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Analysen - Marktberichte
03.09.2007
SDAX-Zusammensetzung Veränderung
Deutsche Börse AG

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Im SDAX® kommt es zu einer außerplanmäßigen Veränderung: Der Düsseldorfer Verpackungshersteller Gerresheimer ersetzt ab Donnerstag SCHWARZ PHARMA im Small-Cap-Index SDAX®, so die Deutsche Börse AG.

SCHWARZ PHARMA habe die Zulassung zum Prime Standard gekündigt und erfülle damit nicht mehr die Voraussetzung für einen Verbleib im Auswahlindex. Am Mittwoch werde die Zusammensetzung der Aktienindices planmäßig überprüft, wenn der Arbeitskreis Aktienindices tage. Die Ergebnisse, d.h. die Auswirkungen auf die Auswahlindices, würden nach 22 Uhr veröffentlicht. Veränderungen würden am 24. September wirksam. Neben DAX®, MDAX®, SDAX® und TecDAX® stünden auch Strategieindices wie DivDAX® oder der Entry Standard Index zur Überprüfung an.

Welches Gewicht die einzelnen Aktien in den Indices dann hätten, könnten Interessierte der vorläufigen Szenariorechnung entnehmen. Sie stehe eine Woche später, ab Mittwoch, dem 19. September, nach Handelschluss zur Verfügung. Diese Szenariorechnung basiere auf Kursen und Streubesitzanteil vom Vortag. Die Anpassungen seien aber schnell nach dem Bekanntwerden kommender Änderungen in den Aktienkursen eingepreist.

Änderungen in der Zusammensetzung und der Gewichtung einzelner Werte könnten größere Käufe oder Verkäufe nach sich ziehen, weil etliche Portfolios auf diese Indices ausgerichtet seien oder sie, wie die ETFs, sogar eins zu eins abbilden würden.

Grundsätzlich würden Änderungen in der Zusammensetzung des DAX-Indexes planmäßig nur im September, bei MDAX und TecDAX zusätzlich auch im März vorgenommen. Bei SDAX könne sich die Zusammensetzung an jedem Verkettungstermin, d.h. im März, Juni, September und Dezember, ändern.

Die Woche starte eher ruhig, denn wegen des Labor Day seien in den USA die Börsen heute geschlossen. Konjunkturell sähen viele Analysten die US-Wirtschaft am Wendepunkt. Nun werde die US-Notenbank FED nach dem Diskontsatz auch die Leitzinsen, die Federal Fund Rate, bei der nächsten Sitzung am 18. September senken, erwarte zum Beispiel Eugen Keller vom Bankhaus Metzler. "Die bevorstehende US-Zinswende lässt die Herzen der Anleger höher schlagen. Zwar macht man um Finanzwerte noch einen großen Bogen, doch bei Aktien aus zyklischen Branchen wird schon wieder beherzt zugegriffen." Die erwartete Zinssenkung sei aber bereits fest eingepreist.

Anders sei es in Europa. Dort sei die Konjunktur zwar weiter robust, die Geldmenge wachse im Rekordtempo und alle fundamentalen Daten sprächen für eine erneute Verschärfung der restriktiven Geldpolitik, würden die Analysten von HSBC beobachten. Die Probleme am Geldmarkt sollten für eine Verschiebung des bereits angekündigten Zinsschritts sorgen. Sie kämen zu dem Schluss: "Trichet hat unseres Erachtens das Signal einer Zinserhöhung zurückgenommen. Wir rechnen also mit einer Beibehaltung des Leitzinssatzes von 4 Prozent auf der Notenbanksitzung am kommenden Donnerstag."

Martin Siegert, technischer Analyst bei der LBBW, sehe den DAX weiterhin in einem abc-Korrekturmuster, und zwar in der c-Welle vom Tief bei 7.190 Punkten. Unter einem abc-Muster werde eine Bewegung in drei Phasen verstanden, zum Beispiel leichter Anstieg, kurzer technischer Verlust und dann ein stärkerer Anstieg. Diese sollte aber in den nächsten Tagen auslaufen. Siegert empfehle daher abzuwarten.

Ein Montag am Monatsanfang sei gut für die Kurse, behaupte der bekannte US-amerikanische Aktienhändler, Larry Williams. Er wolle statistisch durch langfristige Rückberechnungen herausgefunden haben, dass am Montag und Dienstag die Aktien im Schnitt eher steigen würden als am Donnerstag und Freitag. Am günstigsten für Long-Positionen wäre ein Montag, der gleichzeitig Monatsanfang sei. Williams erkläre dies damit, dass sich viele Portfoliomanager an Montagen im Allgemeinen und besonders in einem neuen Monat positioniert hätten. Heute scheine es zu stimmen - bis zum Mittag zumindest. Der Leitindex DAX notiere bei 7.650 Punkten leicht im Plus.

Am Dienstag, 4. September, werde der US-Einkaufsmanagerindex für August gemeldet. Der amerikanische Frühindikator basiere auf einer monatlichen Umfrage bei Einkaufsmanagern von 350 Unternehmen aus 20 repräsentativen Industriebereichen der USA. Dabei würden die Einkaufsmanager ihre derzeitige und künftige wirtschaftliche Lage beurteilen. Die Analysten von HSBC würden einen leichten Rückgang auf 52,5 Punkte nach 53,8 Punkten im Vormonat erwarten.

Am Mittwoch, 5. September, stehe das Beige Book der US-Notenbank zur Veröffentlichung an. Der Index messe das Konsumklima in Deutschland. Analysten würden für August einen unveränderten Index von 8,7 Punkten erwarten. Ein Wert über 0 deute auf eine verbraucherfreundliche Stimmung hin.

Am Donnerstag, 6. September, erwarte man eine EZB-Zinsentscheidung und am Freitag, 7. September, den US-Arbeitsmarktbericht. Der monatliche Arbeitsmarktbericht der USA sei für die Analysten von HSBC die wichtigste Zahl der Woche. Sie würden mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 4,7 Prozent im Vergleich zu 4,6 Prozent im Vormonat rechnen, da wegen der negativen Entwicklungen im Finanz- und Immobiliensektor die Zahl der neu geschaffenen Stellen zurückgegangen sein sollte. (03.09.2007/ac/a/m)


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