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Analysen - DAX 100
18.10.2007
Südzucker kaufen
Aktienservice Research

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Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Aktienservice Research" empfehlen die Südzucker-Aktie (ISIN DE0007297004/ WKN 729700) zu kaufen.

Europas größter Zuckerproduzent und zugleich einer der größten Nahrungsmittelkonzerne Deutschlands habe zuletzt, trotz der Anspannungen um die geplante EU-Zuckermarktreform, seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2007/08 (bis Ende Februar) bestätigt. Charttechnisch sehe es zudem nach einer Bodenbildung aus, sodass die Aktie für langfristig orientierte Anleger wieder ein verlockendes süßes Investment darstellen könnte.

Südzucker könne auf mehr als 100 Jahre Firmengeschichte zurückblicken. Der Konzern gehe auf die Süddeutsche-Zucker-AG zurück, die im Jahr 1926 aus einem Zusammenschluss verschiedener regionaler Zuckerfabriken hervorgegangen sei. Heute würden knapp 20.000 Angestellte bei dem Unternehmen arbeiten, das in einer zukunftsträchtigen Branche beheimatet sei. Denn nachhaltig produzierte Güter, insbesondere, wenn sie aus Agrarrohstoffen gewonnen würden, würden weltweit auf eine steigende Nachfrage treffen.

Die Aktivitäten der Gesellschaft würden vom traditionellen Zuckersegment über das so genannte Functional Food, Portionsartikel, Tiefkühl- und Kühlprodukte (Pizza) und Bioethanol bis hin zum Segment Frucht mit Fruchtzubereitungen und Fruchtsaftkonzentraten reichen.

Im Zuckerbereich sei der Konzern mit einer jährlichen Produktion von 4,6 Mio. Tonnen europäischer Marktführer. Die Produktionsstätten seien überall in Europa. Entscheidend für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg dieses Bereichs sei laut Südzucker, dass die Produktionsstätten der Gruppe sowohl mit Blick auf die Rohstoffversorgung als auch unter Vermarktungsgesichtspunkten optimal positioniert seien. Ziel sei, die erreichte Marktposition weiter zu stärken und Chancen konsequent zu nutzen.

Hauptgesellschafter von Südzucker seien die Rübenanbauer. Über die Süddeutsche Zuckerrübenverwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) würden sie einen Anteil von 55% halten. Sie könnten auch künftig auf steigende Renditen hoffen. Bei Bekanntgabe der Halbjahresbilanz habe das Unternehmen einen vielversprechenden Ausblick für das Gesamtjahr 2007/08 veröffentlicht.

Im Zeitraum März bis August habe sich der Umsatz zwar um 3,3% auf 2,8 Mrd. Euro verringert, und das operative Ergebnis sei von 250 auf 120 Mio. Euro gesunken, die Rückgänge hätten aber im Rahmen der Erwartungen gelegen und ausschließlich aus dem Segment Zucker resultiert. Die hier anfallenden Einbußen hätten auch den Überschuss von 156,5 Mio. Euro im Vorjahr auf 78,7 Mio. Euro gedrückt. Damit habe Südzucker aber ebenfalls mehr verdienen können als vom Markt prognostiziert.

Verantwortlich für die Rückgänge im größten Geschäftsfeld Zucker seien in den ersten sechs Monaten die mit der Zuckermarktverordnung einhergehenden Exportbeschränkungen gewesen. Im Wesentlichen sei die Möglichkeit weggefallen, C-Zucker auf den Weltmarkt zu exportieren. Der Segmentumsatz habe sich daher von 1,9 auf 1,7 Mrd. Euro verringert, wobei die Entwicklung im zweiten Quartal den Angaben zufolge aber stabil verlaufen sei. Operativ habe der Konzern im Geschäftsfeld Zucker 31,6 Mio. Euro und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor mit 179 Mio. Euro verdient. Neben dauerhaften Faktoren aus der neuen Zuckermarktordnung sei dies unter anderem auf temporäre Belastungen aus der Restrukturierungsabgabe zurückzuführen gewesen.

Deutlich besser sei es dagegen in den Bereichen Spezialitäten und Frucht gelaufen, in denen Umsatz und Ergebnis hätten gesteigert werden können. Im Geschäftsfeld seien neben der Erzeugung von Bioethanol (Tochter CropEnergies) außerdem Freiberger (Pizza, Pasta, Baguette) sowie das Functional Food-Geschäft, also Zutaten für die Nahrungsmittelproduktion wie Stärke, Oligofructose oder Isomalt, angesiedelt. Im dritten Konzernsegment Frucht produziere Südzucker kundenspezifische Fruchtzubereitungen für internationale Lebensmittelkonzerne sowie Fruchtsaftkonzentrate.

