichts der schon im 2. Quartal erfolgten drastischen Reduzierung der Mitarbeiterzahl in diesem Segment (-46%) habe das operative Ergebnis jedoch unter den Erwartungen gelegen. Der Average Selling Price habe im 3. Quartal zwar leicht gesteigert werden können, die Anzahl der verkauften Handsets sei jedoch weiter auf 7,2 Mio. Einheiten gesunken. Auch die Auftragseingänge seien im Vergleich zum 2. Quartal leicht rückläufig gewesen. Das Segment Netzwerke habe demgegenüber einen Einbruch bei den Auftragseingängen Marktkapitalisierung (Mio.) 547.920 1.331.480 446.859 um über 30% hinnehmen müssen und auch der Umsatzrückgang von 15% gegenüber dem Vorquartal sei enttäuschend ausgefallen. Eine positive Überraschung sei hingegen die stabile EBIT-Marge von 1% und ein besser als erwarteter Cash flow gefallen. So habe die Nettoverschuldung überraschend sogar leicht reduziert werden können. Ein nachhaltiger Abbau der Verschuldung sei aufgrund einer weiteren Herabstufung durch Ratingagenturen notwendig geworden (S&P: BBB+, Ausblick negativ), da ansonsten wieder ansteigende Zinsbelastungen drohten. Während sich Umsätze und Auftragseingänge in Nordarmerika bereits stabilisierten, seien beide in Lateinamerika erwartungsgemäß eingebrochen. Den Rückgang bei den Auftragseingängen des ansonsten stabilen Asiengeschäftes sehe man nur als vorübergehend an.
Ericssons Ziel, bereits 2002 eine EBIT-Marge von 5% zu erreichen, erscheine trotz der umfangreichen. Kostensenkungsprogramme und der Ausgliederung der verlustreichen Handysparte zu ambitioniert. So gehe man im nächsten Geschäftsjahr von rückläufigen Umsätzen im Netzwerksektor aus. Mittelfristig erwarte man jedoch eine Rückkehr zu operativen Margen von 5-8%. Man rechne für das 4. Quartal mit positiven Überraschungen im Handsetbereich, da die neuen Ericsson T39 und T68 die einzigen Handys seien, die GPRS, Bluetooth und HSCSD anböten und von den Endkunden gut aufgenommen würden. Vor diesem Hintergrund erscheine der Titel mit einem EV/Umsatz von 2,17 2003e (Durchschnittswert von 1993-2000 2,0) fair bewertet.
Die Experten von Helaba Trust empfehlen daher eine neutrale Gewichtung der Aktie.
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