Logo
Analysen - Ausland
08.10.2007
Frontline Position um 60 USD verkleinern
Heibel-Ticker

www.optionsscheinecheck.de

Berlin (aktiencheck.de AG) - Bei der Aktie von Frontline (ISIN BMG3682E1277/ WKN 885094) raten die Experten von "Heibel-Ticker" um 60 USD die Position zu verkleinern.

Frontline sei der weltgrößte Betreiber von Öltankern. Das Unternehmen habe seinen Sitz auf den Bermuda Inseln und beliefere mit China, Japan, den USA und Europa alle wichtigen Ölverbraucher dieser Erde. In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen von der internationalen Vorschrift zur Umstellung von ein- auf zweiwandige Tanker profitiert. Solange die Verfügbarkeit dieser Tanker nicht ausreichend gewesen sei, seien die Preise für die Tankermiete rapide in die Höhe gegangen - von 40.000 auf 80.000 US-Dollar pro Tag.

Inzwischen sei der Engpass überwunden worden und die Preise hätten sich dank des hohen Ölpreises bei 65.000 US-Dollar eingependelt. Dadurch, dass Frontline jedoch frühzeitig in seine Tankerflotte investiert habe, sei die Finanzierungsquote steil nach oben gegangen. Mit anderen Worten: Die Schuldenlast von Frontline sei hoch. Daher habe das Unternehmen zuletzt einige Optionen auf neue Tanker gewinnbringend verkauft - was mit einer vorgezogenen Gewinnrealisierung gleichzusetzen sei, jedoch würden künftig mögliche Gewinne gekappt.

Daher erwarte das Unternehmen für die kommenden Jahre weiter rückläufige Umsätze und Gewinne. Auf Basis heutiger Schätzungen für 2007 betrage das KGV dann bereits 6. Auch die Dividende solle dann natürlich entsprechend gekürzt werden, die Rendite solle dann auf 10% fallen.

Man sehe, meistens gebe es für auch noch so überraschend aussehende Bewertungsniveaus eine einfache Erklärung. 10% Dividendenrendite seien natürlich immer noch eine schöne Grundlage für eine Aktie, aber nur über die Wachstumsperspektiven dieses Unternehmens könne man sich eine Meinung über den künftigen Kursverlauf bilden.

Vor einem Jahr habe der CEO von Frontline seinen Posten aufgegeben, es sei ihm zu stressig gewesen. Er arbeite weiter im Unternehmen, jedoch nunmehr an weniger stressigen Zukunftsprojekten. Sein Nachfolger komme aus dem Unternehmen und habe das Unternehmen seither recht gut im Griff.

Die Bilanz zeige den Experten, dass die hohe operative Marge von 42% zum größten Teil zur Bedienung der Schulden verwendet werde (814 Mio. USD). Der freie Cashflow sei dadurch negativ (-139 Mio. USD). Für die kommenden Jahre werde wohl eine Rückführung der Schulden erforderlich sein, um dem Unternehmen wieder Handlungsspielraum zurückzugeben. Ob die hohe Dividende dabei gehalten werden könne, sei fraglich.

In den Tagen der Kreditkrise in den USA sei der Kurs von Frontline von 53 USD auf 40 USD eingebrochen. Aufgrund der hohen Finanzierungsquote sei Frontline natürlich stark getroffen worden. Seit der Zinssenkung steige der Kurs wieder an, inzwischen auf 50 USD. Zusätzlich habe die OPEC eine höhere Ölförderquote verabschiedet, so dass mehr Öl über die Weltmeere transportiert werde. Auch das komme Frontline zugute. Die Experten könnten sich also vorstellen, dass Frontline noch ein wenig weiter ansteigen werde. Aufgrund der rückläufigen Umsätze sollte dieser Anstieg jedoch bald enden.

Zu Kursen um 60 USD würden die Experten von "Heibel-Ticker" ihre Position in der Frontline-Aktie verkleinern. (Ausgabe 40 vom 05.10.2007) (08.10.2007/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens.

Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen gehörte einem Konsortium an, das die innerhalb von fünf Jahren zeitlich letzte Emission von Wertpapieren der Gesellschaft übernommen hat. Weitere mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de