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Analysen - Nebenwerte
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29.08.2007
MEDION halten
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Christoph Schlienkamp, Analyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die Aktie von MEDION (ISIN DE0006605009/ WKN 660500) weiterhin mit "halten".
Der zuletzt vorgelegte Zwischenbericht des Konzerns zur geschäftlichen Entwicklung im ersten Halbjahr 2007 zeige, dass die Gruppe zuletzt auf transaktionsintensives und nicht ausreichend ertragsstarkes Geschäft verzichtet habe. Diese Entwicklung habe sowohl den deutschen Markt als auch die meisten europäischen Länder betroffen. Die wesentlichen Umsätze seien im zweiten Quartal und insgesamt im ersten Halbjahr 2007 mit den Produkten Notebooks, Desktop PCs und mobilen Navigationsgeräten erzielt worden. Der Absatz von LCD-TVs sei gegenüber den vergleichbaren Vorjahreszeiträumen aufgrund fehlender sportlicher Großereignisse rückläufig gewesen.
Das Geschäft mit einfachen Geräten der Haushalts- und Unterhaltungselektronik habe sich planmäßig reduziert. Demgegenüber stehe ein erfreulicher Zuwachs z.B. im Bereich Aldi Talk. Insgesamt sei der Umsatz von 830 Mio. EUR im ersten Halbjahr 2006 um 13,4% auf 718,5 Mio. EUR zurückgegangen. Trotz dieses Umsatzrückgangs sei der absolute Betrag des Rohertrags mit 78,9 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr unverändert. Die Rohertragsmarge habe entsprechend binnen Jahresfrist von 9,5% auf 11,0% verbessert werden können. Dazu hätten die Bereinigungen der Produktpalette und die Ausweitung des Leistungsportfolios beigetragen.
Das EBIT habe sich im ersten Halbjahr von 4,7 Mio. EUR in 2006 auf 7,4 Mio. EUR verbessert. Aufgrund der nochmals verbesserten Liquidität und der damit insbesondere im zweiten Quartal 2007 um 1,4 Mio. EUR angestiegenen Zinserträge belaufe sich das Finanzergebnis auf 0,6 Mio. EUR im ersten Halbjahr 2007 gegenüber -1,0 Mio. EUR in 2006. Der Posten Steuern in Höhe von 3,2 Mio. EUR enthalte aufgrund des positiven Halbjahresergebnisses einen tatsächlichen Ertragsteueraufwand von 1,4 Mio. EUR sowie die teilweise Inanspruchnahme aus den zum 31.12.2006 aktivierten latenten Steuern auf die steuerlichen Verlustvorträge in Höhe von 1,7 Mio. EUR.
Es ergebe sich somit für das erste Halbjahr 2007 eine Steuerquote von 39,1%. Die Bilanzrelationen seien mit einer Eigenkapitalquote von 55,8% gut, auch wenn die Eigenkapitalquote vor Jahresfrist noch bei 67,1% gelegen habe. Die Mittelbindung im Working Capital auf der Aktivseite habe sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert. Die Forderungen würden um 92,7 Mio. EUR und die Vorräte um 16,1 Mio. EUR niedriger als im Vorjahr liegen. Die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 48,4 Mio. EUR resultiere aus der saisonalen Verschiebung von Einkaufs- und Umsatztätigkeit.
Infolge der Steuerreform sei davon auszugehen, dass sich der geschätzte Ertragsteuersatz in 2008 im Konzern von 40% auf ca. 32% vermindern werde. Die für MEDION daraus resultierende einmalige Ergebnisbelastung bedeute voraussichtlich einen um ca. 7 Mio. EUR höheren Steueraufwand im dritten Quartal 2007 und damit auch ein geringeres Ergebnis nach Steuern im Neun-Monatszeitraum 2007. Dieser Ergebniseffekt resultiere aus einer außerplanmäßigen Abschreibung der aktiven latenten Steuern.
MEDION erwarte in der zweiten Jahreshälfte 2007 eine Verbesserung des Konsumklimas und damit einhergehend keinen weiteren Umsatzrückgang im Konzern im Vergleich zum dritten und vierten Quartal des Vorjahres 2006. Bereits im laufenden Quartal sollte der vergleichbare Vorjahresumsatz um mindestens 10% übertroffen werden. Insgesamt gehe die Gesellschaft nunmehr für 2007 von einem Umsatzniveau in der Größenordnung von 1,4 Mrd. EUR bis 1,6 Mrd. EUR (Bankhaus Lampe: 1,570 Mrd. EUR) aus. Zu Jahresanfang habe die Umsatzprognose noch bei 1,3 Mrd. EUR bis 1,5 Mrd. EUR gelegen.
Das vierte Quartal sollte saisontypisch das umsatzstärkste sein. Bis zum Vorliegen fester Kundenaufträge für dieses Quartal, mit denen erfahrungsgemäß bis Mitte Oktober 2007 gerechnet werden könne, sei die Umsatz- und Ergebnisprognose noch mit Unsicherheiten behaftet. Der Vorstand rechne damit, dass die Marge aufgrund der zur Bereinigung der Produktpalette und der im Bereich Retouren getroffenen Maßnahmen sowie der erwarteten Ausweitung des Leistungsportfolios voraussichtlich auf ein Niveau von 10,5% bis 11,0% (Bankhaus Lampe: 11%) erhöht werden könne. Dies werde unterlegt durch die im ersten Halbjahr 2007 erreichte Rohmarge von 11,0%.
Positiv würden sich darüber hinaus Effekte aus den bereits eingeleiteten und noch durchzuführenden Kostensenkungsmaßnahmen auswirken. Der sonstige betriebliche Aufwand enthalte jedoch auch gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöhte Marketingaufwendungen zur weiteren Stärkung der Marke MEDION und zur Unterstützung der Verkaufsaktivitäten. Insgesamt gehe das Management davon aus, dass der Konzern in 2007 ein positives EBIT zwischen 1% und 1,5% (Bankhaus Lampe: 1,3%) vom Umsatz erwirtschaften werde.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die Aktie von MEDION unverändert mit "halten" ein. Das Kursziel sei von 9,00 EUR auf 14,00 EUR angehoben worden. (Analyse vom 29.08.2007) (29.08.2007/ac/a/nw)
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