Bei Vorlage der Bilanz habe Südzucker angesichts der Anpassungen bei der EU-Zuckermarktverordnung zudem zuversichtlicher auf das Geschäftsjahr 2007/08 geblickt und die Gesamtjahresprognose angehoben. Zwar würden die mit der Verordnung einhergehenden Preissenkungen und Exportbeschränkungen nach wie vor Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr stark verringern - allerdings nähmen die von den EU-Agrarministern beschlossenen Änderungen der Reform einen Teil dieser Last wieder weg, habe es geheißen.

So entfalle für Südzucker eine Abgabe an den Entschädigungsfonds der Rübenbauern. Das operative Ergebnis werde daher nun bei 210 Mio. Euro erwartet, nach 410 Mio. Euro im Vorjahr. Bislang habe der Konzern bei dieser Kennziffer lediglich 120 bis 160 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Der Konzernumsatz solle nach 5,8 Mrd. Euro im Vorjahr auf 5,2 bis 5,4 Mrd. Euro sinken und damit weniger stark als zuvor auf 5,1 bis 5,3 Mrd. Euro geschätzt worden sei.

Im Bereich Zucker erwarte der Vorstand ein leicht positives Ergebnis. Das Zuckergeschäft trage rund 60% zum Konzernumsatz bei. Im vergangenen Jahr habe Südzucker in seiner Zuckersparte wegen der EU-Reformen einen hohen Verlust erwirtschaftet. Daher begrüße das Unternehmen nun auch die letzten Nachbesserungen der Zuckermarktordnung. Der Rat der EU-Agrarminister habe in seiner Sitzung am 26. September 2007 eine sofort wirksame Nachbesserung der Zuckermarktordnung beschlossen. Ziel sei vor allem, den Verkauf von Zuckerquoten an den von der EU-Kommission im Jahr 2006 eingerichteten Restrukturierungsfonds attraktiver zu gestalten.

Ein nachhaltiges Marktgleichgewicht auf dem EU-Zuckermarkt sollte durch freiwillige Quotenrückgaben von insgesamt rund sechs Millionen Tonnen Zucker erreicht werden. Bisher seien aber in den Zuckerwirtschaftsjahren 2006/07 und 2007/08 insgesamt nur 2,2 Mio. Tonnen Zuckerquote zurückgegeben worden. Alle großen Zuckerhersteller in der EU hätten bereits im Vorfeld des Beschlusses ihre Bereitschaft signalisiert, auf Basis der neuen Bedingungen von der Möglichkeit freiwilliger Quotenrückgaben für das Zuckerwirtschaftsjahr 2008/09 Gebrauch zu machen.

Trotz der Nachbesserungen sei Südzucker daran interessiert, seine Abhängigkeit vom Kerngeschäftsfeld Zucker zu verringern. Daher gehöre der Ausbau der anderen Sparten zur Strategie. Damit solle der Anteil der Nicht-Zucker-Aktivitäten am Konzernumsatz von aktuell 40% auf 50% gesteigert werden. Auch Akquisitionen seien laut Konzernchef Spettmann denkbar.

Die Strategie klinge einleuchtend, und aus fundamentaler Sicht sei die Südzucker-Aktie einen Blick wert. Zumal nach kräftiger Korrektur seit dem Allzeithoch im März 2006 bei 22,40 Euro nun eine nachhaltige Erholungsphase begonnen haben könnte. Zuletzt sei der Kurs ausgehend von der Unterstützungszone im Bereich von 13,51 bis 14,43 Euro angesprungen und habe sich der Hürde im Bereich von 16,50 Euro genähert. Sollte nun das Zwischenhoch von 16,90 Euro auf Schlusskursbasis überwunden werden, würde dies einen so genannten Doppelboden komplettieren, was als Trendwendesignal interpretiert werden könnte.

Bestätige sich dieses Szenario, könnten langfristige Käufe in Erwägung gezogen werden. Mit einem geschätzten 2008er-KGV von 24 sei die Aktie zwar nicht günstig, diese Bewertung relativiere sich jedoch vor dem Hintergrund der Belastungen durch die EU-Zuckermarktreform. Hinzu komme eine attraktive Dividendenrendite von 3,5%.

Die Experten von "Aktienservice Research" bewerten die Südzucker-Aktie mit "kaufen". Der Stopp-Loss sollte bei 14,20 Euro platziert werden. (Aktien Ausgabe 437 vom 17.10.2007) (18.10.2007/ac/a/d)



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