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Analysen - DAX 100
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16.11.2001
Linde übergewichten
Helaba Trust
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Die Analysten von Helaba Trust raten die Aktien von Linde (WKN 648300) überzugewichten.
Das Leistungsspektrum von Linde umfasse Anlagenbau, Fördertechnik, Kältetechnik und Technische Gase. In der erstgenannten Sparte habe der Konzern als Weltmarktführer bei Wasserstoffanlagen unbestritten über ein Wachstumssegment verfügt. Auch bei Flurförderzeugen (vor allem Gabelstapler) und Kühlmöbeln (Ladeneinrichtungen für Lebensmittelhandel) würden die Wiesbadener zur Weltspitze zählen. Mit Abstand größte Ergebnisbedeutung würden Technische Gase besitzen, wo das Unternehmen weltweit den 4. Rang einnehme. Das 2002er Renditeziel von über 14% (2000: 9,8%) auf das eingesetzte Kapital erscheine mittlerweile trotz erkennbarer Restrukturierungserfolge ambitiös.
Im dritten Quartal sei es nämlich zu einer überraschend starken Abkühlung der Geschäftstätigkeit gekommen. Auftragseingang und Umsatz hätten aufgrund schwacher Werte des Anlagenbaus um jeweils 6% unter den Vorjahreswerten gelegen. Zwar sei die EBITA-Marge mit 8,9% konstant geblieben. Der Periodenüberschuss sei jedoch überproportional auf 55 (Vorjahr: 62) Mio. Euro gesunken. Auf Segmentebene habe die Kältetechnik den avisierten Turnaround (EBITA-Marge: 10,1% nach 5,8% im Vorjahr) erreicht. Auch bei Technischen Gasen habe Linde die Profitabilität auf ein neues Hoch (15,3% nach 13,0%) gesteigert. Die Fördertechnik habe dem Zyklus aber Tribut zollen müssen (5,4% nach 7,6%). Abrechnungen im Anlagenbau sollten im 4. Quartal dafür sorgen, dass der Ergebnisanteil des Schlussquartals noch höher ausfalle als in 2000 (44%).
Da sich die Nachfrageschwäche bei Gabelstaplern im kommenden Jahr wohl fortsetzen werde, bestehe bei den Analysten-Schätzungen auch für 2002 Bedarf einer leichten Anpassung nach unten. Immerhin werde die Einführung der neuen Modellreihe aber für weitere Marktanteilsgewinne sorgen. Auch die Marge sollte sich hier dank wegfallender Vorleistungen wieder etwas erholen. Echte Fortschritte seien in diesem Segment aber erst 2003 zu erwarten. Beim Konzernergebnis habe man den möglichen positiven Effekt wegfallender Goodwill-AfA in Höhe von rund 0,9 Euro je Aktie nicht berücksichtigt. Auch deshalb halte man den Titel für etwa 15% unterbewertet.
Aufgrund der insgesamt erhöhten Unsicherheit empfehlen die Analysten von Helaba Trust die Übergewichtung der Linde-Aktie mit einer Ausstiegsmarke im Bereich von 44 Euro zu versehen.
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