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Analysen - Ausland
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19.11.2001
ENI Outperformer
LB Baden-Württemberg
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www.optionsscheinecheck.de
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Der Analyst Ralph Herre der LB Baden-Württemberg bewertet die Aktie der ENI S.P.A. (WKN 897791) weiterhin mit Outperformer.
Der sich mit rund 30% noch in italienischem Staatsbesitz befindliche Energiekonzern zähle mit einem Umsatz von 47,9 Mrd. Euro zu den neun größten integrierten Ölgesellschaften der Welt.
Der Energiekonzern habe im dritten Quartal vor dem Hintergrund sinkender Ölpreise und schwächerer Nachfrage nach Ölprodukten ein im Rahmen der von dem Analysten im Vorfeld revidierten Erwartungen liegendes adjustiertes operatives Ergebnis von 1,7 Mrd. Euro (-6%) erzielt.
In der Exploration und Produktion, die auf Ausschläge bei den Rohstoffpreisen am stärksten reagieren würden, sei der Gewinn auf 1,1 Mrd. Euro von 1,3 Mrd. Euro vor Jahresfrist gesunken. Gegenüber dem zweiten Quartal seien die Produktion von Rohöl und Erdgas um knapp 1% zurück gegangen. Niedrigere Gewinnmargen im Raffinerie- und Tankstellenbereich sowie ein sehr schwaches Petrochemiegeschäft hätten ebenfalls die Ertragssituation belastet.
Als Folge der konsequenten Stärkung des Upstream-Bereichs seien die voraussichtlichen Gewinne des Konzerns in 2001 und 2002, angesichts der Erwartung anhaltend schwächerer Ölpreise sowie rückläufiger Gewinnmargen im Raffinerie- und Tankstellengeschäft, insgesamt rückläufig.
Für die konjunkturell am stärksten belastete Sparte Petrochemie erwarte der Analyst frühestens ab Mitte 2002 wieder eine Ergebnisverbesserung. Trotz des starken Wachstums in der Öl- und Gasproduktion und den relativ stabilen Ertragsaussichten im Downstream-Gasgeschäft dürfte es dem Konzern kaum gelingen, den Rekordgewinn des Vorjahres zu wiederholen.
Dennoch sei für die Folgejahre weiterhin mit einer guten Gewinnsituation zu rechnen. Während der Analyst im Geschäftsjahr 2001 beim adjustierten operativen Ergebnis eine Schrumpfung um 6% auf 10,1 Mrd. Euro erwarte, gehe er für das adjustierte Nettoergebnis von einem Rückgang um rund 10% auf 6,7 Mrd. Euro aus. Für das Geschäftsjahr 2002 erwarte er eine stabile, leicht verbesserte Ergebnisentwicklung.
Der Konzern könne aufgrund seiner verstärkten strategischen Ausrichtung in das Upstream-Geschäft zuversichtlich in die Zukunft blicken. Insgesamt dürfte die Abschwächung des Ölpreises durch die verstärkte Expansion in die Öl- und Gasproduktion die rückläufigen Gewinnmargen im Raffineriebereich sowie in der Petrochemie zwar nicht überkompensiert, dennoch gut verkraftet werden. Als Unterstützung für die Kursentwicklung der Aktie sieht Ralph Herre das laufende Aktienrückkaufprogramm sowie die aktuelle Börsenplatzierung der Gasnetz-Tochter Snam Rete Gas.
Angesichts der vergleichsweise stabilen Ertragsentwicklung und der im Branchenvergleich sehr günstigen Bewertung stuft der Analyst der LB Baden-Württemberg die Aktie von ENI weiterhin als Outperformer ein.
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