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Analysen - Nebenwerte
11.10.2007
BayWa kaufen
SES Research

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SES Research, Finn Henning Breiter, empfiehlt die BayWa-Aktie (ISIN DE0005194062/ WKN 519406) nach wie vor zu kaufen.

SES Research/M.M. Warburg hätten am 02.10.2007 BayWa's COO für das Segment Agrar, Dr. Stefan Bötzel, getroffen. Dr. Bötzel sei seit Anfang 2007 für BayWa tätig. Vor seiner Berufung in den Vorstand sei er 14 Jahre für die Unternehmensberatung Roland Berger in Hamburg als Berater für Agrarkonzerne tätig gewesen. Ein Schwerpunkt seiner Beratungstätigkeit habe auf strukturierten Veränderungsprozessen in Unternehmen und wertorientiertem Management gelegen.

Kern des Gesprächs seien BayWa's Rolle als Europas größtes Agrarhandelsunternehmen in strukturell dynamisch veränderlichen Rahmenbedingungen und die daraus abzuleitende Strategie im Hinblick auf operative Prozesse und Kapitalstruktur gewesen. Der Agrarmarkt sei vielschichtigen Veränderungsprozessen unterworfen. Erstens sei dies die Internationalisierung der Handelsströme: Insbesondere vom steigenden Proteinkonsum Ostasiens getrieben, steige die Nachfrage deutlich schneller, als Angebotsausweitungen erfolgen könnten. Dementsprechend würden die Weltgetreidevorräte heute ca. alle 53 Tage umgeschlagen (vor 6 Jahren noch 88 Tage).

Zweitens sorge die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien für eine hohe Absorption der Maisproduktion innerhalb der USA. Daraus resultiere ein starker Rückgang der Exportmengen. Das Ergebnis sei die Beschleunigung der eingeleiteten Deregulierung der europäischen Agrarmärkte. Nachdem sich das Preisniveau nach langen Jahren erstmals deutlich vom Interventionspreis entfernt habe, würden die Landwirte von Subventionsempfängern wieder zu Unternehmern. Investitionen in eine effizientere Betriebsführung seien die Folge.

BayWa profitiere als bedeutendster Player in einer Kernregion der Nahrungsmittelindustrie von diesen Entwicklungen. Dabei sehe sich das Unternehmen als Versorger mit einer entsprechend konservativen Geschäftspolitik. Long-Positionen würden zu über 80% sofort kontraktiert, so dass nur ein überschaubares Preisänderungsrisiko von BayWa getragen werde. Daraus resultiere, dass keine hochgradige Korrelation zwischen Preisniveau und Marge bestehe.

Eine Margenausweitung sei für BayWa damit hauptsächlich aus Effizienzsteigerungen erzielbar. Mittelfristig würden jedoch auch die Optionen eines Einstiegs in das internationale Trading geprüft. BayWa profitiere von den Marktentwicklungen. Die Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe nehme ab, woraus größere und effizient geführte Betriebe resultieren würden. BayWa wolle dem durch eine Anpassung der Standortzahl begegnen. Hierzu würden Kompetenzzentren aufgebaut und kleine umliegende Standorte geschlossen. Gleichzeitig würden strategische Maßnahmen entwickelt, um die verbleibenden Kleinbauern trotz der Standortreduzierung weiter zu binden.

Somit sei in einem mittelfristigen Prozess mit einer erheblichen Reduzierung der Zahl der Standorte zu rechnen, ohne dass hier negative Effekte auf Umsatz und Rohmarge auftreten würden. Gleichzeitig werde die geringere Standortzahl zu erheblichen Kostensenkungen bei gleichzeitig reduzierter Kapitalbindung führen. Eine Indikation für das Kostensenkungspotenzial biete der Bereich Maschinenhandel, in dem ein Programm zur Schließung von 70 Standorten laufe, woraus nach Abschluss (Ende 2008) Kosteneinsparungen von EUR 20 Mio. resultieren sollten.

Weiteres Potenzial für Wachstum in hochgradig effizienten Strukturen biete BayWa's Hauptexpansionsziel Osteuropa. Insbesondere die immensen Betriebsgrößen von teilweise über 1.000 ha würden ein effizientes Handelsgeschäft ermöglichen. BayWa sehe drei potenzielle Strategien für den Markteintritt - die Übernahme marktführender Unternehmen, Buy & Build (Übernahme und Entwicklung kleinerer Anbieter) und den Aufbau eines eigenen Anbieters.

BayWa's Markteintrittsstrategie werde in jedem Fall drei Grundsätzen folgen. Der Markteintritt erfolge ausschließlich in an BayWa's Kernregionen grenzenden Märkten, mit Renditepotenzialen mindestens auf dem Niveau des Inlandsgeschäftes sowie bei hohem Risikobewusstsein. Die Analysten von SES Research würden zunächst den Markteintritt durch Akquisition eines großen Players für wahrscheinlich halten. Hier sollten sich Opportunitäten durch den Exit von Mitbewerbern, die ohne regionale Anbindung keine hinreichenden Synergien erzielen könnten, ergeben.

Auch in Deutschland bestehe noch Potenzial für anorganisches Wachstum, wenngleich aus kartellrechtlichen Gesichtspunkten nur in kleinerem Rahmen. Die stark steigenden Preise würden Liquiditätsengpässe für mittelständische Landhändler bei der Vorfinanzierung der Ernteankäufe verursachen. Somit sollte sich der Konzentrationsprozess, den BayWa aktiv gestalte, fortsetzen. Hierbei kämen dem Unternehmen die hervorragenden Refinanzierungsmöglichkeiten (AAA-Konditionen) im Genossenschaftsverbund zugute.

Der Newsflow sollte positiv bleiben: Insgesamt würden die Ausführungen von Dr. Bötzel zeigen, dass die erfolgreiche Geschäftspolitik der vergangenen Jahre im Grundsatz fortgesetzt werde und effizienzsteigernde Veränderungsprozesse eingeleitet würden. Flankiert würden diese Maßnahmen durch die geplante Einführung eines effizienten Monitoringsystems, dass zukünftig die Zuordnung der Asset Allokation zu den einzelnen Sparten und damit die Messung der Kapitalrentabilität ermöglichen solle.

Das auf dem FCFY 2008e basierende Kursziel von EUR 59 bleibe unverändert und werde von einem DCF-Modell gestützt. Die umfangreichen und werthaltigen Assets würden die Bewertung untermauern und böten Investoren eine einzigartige Mischung aus Value und Wachstum.

Die Kaufempfehlung der Analysten von SES Research für die BayWa-Aktie wird vor diesem Hintergrund bekräftigt. (Analyse vom 11.10.2007) (11.10.2007/ac/a/nw)


Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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