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Analysen - Neuer Markt
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29.10.2001
DAB bank neutral
Nord LB
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Wertpapieranalyst Michael Seufert von der Norddeutschen Landesbank stuft die Aktie der DAB bank AG (WKN 507230) als "Halteposition" ein.
Vor der für Mitte November geplanten Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal habe die DAB bereits erste Kennzahlen vermeldet. So hätten die Kundenzahlen im Vergleich zum zweiten Quartal um 5% auf 536.000 zugenommen. Der Neukundenzuwachs von 25.000 stamme zu über 50% aus dem Ausland. Allein 8.000 Depots seien von dem insolventen Direct Broker first-e übernommen worden. In Deutschland seien 11.400 neue Kunden geworben worden. Das Transaktionsvolumen entwickle sich weiterhin rückläufig. Mit 1.289.000 ausgeführten Transaktionen gegenüber 1.543.000 im Vorquartal habe die DAB um 17% schlechter gelegen. Das verwaltete Kundenvermögen habe sich um 19% auf 10,5 Mrd. Euro reduziert, wovon 4,1 Mrd. Euro auf Fondsanlagen entfallen seien.
Die Ergebniszahlen für das zweite Quartal sei erwartungsgemäß schwach ausgefallen. Der Verlust nach Steuern habe mit 25 Mio. Euro noch über dem Verlust aus dem ersten Quartal von 23,8 Mio. Euro gelegen. Die Transaktionen je Kunde hättten sich - auf das Gesamtjahr hochgerechnet - um 28% von 17,9 im ersten Quartal gegenüber 12,8 im zweiten Quartal vermindert. Dies habe sich entsprechend negativ auf die Provisionserträge ausgewirkt, die sich um 20% auf 28,5 Mio. Euro reduzierten. Trotz der Kürzung der Marketingausgaben um 21% auf 12,7 Mio. Euro hätten die Verwaltungskosten fast auf Vorquartalsniveau verharrt.
Die Nord LB rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatz in Höhe von 180 Mio. Euro sowie einem Verlust von 75 Mio. Euro, was einem Verlust von 1,10 Euro je Aktie entspreche. Im kommenden Jahr rechne das Researchteam mit einem Umsatz von 250 Mio. Euro und einem Verlust in Höhe von 20 Mio. Euro.
Die DAB sei mit der Self Trade SA vergleichsweise gut in Frankreich und Großbritannien aufgestellt. Das Auslandsengagement führe zu einem verstärkten Kundenwachstum, allerdings auch zu einer hohen Ertragsbelastung. Durch ihre institutionelle Kundschaft und das ausgeprägte Fondsgeschäft sei das Institut resistenter gegen die Schwächephasen an den Börsen als die Wettbewerber. Nach den extrem ungünstigen Rahmenbedingungen im dritten Quartal bestehe nun die Aussicht auf ein freundlicheres Abschlussquartal.
Die DAB-Aktie weiterhin "halten", so lautet der Ratschlag der Nord LB.
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