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Analysen - DAX 100
31.10.2001
Hannover Rück akkumulieren
Nord LB

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Bei Kursschwäche die Aktie der Hannover Rückversicherungs AG (WKN 840221) kaufen, so lautet die Empfehlung der Analysten Dirk Krieger und Ulrich Vogel von der Norddeutschen Landesbank.

Die Hannover Rück-Gruppe gehöre mit einem Prämienvolumen von mehr als 8,3 Mrd. Euro im Jahr 2000 zu den Top 5 Rückversicherungskonzernen der Welt. Die Gruppe sei dabei in den Sparten der Schaden-, Personen- und Finanz-Rückversicherung sowie dem Programmgeschäft tätig und unterhalte mit ihren über 100 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften Geschäftsbeziehungen zu etwa 2.000 Versicherungsgesellschaften in mehr als 100 Ländern.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2001 habe die Hannover Rück-Gruppe die gebuchten Bruttoprämien um 20,6% im Vergleich zum Vorjahr auf 4,5 Mrd. Euro steigern können. Die Nettoprämien seien auf 2,8 Mrd. Euro gestiegen, ein Zuwachs von 21,1 Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis habe -184,1 nach -159,5 Mio. Euro betragen. Das Kapitalanlageergebnis habe mit 423,4 Mio. Euro um 5% unter dem Vorjahreswert gelegen und spiegele die derzeit schwache Kapitalmarktverfassung wieder. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit sei um 45,4 auf 239,4 Mio. Euro gesunken. Der Konzern-Halbjahresüberschuss nach Steuern und Anteilen Dritter habe 118,8 Mio. Euro betragen. Das Halbjahresergebnis entspreche damit den Nord LB-Erwartungen.

Wie alle übrigen großen Rückversicherungskonzerne sei auch die Hannover Rück-Gruppe von den Terroranschlägen des 11.09.2001 in den USA betroffen. Nach vorläufigen Schätzungen rechne der Konzern mit Belastungen von rund 400 Mio. Euro. Neben den Leistungen im Zusammenhang mit Gebäude- und Flugzeugversicherungen seien auch Betriebsausfall- und Personenversicherungs-Leistungen berücksichtigt worden.

Das Researchteam erwarte als Folge der Belastung durch die Terroranschläge für das laufende Geschäftsjahr lediglich ein leicht positives Nachsteuerergebnis von 3,7 Mio. Euro nach 364,9 Mio. Euro im Jahr 2000. Dies impliziere einen Rückgang des Ergebnisses je Aktie von 12,38 auf 0,12 Euro.

Für die nächsten Geschäftsjahre 2002 und 2003 erwarte das Researchteam wieder einen normalen Schadensverlauf. Als Folge der Terroranschläge dürften sich zukünftig die Margen in der Schadenrückversicherung sogar verbessern, was zu einer besseren Profitabilität in diesem in der Vergangenheit margen-schwachen Segment führen sollte. Dies zeige sich schon jetzt an den Neu-Verträgen und Vertragsverlängerungen. Bei sehr hohem Volumen könnten besonders in der Schadenrückversicherung signifikante Prämienerhöhungen von teilweise über 100% durchgesetzt werden. Teilweise müssten Risiken gesondert bezahlt werden, die vor dem 11. September 2001 noch kostenfrei getragen wurden. Fraglich bleibe in diesem Zusammenhang, über welchen Zeitraum das aktuell hohe Prämienniveau gehalten werden könne. Das Researchteam rechne für das Jahr 2002 mit einer Steigerung der Bruttoprämien um 11% und für das Jahr 2003 um 10 Prozent. Belastend könnte sich auch im nächsten Jahr eine anhaltende schwacher Kapitalmarkt auswirken. Für das laufende Jahr gingen die Analysten von einem Rückgang des Kapitalanlageergebnisses von 7% aus, im Jahr 2002 erwarte das Researchteam wieder einen leichten Anstieg um 2 Prozent. Die Analysten würden in ihrem Modell mit einer zukünftigen durch-schnittlichen Konzernsteuerquote von 38% kalkulieren.

Seit dem Nord LB-Follow up im Juli 2001 sei der Kurs der Hannover Rück-Aktie von 87,75 Euro auf derzeit 62,20 Euro gefallen. Ursächlich für den Kursrückgang seien nach Einschätzung der Nord LB neben der allgemeinen Marktschwäche die bereits erwähnten terroristischen Anschläge in den USA gewesen.

Seit dem 21. September, wo der Jahrestiefstand erreicht worden sei, habe sich die Aktie schon wieder einen Großteil der Kursverluste wettmachen können. Der Schlusskurs am 10. September habe bei 79,25 Euro gelegen.

Das derzeitige KGV von rund 8,2 auf Basis der Gewinnschätzungen für das Jahr 2002 weise einen deutlichen Bewertungsabschlag gegenüber der Münchner Rück auf und entspreche in etwa der Bewertung der wesentlich kleineren französischen Scor-Gruppe. Im Hinblick auf Scor sei jedoch nach Auffassung der Nord LB ein Aufschlag für die Hannover Rück-Gruppe gerechtfertigt, der sich mit der guten strategische Ausrichtung und dem überaus positiven Neugeschäft begründen lasset. Darüber hinaus erwarte das Researchteam von der anzunehmenden Veräußerung von Anteilen des HDI ab dem Jahr 2002 eine höhere Liquidität der Aktie und damit eine stärkere Gewichtung im MDax.

Das NORD/LB Research empfiehlt deshalb die Aktie der Hannover Rück mit dem Rating "akkumulieren".



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